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04.02.2012

11:55 Uhr

Minus 27,3 Grad

Deutschland bibbert in der kältesten Nacht

Die eisigen Temperaturen haben Deutschland die bislang kälteste Nacht dieses Winters beschert. Auch in anderen europäischen Ländern sorgte das Wetter für Chaos, sogar die sonst zuverlässige Schweizer Bahn fiel aus.

Eine Frau schaut aus einem zugefrorenen Fenster. dapd

Eine Frau schaut aus einem zugefrorenen Fenster.

Offenbach/Zürich/RomIn Oberstdorf im Oberallgäu fiel in der Nacht zu Samstag auf minus 27,3 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Damit verlagerte sich das nächtliche Kältezentrum von den östlichen Mittelgebirgen in das Alpenvorland.

Im Unterschied zu den vergangenen Nächten wurden im Erzgebirge und im Thüringer Wald nur noch vereinzelt Werte unter minus 20 Grad erreicht. Vielerorts lagen die Temperaturen im Osten Deutschlands zwischen minus 16 und minus 19 Grad.

Auch in der Schweiz war es die kälteste Februarnacht seit 30 Jahren, die sogar die sonst zuverlässige Schweizer Bahn am Samstag in Schwierigkeiten gebracht hat. Wegen vereister Weichen kam es unter anderem auf der Strecke zwischen Lausanne und dem Genfer Flughafen zu Verspätungen, berichtete die Nachrichtenagentur sda.

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Die Kältewelle in Osteuropa hat bisher mindestens 175 Menschen das Leben gekostet. Besonders hart traf es die Ukraine. Doch auch Südosteuropa und Italien hatten mit dem eisigen Wintereinbruch zu kämpfen.

An vielen Orten wurden die tiefsten Temperaturen seit drei Jahrzehnten gemessen. In Zürich zeigte das Thermometer in der Nacht minus 20,2 Grad. Der Kältepol lag westlich von Luzern, wo auf der Glattalp am Samstagmorgen minus 34 Grad gemessen wurden. Der nationale Kälterekord von minus 41.8 Grad aus den 80er Jahren wurde jedoch nicht gebrochen.

Sogar in Südeuropa sorgt die Kälte für Chaos. Die stärksten Schneefälle seit Jahrzehnten haben in Rom ein Verkehrschaos mit Tausenden auf glatten Straßen blockierten Autofahrern ausgelöst. Busse kamen nicht voran, Rettungsmannschaften konnten nicht rechtzeitig helfen, berichteten die Medien der italienischen Hauptstadt am Samstag.

„Rom geschlossen wegen Schneefalls“, überschrieb „Il Messaggero“ das Verkehrschaos am Freitagnachmittag und -abend. Bürgermeisster Gianni Alemanno wies Kritik wegen mangelnder Vorbereitung zurück und sagte, so stark habe es zuletzt 1985 in Rom geschneit. Überall waren mindestens zehn Zentimeter Schnee gefallen. Am Samstag war Winterausrüstung für Autofahrer Pflicht. Unterdessen bauten Touristen und Kinder Schneemänner auf den römischen Plätzen.

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