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27.08.2014

15:47 Uhr

Missbrauchsskandal

Rücktritt des Polizeichefs gefordert

In Großbritannien werden die Forderungen nach Konsequenzen im Skandal um die sexuelle Ausbeutung von Kindern immer lauter. Nun wird der Rücktritt des Polizeichefs gefordert, da er für den Kinderschutz zuständig war.

Ein Symbolbild soll vom Grauen des großen Missbrauchsskandals in Rotherham zeugen. dpa

Ein Symbolbild soll vom Grauen des großen Missbrauchsskandals in Rotherham zeugen.

LondonIm Skandal um sexuellen Missbrauch von 1400 Kindern im englischen Rotherham hat der früher für Kinderschutz zuständige Polizeichef der Region um Entschuldigung gebeten. Ein Bericht über Missbrauchsfälle der vergangenen 16 Jahre hatte schwere Vorwürfe gegen Behörden und Polizei erhoben. „Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, dann hätte eindeutig mehr getan werden können“, sagte Shaun Wright am Mittwoch dem Sender Sky News.

Wright war im Stadtrat von 2005 bis 2010 für den Kinderschutz zuständig. Nachdem am Dienstag das Ausmaß der sexuellen Ausbeutung in der nordenglischen Stadt bekannt geworden war, hatten mehrere Stadträte und die Labour-Partei seinen Rücktritt gefordert.

„Ich kann nur sagen, dass das für die Polizei in South Yorkshire höchste Priorität hat“, sagte der Polizeichef. Das werde auch so bleiben, so lange er den Posten innehabe. Sein Amt niederzulegen, lehnte er ab. Der Vorsitzende des Stadtrats von Rotherham, Roger Stone, war bereits am Dienstag zurückgetreten. Ein Regierungssprecher in London nannte das Versagen der lokalen Behörden „erschreckend“.

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Die Zahl muss man erstmal sacken lassen: 1400 Kinder sind innerhalb kurzer Zeit in einer englischen Stadt Opfer von Sexualverbrechern geworden. Der Missbrauch hatte System. Wie konnte es so lange unentdeckt bleiben?

Ein unabhängiger Bericht der Professorin Alexis Jay hatte am Dienstag öffentlich gemacht, dass zwischen 1997 und 2013 rund 1400 Kinder in Rotherham Sexualstraftätern zum Opfer gefallen waren. Die Täter haben die Mädchen und Jungen demnach vergewaltigt, geschlagen und eingeschüchtert. 2010 waren bereits fünf Männer mit Wurzeln in Pakistan wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden.

Das Ausmaß des Skandals ist aber viel größer, als damals bekannt wurde. Jay wirft den örtlichen Behörden kollektives, krasses Versagen vor. Drei interne Untersuchungen zu den Missbrauchsfällen seien bewusst zurückgehalten oder ignoriert worden.

Von

dpa

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