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23.07.2011

20:41 Uhr

Mindestens 92 Terror-Tote

„Angriff auf unsere Gesellschaft und Demokratie“

Norwegen trägt schwer an den unfassbaren Terrorangriffen vom Freitag. Immer mehr Opfer werden gefunden, in Oslo wie auf der Insel Utøya. Auch die Welt ist entsetzt - besonders ob der Grausamkeit des einzelnen Täters.

Massaker in Norwegen: Opferzahl steigt - Polizei sucht Sprengstoff

Massaker in Norwegen

Opferzahl in Oslo steigt

Nach dem Tod eines Schwerverletzten haben die Anschläge nun 93 Menschenleben gefordert.

OsloAus dem Nichts hat der Massenmord eines vermutlich Rechtsradikalen an mindestens 92 Menschen das friedliche Norwegen mitten in den Sommerferien erschüttert. Die meisten Opfer, die bei einem Blutbad in einem Zeltlager auf der Insel Utøya und einem Bombenanschlag in Oslo zu Tode kamen, waren noch Jugendliche. Der mutmaßliche Täter Anders B. wurde festgenommen. Er ist Norweger und soll Kontakte in die rechte Szene haben. Ob er allein gehandelt hat, war zunächst offen. Der 32-Jährige legte ein Teilgeständnis ab. „Er hat gestanden, dass er auf Utøya war und Schüsse abgefeuert hat“, sagte Oslos Vize-Polizeichef Sveinung Sponheim am Samstagabend. Die Beamten fürchten, dass noch nicht alle Todesopfer entdeckt sind.
Die wehrlosen jungen Leute im Ferienlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF waren dem Täter völlig arglos begegnet. Er trug eine falsche Polizeiuniform. Als er auf die Teenager traf, hatten diese sich gerade versammelt, um mehr über den Anschlag zu erfahren, der nur kurz zuvor die nahe Hauptstadt erschüttert hatte. Das Massaker auf der Insel hat Polizeiangaben zufolge etwa anderthalb Stunden gedauert. Der 32 Jahre alte Verdächtige soll gezielt auf die Teilnehmer des Camps geschossen haben. Erst dann gelang es der Polizei, den Mann zu überwältigen. Nach Polizeiangaben stellte sich der Mann freiwillig den Beamten.

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Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte Anders B. zuvor mit einem Bombenanschlag auf das Regierungsviertel in Oslo das Land in Angst versetzt. Beobachter vermuteten zunächst einen islamistischen Anschlag. Vorläufige Bilanz: Sieben Tote in Oslo und 85 auf der Insel. Die Behörden schließen weitere Opfer nicht aus. „Wir wissen, dass es noch Überreste von Toten in den Osloer Ruinen gibt. Das Ganze ist ein Puzzlespiel“, sagte Polizeisprecher Sponheim. Außerdem wurden zunächst noch mehrere Jugendliche von der Insel vermisst.
Augenzeugen schilderten das schreckliche Geschehen im Camp. „Ich hab ihn nicht gesehen, aber gehört. Er schrie und jubelte und gab mehrere Siegesrufe von sich“, berichtete die 22-jährige Nicoline Bjerge Schie in der Online-Ausgabe der Zeitung „Dagbladet“. Die junge Frau hatte sich mit Freunden hinter einem Felsen am Wasser versteckt. Erst am Samstagmorgen wurde sich Norwegen der ungeheuerlichen Dimension des Geschehens bewusst. Am Freitagabend war zunächst bekanntgeworden, dass rund zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Dann sprachen die Behörden plötzlich von mehr als 80 Opfern, und im Laufe des Samstags zählte die Polizei immer mehr Leichen in den Gewässern rund um die nur 400 Meter breite Ferieninsel Utøya. In verzweifelter Todesangst hatten sich viele Jugendliche in das kalte Wasser geflüchtet. Das nächste Ufer ist rund 700 Meter von der Insel entfernt.

Kommentare (34)

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Rainer

24.07.2011, 00:36 Uhr

Ich halte diese Aussage des Königs für eine gefährliche Übertreibung und für eine unangemessene Überhöhung der Tat und damit des Täters. Wenn Mitglieder einer Regierung sterben muss neu gewählt werden und eine Gesellschaft muss selber entscheiden wie sie leben will. Diese Tat war ein feiger und brutaler Mord und so sollte er auch genannt werden. Eine Gesellschaft gefärdet diese Tat nur wenn diese Gesellschaft das zulässt und für eine Demokratie gilt meiner Meinung nach das selbe. Die Aussage des Königs klingt für mich nur nach einer Bestätigung und einem Ansporn für alle Beklopten welche evtl. noch zuhause sitzen und ähnliches planen.

Mackie

24.07.2011, 01:40 Uhr

Das ein Einzelner mit einem Gewehr und einer Pistole 84 Menschen hingerichtet hat, ist eigentlich unglaublich. Das waren keine kleinen Kinder, sondern 14 - 17jährige. Warum sind die nicht alle in's Wasser gesprungen, haben sich verteilt und sind weggeschwommen? Man wartet doch nicht, bis man "an der Reihe" ist! Mit einem MG kann ich mir das vorstellen - aber das hatte er doch nicht.

Müssen das nicht doch mehr als einer getan haben?

Revision

24.07.2011, 07:29 Uhr

Nur kranke Menschen koennen so etwas vollbringen.
Wenn die Hintergruende eventuell Gewaltspiele in digitaler Form sind, werden sie sicherlich von den Medien und Linken heruntergespielt.
Bestimmt wird jede Rechte Verbindung zum Taeter aufs aeusserste Hochgespielt.

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