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16.01.2005

16:40 Uhr

Mordfall Rudolph Moshammer

Selbstmitleid prägte mutmaßlichen Täter

Die Aussagen der Münchner Ermittler ergeben ein umfassendes Bild des 25 Jahre alten Mannes, der gestanden hat, Rudolph Moshammer in der Nacht zum Freitag erdrosselt zu haben.

HB MÜNCHEN. Der gebrochen Deutsche sprechende Iraker ist 2001 nach Deutschland gekommen, hat einen Asylantrag gestellt und besitzt eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Vor seiner Festnahme arbeitete er als Koch in einem gastronomischen Betrieb in München.

Nachdem das Sondereinsatzkommando den Mann am Samstagabend in seiner Wohnung in München-Harras gefasst hatte, sei seine Stimmung von „Selbstmitleid“ geprägt gewesen, berichteten die Ermittler. Er leide unter finanziellen Problemen und „klagt darüber, dass er sich in seinem Leben nichts leisten kann“ - während andere Menschen im Luxus lebten. Die Tat des Mannes weise alle Merkmale von „Heimtücke“ und „Habgier“ auf.

Der Geständige ist laut Polizei ein Automaten-Spieler, der „sämtliche Spielotheken in der Bahnhofsgegend abklappert“. Über eine mögliche Drogensucht hat die Polizei keine Erkenntnisse. Auch, ob er sich in der Stricherszene bewegt, ist unklar. „Er sagt, er ist kein Stricher“, betonten die Ermittler. „Aber wir wissen nicht, aus welchem Milieu er kommt.“

Der Mann ist nicht vorbestraft, allerdings wurde wegen „gefährlicher Körperverletzung“ und eines „Sexualdeliktes im heterosexuellen Bereich“ im Jahr 2004 gegen ihn ermittelt. In Zusammenhang mit diesem mittlerweile eingestellten Verfahren hatte er freiwillig eine Speichelprobe abgegeben, durch die er im Fall Moshammer überführt werden konnte.

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