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05.11.2011

11:29 Uhr

Minenunglück

Verschüttete Bergleute in China gerettet

Der letzte der 45 verschütteten Bergleute wurde am Samstag aus der Mine in der zentralchinesischen Provinz Henan gerettet. Bei einem leichten Erdbeben waren in der Grube am Donnerstag acht Bergleute getötet worden.

Auf einer Bahre wurde der letzte verschüttete Bergarbeiter hinausgetragen. AFP

Auf einer Bahre wurde der letzte verschüttete Bergarbeiter hinausgetragen.

PekingIn China sind 45 Bergleute fast zwei Tage nach einem schweren Grubenunglück lebend wieder ans Tageslicht gekommen. Sie waren 40 Stunden lang unter Tage verschüttet. Acht Kumpel kamen bei dem Einsturz in der Qianqiu-Grube in Sanmenxia (Provinz Henan) am Donnerstag ums Leben. Rettungsmannschaften konnten die eingeschlossenen Bergleute aus einem 780 Meter tiefen Schacht bergen. Auf Bahren unter Decken liegend oder auf eigenen Beinen kamen die Kumpel zurück ans Tageslicht, wie im Fernsehen zu sehen war.

Einige Bergleute wirkten sichtlich erschöpft, mussten von Helfern unter den Armen gestützt werden, als sie die Grube verließen. Glücklich über ihre Rettung winkten einige den Rettungstrupps und Journalisten zu, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Um einige Arbeiter, die seit dem Unglück in der Dunkelheit ausharren mussten, vor dem plötzlichen Tageslicht zu schützen, waren ihnen die Augen verbunden worden.

Nach ihrer Rettung wurden die Kumpel sofort in Krankenhäuser gebracht. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 75 Bergleute in der Grube. 22 Arbeiter konnten sich retten oder wurden bis Freitag lebend geborgen, wie Xinhua berichtete. Kurz vor dem Bergschlag, bei dem sich Spannungen im Gestein schlagartig lösen und Einstürze passieren können, hatte es in der Gegend ein leichtes Erdbeben der Stärke 2,9 gegeben, wie Xinhua berichtete.

Zwei weitere Grubenunglücke Ende vergangener Woche waren nicht so gut ausgegangen. Bei Gasexplosionen in den Provinzen Henan und Hunan kamen 47 Bergleute ums Leben. Hinter den vielen Unglücken in Chinas Bergwerken stecken oft schlechte Sicherheitsmaßnahmen, unzureichende Ausrüstung sowie mangelnde Aufsicht wegen Vetternwirtschaft zwischen Grubenbesitzern und örtlichen Funktionären. Einige tausend chinesische Bergarbeiter sterben jedes Jahr. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da viele Unglücke auch vertuscht werden.

Von

dpa

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