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16.11.2016

11:19 Uhr

Mord-Prozess

Die Gewalt im Horror-Haus von Höxter

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen zweier Frauen im „Horror-Haus“ von Höxter will die Angeklagte Rede und Antwort stehen. Vieles, was die Ermittler zu wissen glauben, stammt von ihr.

Die 47-Jährige ist wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen und mehrfacher Körperverletzung angeklagt. Reuters

Angeklagte im Prozess um das „Horror-Haus“ von Höxter

Die 47-Jährige ist wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen und mehrfacher Körperverletzung angeklagt.

PaderbornNach den tödlichen Misshandlungen im „Horror-Haus“ von Höxter will die Angeklagte am Mittwoch vor dem Landgericht Paderborn aussagen. Angelika W., die gemeinsam mit ihrem Ex-Mann mehrere Frauen in das Haus in Ostwestfalen gelockt und brutal gequält haben soll, sei bereit, Fragen des Gerichts und der Staatsanwaltschaft zu beantworten, kündigte ihr Verteidiger an. Die 47-Jährige ist ebenso wie ihr ein Jahr jüngerer Ex-Mann Wilfried W. wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen und mehrfacher Körperverletzung angeklagt.

Über Jahre hinweg soll das geschiedene Paar mit Kontaktanzeigen Frauen in das Haus am Teutoburger Wald gelockt, ihr Vertrauen gewonnen und sie dann brutal misshandelt haben. Mit seelischer und körperlicher Gewalt sollen sie den Willen der Frauen systematisch gebrochen haben. Dazu ketteten sie ihre Opfer der Anklage zufolge stundenlang an, traten ihnen die Beine weg oder verbrühten sie mit heißem Wasser.

Mordprozess um Horror-Haus in Höxter

Wie grausam war es wirklich?

Mordprozess um Horror-Haus in Höxter: Wie grausam war es wirklich?

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Zwei Frauen aus den niedersächsischen Städten Uslar und Bad Gandersheim starben in Folge der Misshandlungen, eine weitere Frau aus Magdeburg entkam. Mit der Frau aus Uslar war der Angeklagte verheiratet ihre Leiche wurde nie gefunden. Aufgeflogen waren Angelika und Wilfried W. im Frühjahr 2016, als sie ihr letztes, schwer verletztes Opfer zurück nach Bad Gandersheim bringen wollten. Nach einer Autopanne starb die Frau im Krankenhaus und die Polizei wurde auf die beiden aufmerksam.

In den Vernehmungen bei der Polizei belastete Angelika W. sich selbst und ihren Ex-Mann schwer, wie ihr Anwalt Peter Wüller schilderte. Viele der Anklagevorwürfe gehen demnach auf ihre Aussagen zurück. „Aus meiner Sicht ist sie Täter und Opfer zugleich“, sagte Wüller der Deutschen Presse-Agentur. So sei sie zuvor jahrelang von Wilfried W. gequält worden, bis sie selbst andere Frauen unterwarf. Wilfried W. bestreitet nach Angaben seiner Anwälte, Triebfeder hinter den Misshandlungen gewesen zu sein.

Der Mordprozess um das Horrorhaus in Höxter - Eine Chronologie

1995

Das Amtsgericht Paderborn verurteilt den damals 25-jährigen Wilfried W. im August zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Der Grund: Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung. Wie die „Neue Westfälische“ damals berichtete, soll er seine damalige Ehefrau misshandelt und gequält haben – gemeinsam mit einer Komplizin.

1999

Der gebürtige Bochumer lernt die in Herford geborene, heute 47-jährige Beschuldigte Angelika B. kennen. Sie heiraten nach wenigen Wochen.

2011

Im Ortsteil Höxter-Bosseborn mietet das Paar einen Hof. Zuvor wohnten sie im 50 Kilometer entfernten Schlangen in Lippe.

Ende 2011 bis März 2012

Mehr als drei Monate lang soll eine heute 51-Jährige Frau aus Berlin in Höxter misshandelt und gefangen gehalten worden sein. Später wird sie von den Beschuldigten in einen Zug nach Hause gesetzt. Sie traut sich erst 2016, bei der Polizei auszusagen, als sie in Medienberichten das Haus wiedererkannt hat.

