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21.01.2005

10:01 Uhr

Modemacher wird auf dem Ostfriedhof beigesetzt

Münchner nehmen Abschied von Moshammer

Die Münchner nehmen seit Freitagvormittag Abschied von dem ermordeten Modemacher Rudolph Moshammer. Der geschlossene Sarg ist in der evangelischen Lukaskirche in München aufgebahrt.

In einem geschlossenen Sarg wird Rudolph Mosmacher in der evangelischen Lukaskirche aufgebahrt. Foto: dpa

In einem geschlossenen Sarg wird Rudolph Mosmacher in der evangelischen Lukaskirche aufgebahrt. Foto: dpa

HB MÜNCHEN.Schon vor Öffnung der Kirchenportale um 9.00 Uhr warteten Dutzende von Bürgern vor dem Gotteshaus an der Isar. Der schwarze Mahagoni-Sarg war von einem weißen Blumenmeer bedeckt. An diesem Samstag soll Moshammer nach einem Trauergottesdienst auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt werden.

Moshammer wird in einem Mausoleum auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt. Die außergewöhnliche Ruhestätte wurde im Jahr 1898 zusammen mit den anderen Friedhofsgebäuden errichtet. Der tempelartige Grabbau mit der darunter liegenden rund 25 Quadratmeter großen Gruft sei zunächst durch den Hofschuhmachermeister von König Ludwig I belegt gewesen, sagte der Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, Herbert Huber. 1988 habe Moshammer das klassizistisch geprägte Mausoleum für 50 Jahre als letzte Ruhestätte für seine Mutter Else und sich erworben.

Seit Mitte der 30er Jahre sei das Mausoleum nicht belegt gewesen - bis Moshammer auf der Suche nach einer geeigneten Grabstätte darauf stieß. „Das Mausoleum hat Herrn Moshammer sehr gut gefallen.“ Besonders sympathisch sei ihm gewesen, dass es zuvor von einem Mann belegt worden war, der mit der Bekleidung eines König zu tun hatte. „Mode und Mode passt zusammen.“ Zuletzt habe Moshammer über eine Verlängerung nachgedacht. „Es hat Gespräche gegeben über weitere 30 oder 50 Jahre.“

Der Sarg mit Moshammers 1993 gestobener Mutter Else wird nun in einer Gruftnische untergebracht; Moshammers Sarg soll zunächst in der Mitte auf den Boden gestellt werden. Unklar sei, ob darüber noch ein Sarkophag, etwa aus Marmor errichtet werde. Über den Preis für die Belegung des Mausoleums schwieg sich Huber aus. Insider gehen aber von einem fünfstelligen Euro-Betrag für 50 Jahre aus.

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