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15.01.2015

12:10 Uhr

Mode für Prominente

Die Stil-Ikone der Fifth Avenue

Ob Sarah Jessica Parker oder Liza Minnelli – wenn es um ihren Kleiderschrank geht, wenden sich Stars oft an eine Frau: Betty Halbreich. Die fast 90-Jährige ist Stilberaterin in New York – und manchmal auch Therapeutin.

Bissig, radikal ehrlich und resolut: Stilberaterin Betty Halbreich. dpa

Bissig, radikal ehrlich und resolut: Stilberaterin Betty Halbreich.

New YorkEigentlich sei sie eine furchtbare Verkäuferin, sagt Betty Halbreich – „die einzige Verkaufsangestellte auf der ganzen Welt, die ihre Kunden vom Kaufen abhält“. Und das auch noch auf nicht besonders charmante Art und Weise. „Zieh es aus, das sieht aus wie das Pyjama-Oberteil von deinem Mann“, bekommt eine Kundin zu hören. „Das sieht schrecklich aus, das sehe ich sofort, weg damit“, eine andere. Und die Shopping-Tour einer dritten Kundin beendet Halbreich mit den Worten: „Du hast jetzt genug für heute.“

Die knapp 90 Jahre alte Halbreich ist bissig, ehrlich und resolut – und trotzdem seit fast 40 Jahren eine der erfolgreichsten Verkäuferinnen im New Yorker Luxuskaufhaus „Bergdorf Goodman“ an der noblen Fifth Avenue. Die zierliche Frau mit den kurzen weißen Haaren und der immer perfekt sitzenden Kleidung war eine der ersten Einkaufsberaterinnen überhaupt und gilt in New York inzwischen als Stil-Legende. „Girls“-Star Lena Dunham arbeitet gerade an einer TV-Serie über Halbreich.

Stars wie Sarah Jessica Parker, Meryl Streep oder Liza Minnelli und viele weitere gut betuchte Damen der New Yorker Society suchen Halbreichs Rat, wenn es um ihren Kleiderschrank geht. Aber die Stil-Expertin berät nicht jeden. „Wenn ich schon die erste Ehefrau als Kundin hatte, nehme ich nicht die zweite und auch nicht die Geliebte“, sagte sie einmal dem „New Yorker“.

Zehn Dinge, mit denen Frauen ihre Karriere riskieren

Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Während 49 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und 44 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 16 Prozent auf Prestige und 9 Prozent auf eine rasche Beförderung aus.

Keine Ellenbogenmentalität

Gerade in größeren Abteilungen müssen sich Mitarbeiter häufig gegen ihre Kollegen durchsetzen, um sich Gehör und Respekt beim Chef zu verschaffen. Doch gerade dieser interne Konkurrenzkampf gefällt vor allem Frauen nicht. Eine Umfrage von TNS Emnid und der Axa-Versicherung zeigt, dass über ein Drittel aller Frauen Angst vor dem Konkurrenzkampf mit Kollegen haben. Nur 15 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter sorgen sich darum.

Übersteigerter Teamgeist

Teamfähigkeit gilt als einer der wichtigsten Soft-Skills und gerade Frauen bevorzugen diese Form des Arbeitens. Ein Experiment an der Universität Lyon hat gezeigt, dass Männer vor allem dann Teamarbeit nutzen, wenn sie in dem geprüften Bereich nicht so leistungsfähig sind. Frauen arbeiten generell lieber im Team, unabhängig davon wie stark sie selbst auf dem jeweiligen Gebiet sind. Eine durchaus positive Fähigkeit, solange die eigene Leistung nicht vom Können des Teams überschattet wird.