2013

Das Paar lässt sich scheiden. Über eine Zeitungsanzeige kommt eine 33-Jährige aus Niedersachsen nach Bosseborn. Bereits nach kurzer Zeit heiratet sie Wilfried W., der weiterhin mit seiner Ex-Frau in dem Haus wohnt. Gemeinsam sollen sie diese Frau, Annika W., gequält haben, wie aus den Aussagen der festgenommenen Komplizin hervorgeht.

1. August 2014

Die misshandelte Frau stirbt an ihren Verletzungen. Das Paar soll die Leiche in einer Tiefkühltruhe eingefroren, später zerstückelt und verbrannt haben. In der Folgezeit schicken die beiden immer wieder SMS-Nachrichten an die Mutter des Opfers. Die geht deshalb noch bis Ende April 2016 davon aus, dass ihre Tochter lebt.

Februar 2016

Die 41-jährige Susanne F. aus dem niedersächsischen Bad Gandersheim reagiert auf eine Zeitungsanzeige und kommt im März in das Haus. Über mehrere Wochen wird sie festgehalten und misshandelt.

21. April 2016

Mit der schwer verletzten Frau im Auto fährt das Pärchen in Richtung Bad Gandersheim. Eine Autopanne durchkreuzt den Plan. Sie entscheiden sich, einen Rettungswagen zu rufen. Das Opfer stirbt einen Tag später, die Ärzte schalten die Polizei ein.

27. April 2016

Der 46-jährige Tatverdächtige und seine Partnerin werden vorläufig festgenommen. Das Amtsgericht Höxter erlässt einen Tag später Haftbefehl wegen Totschlags.

3. Mai 2016

Polizei und Staatsanwaltschaft geben Details zu den bisher untersuchten Fällen bekannt. Die Beschuldigte hatte nach Aussage der Ermittler umfassend und glaubhaft über beide Todesfälle ausgesagt. Der 46-Jährige bestreitet jede Schuld. Die Polizei sucht nach weiteren Frauen, die in der Gewalt des Paares in Bosseborn gewesen sein könnten.

11. Mai 2016

Bei der Polizei haben sich mehrere Frauen gemeldet, die durch das Paar finanziell geschädigt worden sein sollen.

13. Mai 2016

Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen, dass die Ermittler auf dem Grundstück über 100 000 Euro und etwa 20 Mobiltelefone gefunden haben, die sowohl Opfern als auch Tätern zuzuordnen sind.

20. Mai 2016

Leichenspürhunde suchen an einer Landstraße nach Überresten des ersten Todesopfers Annika W. aus Niedersachsen – ohne Erfolg.

14

Die Polizeidirektion Göttingen überprüft Vorwürfe gegen eine Wache in Uslar. Die Beschuldigten sollen dort im Jahr 2012 mit einem Opfer vorstellig geworden sein. Diese Frau sollte vor Polizisten eine Erklärung unterschreiben, dass sie freiwillig in Höxter-Bosseborn war. Die Beamten ließen sich darauf nicht ein, auf ein Fehlverhalten gibt es keine Hinweise.

13. Juni 2016

In weiteren Fällen gibt es Vorwürfe wegen unterlassener Hilfeleistung. Zweimal sind Streifenbeamte 2014 in Höxter und Bad Salzuflen zufällig auf die Angeklagten und die später getötete Annika W. getroffen. Die Beamten unterhielten sich mit der Frau, schritten aber nicht ein. Laut Untersuchungsergebnis hatte Annika W. sie nicht um Hilfe gebeten.

7. Juli 2016

Die Spurensuche im Todes-Haus von Höxter ist abgeschlossen. Ein DNA-Abgleich bestätigt, dass sich beide Todesopfer in dem Gebäude aufgehalten haben.

21. September 2016

Die Staatsanwaltschaft Paderborn erhebt gegen Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. Anklage wegen Mordes durch Unterlassen.

26. Oktober 2016

Beginn des Mordprozesses gegen Wilfried W. und Angelika W..

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.11.2016, 17:32 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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16.11.2016, 17:37 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

Account gelöscht!

16.11.2016, 17:41 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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