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03.06.2017

15:26 Uhr

Mordfall Endingen

Polizei gelingt Durchbruch bei Ermittlungen

Ein Mord in Endingen, einer in Kufstein, und in beiden Fällen derselbe Täter. Lange hat die Polizei nach dem entscheidenden Hinweis gesucht – und ihn nun gefunden. Ein Verdächtiger ist festgenommen worden.

Mehr als 50 Polizisten sowie zahlreiche Helfer von Rettungsorganisationen suchten in den Weinbergen nach einer verschwunden 27-jährigen Joggerin. dpa

Mordfall in Endingen

Mehr als 50 Polizisten sowie zahlreiche Helfer von Rettungsorganisationen suchten in den Weinbergen nach einer verschwunden 27-jährigen Joggerin.

EndingenSieben Monate nach dem Mord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der 40-Jährige soll die 27-Jährige vergewaltigt und getötet haben, teilten die Ermittler am Samstag bei einer Pressekonferenz in Endingen mit. Zuvor soll er auch eine Studentin im österreichischen Kufstein missbraucht und umgebracht haben.

Nachdem vor sieben Monaten die Leiche der Joggerin entdeckt worden war, vermuteten die Ermittler schon bald einen Mehrfachtäter. Am Tatort wurden Körperspuren gesichert, die identisch sind mit jenen bei dem ungeklärten Sexualmord im rund 400 Kilometer entfernten Kufstein. In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und vermutlich mit einer Eisenstange erschlagen. Beide Taten ereigneten sich an einem Sonntag.

Die Ermittler der Sonderkommission „Erle“ hatten im April ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte. Dieser Mann soll Anfang November 2016 die 27-Jährige sowie im Januar 2014 in Kufstein die 20 Jahre alte französische Austauschstudentin aus Lyon ermordet haben.

Nach dem Mord in Österreich hatten die dortigen Ermittler bereits mit einem Phantombild nach dem Täter gesucht. Die deutsche Polizei hatte dieses Bild jedoch nicht für ihre öffentliche Fahndung verwendet, weil es schon älter und zu ungenau gewesen sei. Seit dem Mord in Endingen verfolgten die Ermittler mehr als 3300 Hinweise. Eine konkrete Spur zum Täter ergab sich zunächst nicht.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei gemeldet, dass sie ihre Sonderkommission in eine kleinere Ermittlungsgruppe umgewandelt hat. Nach zuletzt 20 Beamten arbeiteten jetzt noch zehn Polizisten an dem Fall. „Den Ermittlern ist es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen - allerdings besteht derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person“, hatte es in der Pressemitteilung vom Donnerstag geheißen. Kurz danach gelang die Festnahme.

Von

dpa

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