Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2014

04:17 Uhr

Mode-Droge

Crystal Meth weiter auf dem Vormarsch

Die Mode-Droge Crystal Meth gilt als hochgefährlich: Sie macht die schnell abhängig und kann Psychosen und Hirnschäden verursachen. In Deutschland breitet sie sich immer weiter aus - 2013 war ein neues Rekordjahr.

Die Polizei hat im vergangenen Jahr 77 Kilogramm kristallines Methamphetamin sichergestellt. dpa

Die Polizei hat im vergangenen Jahr 77 Kilogramm kristallines Methamphetamin sichergestellt.

BerlinDer Konsum der stark süchtig machenden Mode-Droge Crystal Meth ist in Deutschland im achten Jahr in Folge gestiegen. Das geht aus neuen Daten zur Drogenkriminalität hervor, die Bundesregierung und Bundeskriminalamt an diesem Donnerstag vorstellen und die der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) vorab vorlagen.

Demnach stellte die Polizei im vergangenen Jahr 77 Kilogramm (plus drei Prozent) kristallines Methamphetamin sicher. 2012 waren es 75 Kilogramm gewesen, damals 88 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. 2005, als die Droge in Deutschland noch weitgehend unbekannt war, fielen den Drogenfahndern gerade einmal sechs Kilogramm in die Hände. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei laut „Bild“ 3847 Fälle, in denen Crystal konfisziert wurde. Neun illegale Rauschgiftlabore zur Herstellung des Aufputschmittels seien ausgehoben worden.

Die größten Funde gab es 2013 dem Bericht zufolge in der Grenzregion zu Tschechien. Stark betroffen seien vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen.

Den vollständigen Bericht zur Rauschgiftkriminalität stellen die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Donnerstag in Berlin vor. Der „Spiegel“ hatte bereits berichtet, dass erstmals seit Jahren wieder etwas mehr Menschen an Drogen gestorben sind. Im vergangenen Jahr gab es demnach 1002 Drogentote. 2012 waren es 944 - ein Tiefststand seit 25 Jahren. Besonders riskant sind Vergiftungen durch die gleichzeitige Einnahme verschiedener Substanzen.

2012 waren der Polizei rund 19 600 Konsumenten harter Drogen erstmals aufgefallen. Bei der hochgefährlichen Droge Crystal waren rund 2600 Erstkonsumenten aufgefallen.

Vor besondere Schwierigkeiten im Kampf gegen Rauschgift stellt den Staat der Markt für synthetische Substanzen. Bei solchen Designerdrogen machen schon kleine Veränderungen an der molekularen Struktur aus einem verbotenen Stoff eine neue Substanz. Diese fällt dann oft nicht unter das gesetzliche Verbot.

Auch Crystal Meth ist eine synthetische Droge in kristalliner Form, die meist geschnupft wird. Das Methamphetamin macht schnell abhängig, tötet Nervenzellen ab und kann Psychosen und Hirnschäden verursachen, warnen Experten. Viele Abhängige leiden unter Verfolgungswahn, Gedächtnisstörungen und Angstzuständen.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.04.2014, 09:06 Uhr

Ende der Kuschel-Justiz!
Dealer und Produzenten sind vorsätzliche Mörder!
Härtere Strafen!

Account gelöscht!

17.04.2014, 09:58 Uhr

Das Problem ist nicht nur in der Herstellung und im Handel solcher Drogen zu sehen.

Das größte Problem ist die unglaubliche Blödheit solcher Menschen, die soetwas konsumieren.

Account gelöscht!

17.04.2014, 09:59 Uhr

@ Dipl.-Ing.

Soweit, so richtig. Andererseits, wer sich diesen Dreck reinzieht, weil ohne ihn die Party nicht "geil" genug ist, kann von vorne herein nicht richtig im Kopf sein. Ich habe wenig Mitleid mit Typen, die sich mit so einem Stoff die Gesundheit ruinieren und dann rumjammern. Ärgerlich ist nur, daß die Allgemeinheit die Kosten dafür tragen muß. Wäre das nicht der Fall, wäre es mir völlig egal, ob Junkies sich selber 6 Fuß unter die Erde bringen. Eigene Entscheidung, denn im Informationszeitalter gibt es keine Entschuldigung dafür, über die Wirkung dieser Gifte nicht bescheid zu wissen.
Übrigens gilt das analog auch für Nikotin und Alkohol. Es ist die eigene Entscheidung, seinem Körper diesen Dreck anzutun (welches Lebewesen außer Menschen zieht sich freiwillig Abgase in die Lunge!? Und Zwang zum Passivrauchen ist de facto Körperverletzung!), und Charakterschwäche, nicht mehr davon loszukommen.
Wer hin und wieder *sehr maßvoll* ein Gläschen Wein oder auch mal was Härteres trinkt (das tue ich auch) ist ein Genießer, denn seien wir ehrlich, ein guter Roter, ein feiner Single Malt oder ein echter Linje Aquavit ist was Feines.
Wer aber ohne Alkohol nicht (feiern) kann, sich regelmäßig "die Kante gibt" oder gar mit billigstem Fusel komasäuft, ist ein nur armer Wicht ohne Charakter und Selbstbeherrschung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×