Falsche Studienwahl

Die karriererelevanten Studienfächer sind nach wie vor Wirtschaftswissenschaften, Jura und Ingenieurswissenschaften. Während bei den Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010 immerhin 45 Prozent der deutschen Studierenden weiblich waren und bei Jura sogar über die Hälfte, sieht es im Bereich der Ingenieurswissenschaften weiterhin düster aus. Die Maschinenbaustudiengänge verzeichneten gerade einmal einen Frauenanteil von neun Prozent. Bei Elektrotechnik waren es sogar nur sechs Prozent.

Zu wenig Selbstbewusstsein

Frauen verkaufen sich häufig unter Wert und trauen sich selbst viel zu wenig zu. Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, dass Frauen sich selbst beschuldigen, wenn es um die Gründe für ihre schlechten Aufstiegschancen geht. 28 Prozent der befragten Damen sagen, ihnen fehlten die nötigen Fertigkeiten für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.  

Chefinnen unerwünscht

Nicht nur Männer wollen keine Frauen als Chef, sogar die weiblichen Arbeitnehmer sind von Frauen in Führungspositionen wenig überzeugt. Nur drei Prozent wollen eine Chefin. Neunmal so viele finden es besser einen Mann als Chef zu haben. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Forsa.    

Rivalität unter Frauen

Damit in Zusammenhang könnte das Phänomen der Stutenbissigkeit stehen. Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass Frauen zwar gut kooperieren können, aber nur so lange sie mit männlichen Kollegen zu tun haben. Sobald sie mit Frauen zusammenarbeiten sollen, ist es um den Teamgeist schlechter bestellt. Ein internationales Forscher Team setzte kürzlich sogar noch einen obendrauf. Sie fanden heraus, dass die Damen besonders schlecht miteinander können, wenn die jeweils andere bei den männlichen Kollegen gut ankommt. 

Über Geld spricht man nicht

Selbst Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 12.000 Akademikern zeigt die Unterschiede. Ein männlicher Abteilungsleiter verdient etwa 5000 Euro monatlich, sein weibliches Pendant gerademal 3800 Euro. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden sind und andere Faktoren wichtiger finden.

Familie oder Beruf? Familie!

Zugegeben, es ist nicht einfach Familie und Karriere miteinander in Einklang zu bringen. 72 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern halten dieses Unterfangen für schwierig. Und die Mütter sind es letztendlich auch, die in Sachen Karriere den Kürzeren ziehen. Dafür verantwortlich sind die traditionellen Vorstellungen von Familie, die sowohl Männer als auch Frauen immer noch mit sich herumtragen. Während 2010 nur etwa 5 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit arbeiteten, waren es über 68 Prozent der Mütter.  

Der fehlende Wille

Zu all diesen Karrierehemmnissen kommt ein zentraler Punkt hinzu. Viele Frauen wollen überhaupt nicht aufsteigen. Das Beratungsunternehmen Accenture fand heraus, dass nur jede fünfte Frau ihre Karriere überhaupt vorantreiben will. Ganze 70 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position im Unternehmen zufrieden.

Geboren wurde Halbreich, wie sie in ihren vor kurzem veröffentlichten Memoiren schreibt, als einziges Kind wohlhabender Eltern in Chicago. Mit ihrem Ehemann, einem reichen Kleidungsunternehmer, zog sie an die New Yorker Park Avenue und bekam zwei Kinder.

Auf einer Party lernte sie einen Designer kennen, begann für ihn zu arbeiten und landete schließlich beim Luxuskaufhaus „Bergdorf Goodman“, wo sie 1976 ihre eigene Abteilung bekam: „Betty Halbreich's Solutions“. „Die Jobs haben irgendwie immer mich gefunden, nicht ich sie.“

Von ihrem mit Orchideen geschmückten Büro im dritten Stock des Kaufhauses kann die Stil-Beraterin auf den Central Park und die Fifth Avenue schauen. Jeden Morgen noch bevor das Geschäft aufmacht, läuft Halbreich alle sieben Stockwerke ab und hält Ausschau nach neuen Kleidungsstücken. „Ich kenne den Laden wie meinen Handrücken.“

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