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10.06.2014

08:46 Uhr

Mindestens sechs Tote

Tödliches Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Das tropische Wochenende entlud sich in Teilen Deutschlands in heftigen Gewittern. Es starben mindestens sechs Menschen. Am Morgen ist der Zugverkehr in NRW lahmgelegt und etliche Autobahnen sind gesperrt.

Ein Unwetter hat in der Lindenstraße in Düsseldorf Bäume umgestürzt und zahlreiche Autos beschädigt. dpa

Ein Unwetter hat in der Lindenstraße in Düsseldorf Bäume umgestürzt und zahlreiche Autos beschädigt.

+++ UPDATE 7.40 Uhr +++
- Die Polizei NRW berichtet von fast 5000 Einsätzen in der Nacht aufgrund des Unwetters im Land. Sechs Tote habe es gegeben sowie 30 Schwer- und 37 Leichtverletzte.
- In Essen gab es Verletzte auf einem Festivalgelände durch abgebrochene Äste.
- Diese Bahnstrecken sind - Stand 7.10 Uhr - auf unbestimmte Zeit gesperrt: Dortmund-Essen-Düsseldorf-Köln; Dortmund-Gelsenkirchen-Duisburg; Dortmund-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf (Aktuelle Infos der Bahn)
- So haben Augenzeugen das Wettererereignis dokumentiert.

Die Lage in einigen NRW-Städten (11 Uhr)

Düsseldorf

Die Polizei warnt am Morgen vor Fahrten nach Düsseldorf: „Wer kann, der sollte heute unbedingt von einer Fahrt nach Düsseldorf absehen.“ Der öffentliche Nahverkehr kommt langsam wieder in Gang.Die Busse fahren bereits wieder, müssen zum Teil aber wegen blockierter Straßen noch Umleitungen fahren, teilt die Rheinbahn mit (https://www.facebook.com/Rheinbahn). Aber auch einige U-Bahn-Linien sind im Einsatz.

Dortmund

Auch in der Ruhrgebietsstadt gibt es am Dienstagmorgen Fahrplanabweichungen und Fahrtausfälle im gesamten Stadtgebiet.

Essen

Am Morgen gibt es in Essen so gut wie keinen Nahverkehr. „Auf allen Straßenbahnlinien sind die Oberleitungen beschädigt worden und werden zur Zeit repariert“, schreibt der Betreiber Evag am Dienstagmorgen. Es bestehe keine Gefahr für Passanten, der Strom der Oberleitungen ist abgeschaltet. Drei U-Bahnlinien fahren bereits wieder. Wegen der vielen Zugriffe auf die Homepage der Evag, gibt es nur Informationen in reduzierter Form.

Köln

Ein Radfahrer ist in der Stadt von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Darüber hinaus ist die Stadt glimpflicher davon gekommen als Düsseldorf, der Kreis Mettmann oder das Ruhrgebiet. Am Morgen fallen nur einzelne Straßenbahnfahrten aus.

+++ UPDATE 6.15 Uhr +++
- In Nordrhein-Westfalen bleiben die meisten Zugstrecken auch am Morgen noch gesperrt.
- Im Ruhrgebiet sind etliche Autobahnen komplett gesperrt.
- In Düsseldorf ist der Personennahverkehr eingestellt. „Wer kann, der sollte heute unbedingt von einer Fahrt nach Düsseldorf absehen“, schreibt die Polizei der Stadt.
- Ein weiteres Unwetter zieht am frühen Morgen von der Region Aachen nach Nordosten über NRW. (Unwetterzentrale mit aktueller Lage)
+++ ENDE Updates +++

Mindestens fünf Menschen sind bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. An vielen Häusern und Autos sorgten Sturmböen, Blitzeinschläge und Hagel für Schäden. Flugzeuge konnten zeitweise nicht mehr abheben, Züge wurden gestoppt, auf Autobahnen lagen umgestürzte Bäume. Die Polizei des Bundeslandes war nach eigenen Angaben mit allen Beamten im Einsatz, die zur Verfügung standen.

Auch die Feuerwehren waren stundenlang unterwegs, um allen Hilferufen nachzukommen. Erst in der Nacht zum Dienstag wurde es am Himmel etwas ruhiger – die Unwetter zogen weiter in Richtung Nordosten, fielen dort aber weniger heftig aus.

Menschen von Bäumen erschlagen

In Düsseldorf verloren drei Menschen in einem Gartenhaus ihr Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr. Sie hatten Zuflucht vor dem Unwetter gesucht, als eine schwere Pappel auf das Haus stürzte. Die Einsatzkräfte konnten noch zwei Schwerverletzte und einen Leichtverletzten aus den Trümmern retten.

Zuvor hatte bereits die Kölner Polizei berichtet, dass ein Radfahrer in der Domstadt von einem Baum erschlagen worden sei. In Krefeld erschlug ein Baum einen 28-jährigen Radfharer. In Essen starb ein Mann vermutlich bei Aufräumarbeiten. Er hatte nach ersten Informationen der Polizei kurz vor Mitternacht versucht, eine Straße zu räumen. Zur genauen Todesursache konnten die Ermittler allerdings zunächst nichts sagen.

Unwetter in NRW: So dokumentierten Augenzeugen das Wetterchaos

Unwetter in NRW

So dokumentierten Augenzeugen das Wetterchaos

Viele Augenzeugen haben beeindruckende Bilder von dem Unwetter gemacht, das am späten Pfingstmontag Nordrhein-Westfalen heimgesucht hat. Die Auswirkungen sind auch am folgenden Tag deutlich zu spüren.

Der Airport Düsseldorf musste am Abend rund eine Stunde lang den Betrieb einstellen. Grund seien Sturmböen von bis zu 150 Stundenkilometer gewesen, sagte ein Sprecher. Wie viele Flüge betroffen waren, war zunächst unklar. Die gestoppten Maschinen sollten aber noch verspätet starten können.

Auch Züge blieben vorsorglich in den Bahnhöfen stehen. In der Nacht wurden zwar die Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Dortmund-Hamm- Bielefeld und die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Alle anderen Verbindungen seien aber noch unterbrochen, teilte die Bahn am frühen Dienstagmorgen mit. Aufgrund der Schäden sei auch ein Notverkehr mit Bussen nicht möglich.

Kommentare (1)

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10.06.2014, 12:28 Uhr

Das ist doch schön bequem: Um den anthropogenen Klimawandel live zu erleben, muss man nicht erst großartig in die Ferne schweifen.

Es reicht völlig, sich die Extremereignisse der letzten Jahre in Erinnerung zu rufen. Zum Beispiel in NRW:

2007 ... Kyrill
2009 ... 40 cm Hagelschicht auf der Straße mitten im Sommer
2014 ... die Stadt, durch die ich heute morgen gefahren bin glich, was den Baumbestand anging, dem Zustand nach eiem flächendeckendem Bombenangriff.

Die Einschläge häufen sich dermaßen, dass ein Zufall ausgeschlossen ist. Beim nächsten stärkeren El Nino werden die begleitenden Extremwetter dann auch noch den letzten Zweiflern die Augen öffnen, wohin wir es mit dem ungebremsten Ausstoß von CO2 bringen werden.

Die Leugner des Klimawandels fordern doch noch mehr Beweise, Beweise, Beweise ... ; ich fürchte, die werden sie schneller und in größerer Anzahl bekommen, als denen lieb ist.

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