Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2014

14:48 Uhr

Möbelhändler

Staatsschutz ermittelt wegen Hitler-Tasse

Es war nur ein Versehen – der Kaffeepott mit der Hitler-Briefmarke. Aber er kam ins Verkaufsregal. Nun ermittelt der Staatsschutz und das Haus der Geschichte meldet Interesse an der Tasse mit dem Hitler-Konterfei an.

In Hitlers Gesicht ragt der geschwungene Anfangsbuchstabe des Wortes Rose: Diese Tassen verkaufte das Möbelhaus Zurbrüggen. ap

In Hitlers Gesicht ragt der geschwungene Anfangsbuchstabe des Wortes Rose: Diese Tassen verkaufte das Möbelhaus Zurbrüggen.

BonnNach dem Verkauf von Kaffeetassen mit einem Hitler-Konterfei in vier Filialen eines großen Möbelhauses in Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Dabei gehe es um den Tatvorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

„Der Tatbestand ist objektiv erfüllt. Auf den Tassen ist ja ein Hakenkreuz und ein Hitler-Porträt zu sehen“, erklärt die Sprecherin der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Die Staatsschutz-Beamten müssen jetzt klären, wer die Tassen bestellt hat und wer hätte wissen können, was auf den Tassen zu sehen ist.

Abnehmer deutscher Möbel

Steigende Exporte

Deutsche Möbel sind im Ausland beliebt. Die meisten Nationen in den Top Ten haben von Januar bis Oktober 2011 sogar noch mehr als im Vorjahrszeitraum eingekauft. Die Zahlen hat der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) erhoben.

Platz 10

Auf Platz zehn kommen die USA. Über den großen Teich wurden von Januar bis Oktober 2011 deutsche Möbel im Wert von 224 Millionen Euro exportiert. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Platz 9

Polen hat in den ersten zehn Monaten 2011 Möbel im Wert von 242 Millionen Euro importiert (plus 20,1 Prozent) - Rang neun.

Platz 8

Spanische Kunden haben deutsche Möbel im Wert von 259 Millionen Euro gekauft. Das sind 10,4 Prozent mehr als von Januar bis Oktober 2010.

Platz 7

Der achte Rang geht an die Italiener, die in den ersten zehn Monaten 2011 für deutsche Möbel 260 Millionen Euro ausgegeben haben. Das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum beträgt 14,4 Prozent.

Platz 6

In den ersten zehn Monaten 2011 gingen Möbel im Wert von 421 Millionen Euro nach Belgien, 5,1 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Platz 5

Auch die Briten interessieren sich für deutsche Möbel, denn sie haben von Januar bis Oktober 2011 Waren im Wert von 430 Millionen Euro importiert. Im Vergleich zu den ersten zehn Monaten 2010 sind das drei Prozent mehr.

Platz 4

Unsere Nachbarn aus den Niederlanden haben bis Oktober im vergangenen Jahr Möbel aus deutscher Produktion für 666 Millionen Euro gekauft. 2010 waren es noch 0,4 Prozent mehr.

Platz 3

Nach Österreich gingen Möbel im Wert von 774 Millionen Euro. Im Vergleich zu den ersten zehn Monaten 2010 sind das sechs Prozent mehr.

Platz 2

Auch die Eidgenossen erfreuen sich an deutschen Möbeln. Die Schweizer kauften bis Oktober Waren im Wert von 835 Millionen Euro (plus 16,4 Prozent).

Platz 1

Unangefochten an der Spitze liegen aber die Franzosen. Sie haben von Januar bis Oktober 2011 deutsche Möbel im Wert von 1,165 Milliarden Euro importiert. Der Zuwachs zum vergleichbaren Zeitraum im Vorjahr beträgt 13,3 Prozent.

Nach Auskunft von Christian Zurbrüggen, Mitinhaber des gleichnamigen Möbelhauses aus Unna, sind bislang zwei Tassen in der Filiale in Oelde und sechs in Bielefeld zurückgegeben worden. 175 Tassen wurden verkauft. Das Möbelhaus hatte die Käufer aufgefordert, sie im Tausch gegen einen Gutschein zurückzugeben. Die nicht verkauften 4825 Exemplare wurden vernichtet.

Derweil sucht bereits das Haus der Geschichte in Bonn nach der von einem großen Möbelhaus angebotenen Kaffeetasse mit Hitler-Konterfei. Zunächst sei eine Anfrage an die Bielefelder Zeitung „Neue Westfälische“ gerichtet worden, die über den Fall berichtet habe, sagte Museumssprecher Peter Hoffmann am Freitag. „Wir beobachten die Medien und suchen nach Dingen der Zeitgeschichte.“

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.04.2014, 15:25 Uhr

Wenn der Staatschutz dafür Zeit und Geld hat - dann kann ich ja beruhigt schlafen. Im Westen nichts Neues.

Account gelöscht!

11.04.2014, 15:45 Uhr

Wer diesen Kaffeebecher bisher nicht zurückgebracht und mit EC-Karte bezahlt hat, dürfte demnächst um 6.00 Uhr morgens eine Hausdurchsuchung seitens der Polizei erhalten, wegen Verdacht auf Besitz verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

Deutschland ist doch schon eine Lachnummer im Ausland geworden.
Na ja, wenn ein Staatsoberhaupt auch öffentlich mitteilt, dass das Internet für uns alle Neuland sei, wer kann die Deutschen da noch ernst nehmen?

Account gelöscht!

11.04.2014, 18:32 Uhr

Also für mich ist das nicht ausreichend. Skandal!

Ich erwarte da mindestens noch einen Untersuchungsausschuß und einen runden Tisch gegen rechte Kaffeetassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×