Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.08.2012

11:38 Uhr

Missratene Restauration

Rentnerin verunstaltet Jesus-Bild

Sie hat es gut gemeint: Eine spanische Rentnerin wollte das Jesus-Bild in einer Kirche restaurieren. Doch im Eifer des Gefechts hat sie das Bild verunstaltet. Restauratoren versuchen zu retten, was zu retten ist.

Hobby-Künstlerin verhunzt Jesus-Fresko

Video: Hobby-Künstlerin verhunzt Jesus-Fresko

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Madrid Der Anblick tat Cecilia Giménez in der Seele weh: Bei einem Jesus-Bild in ihrer Kirche in Borja im Nordosten Spaniens bröckelte die Farbe ab. Die Rentnerin griff zu Pinsel und Farbe und überpinselte das Wandgemälde. Die Ausbesserung ging jedoch gründlich schief. Das Werk der mehr als 80-jährigen Amateur-Restaurateurin hatte kaum noch etwas mit dem Original-Abbild Christi zu tun.

Der materielle Schaden hielt sich in Grenzen, denn das etwa 100 Jahre alte „Ecce Homo“-Werk war nirgends katalogisiert und galt künstlerisch nicht als besonders wertvoll. Die an Unbeholfenheit kaum zu übertreffende Pinselei geriet jedoch zu einem Schwank, an dem die Medien und Internetforen in aller Welt ihre Freude haben.

In Online-Zeitungen in Spanien und anderen Ländern waren Berichte über die missglückte Restauration am Donnerstag die am häufigsten angeklickten Artikel. „Le Monde“ in Paris spottete: „Holy Shit: Die Restauration eines Christus-Gemäldes endet in einem Massaker“. „The Guardian“ in London fand, das Bildnis sehe jetzt nicht mehr wie Jesus aus, sondern wie ein „aufgeblasener Igel“, „Spiegel Online“ fühlte sich eher an ein Äffchen erinnert.

In dem Städtchen Borja in der Nähe von Saragossa zweifelt niemand daran, dass die Rentnerin sich mit den besten Absichten an ihr Werk gemacht hatte. Dies bestätigte auch die Stadtverwaltung. Sie überlegt allerdings, ob sie rechtliche Schritte gegen die Frau einleiten soll. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass sich jemand ungestraft an unserem Kunsterbe vergreifen darf“, sagte der Kulturreferent Juan María Ojeda der Nachrichtenagentur Efe.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Restaurator

23.08.2012, 12:08 Uhr

Ähem: erinnert irgendwie an eine Art spin-doctorship in Sachen Eurokrise.

GoToHELLas

23.08.2012, 12:37 Uhr

Ich finde es witzig :)

Account gelöscht!

23.08.2012, 13:58 Uhr

Ich hoffe mal, die Dame mit Eigeninitiative bekommt jetzt nicht zu viel Ärger - das Ding hätte ja eh restauriert werden müssen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×