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16.01.2005

17:55 Uhr

Mordfall Moshammer

Spezialeinheit schlug um 22 Uhr zu

Letztendlich ging alles sehr schnell: Am Samstag gegen 18 Uhr ermittelte ein Polizeicomputer den Namen des Tatverdächtigen im Fall Moshammer. Vier Stunden später wurde ein 25 Jahre alter Mann als mutmaßlicher Mörder festgenommen.

HB MÜNCHEN. Als der Beschuldigte in seine Wohnung zurückkam, lag längst ein Spezialeinsatzkommando der Polizei auf der Lauer und griff zu. Gut drei Stunden später legte der Mann ein Geständnis ab. Die Polizei ist sehr stolz, dass sie nicht einmal 48 Stunden nach dem Mord an dem Münchner Modemacher den Täter gefasst hat. Er wurde durch einen DNA- Abgleich mit Tatortspuren identifiziert.

Zuvor hatte die „Sonderkommission Moshammer“ fieberhaft Tag und Nacht die 200 gesicherten Tatortspuren und die über 500 Hinweise aus der Bevölkerung ausgewertet. Eine DNA-Spur an dem Elektrokabel, mit dem Moshammer erdrosselt wurde, stimmte mit der DNA des Tatverdächtigen überein. Dessen DNA-Code war aus einem früheren Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung einer Frau in der DNA-Bank des Bundeskriminalamts gespeichert. Das Verfahren wurde im vergangenen Jahr mangels Beweises eingestellt, doch der Iraker hatte im Zuge der Ermittlungen freiwillig eine Speichelprobe abgegeben - deren Daten waren noch nicht wieder gelöscht.

„Wäre uns dieser Zufall nicht zugute gekommen, wäre die Aufklärung nicht so schnell erfolgt“, sagt Oberstaatsanwalt Peter Boie. Und die Ermittler nehmen dies zum Anlass, für einen Ausbau der rechtlichen Möglichkeit für DNA-Proben zu werben. „Die Zweifler müssen jetzt zurückstehen“, sagt der Chef der Sonderkommission, Harald Pickert. Auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte umgehend einen verstärkten Einsatz von DNA-Analysen.

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