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20.03.2012

22:36 Uhr

Mordserie

Das Phantom von Toulouse

Nach dem Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse haben die Behörden noch immer keine heiße Spur zum Täter. Die Umstände werden immer rätselhafter. Der Staatsanwalt spricht von einer "kaltblütigen Tat".

Frankreich trauert um die Opfer der Anschlagsserie. dpa

Frankreich trauert um die Opfer der Anschlagsserie.

ToulouseAlle sieben Opfer des Serientäters in der Region Toulouse sind nach Angaben von Staatsanwalt François Molins aus nächster Nähe mit Kopfschüssen getötet worden. Er habe aus so kurzer Entfernung geschossen, dass die Opfer Verbrennungen an der Haut hätten, erklärte er am Dienstag. Hunderte Polizisten sind an der Fahndung nach dem Täter beteiligt. Alle drei Angriffe seien von einem Mann mit einem Motorrad durchgeführt worden, der einen Helm trage und einen .45er Colt benutze, sagte Molins in Paris.

Trauer um die Opfer von Toulouse

Video: Trauer um die Opfer von Toulouse

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Darüber hinaus gehende Hinweise auf die Identität des Täters seien aber spärlich, sagte er. „Wir sehen uns einem Individuum gegenüber, das in seinen Taten extrem entschlossen ist, einem bewaffneten Individuum, das immer nach derselben Vorgehensweise handelt“, sagte der Staatsanwalt. „Kaltblütig“. Aufgrund der Auswahl seiner Opfer schienen die Taten vorsätzlich begangen worden zu sein, sagte Molins. Alle vier an der Schule getöteten Personen hatten sowohl die französische als auch die israelische Staatsbürgerschaft.Die angegriffenen Fallschirmjäger stammten aus Nordafrika oder der französischen Karibik. Der Täter habe bislang alle vier Tage zugeschlagen, sagte Molins.

Allerdings machte er keine Angaben darüber, welche Vorsichtsmaßnahmen für Freitag geplant sind, dem vierten Tag nach dem Angriff auf die jüdische Schule am Montag. Hunderte zusätzliche Polizisten sollen am Mittwoch die Beerdigung der drei Fallschirmjäger absichern.

Auch Präsident Nicolas Sarkozy hat sich angekündigt. Über 200 spezialisierte Ermittler seien auf den Fall angesetzt und „kein Hinweis wird verworfen oder vernachlässigt“, versprach Molins.

Tiefe Trauer herrschte am Dienstag bei einer Gedenkveranstaltung an der jüdischen Schule in Toulouse. Auch im übrigen Frankreich gedachten Schüler und Lehrer mit einer Schweigeminute der Opfer. Staatspräsident Sarkozy versprach beim Besuch einer Schule in Paris, der Täter werde ausfindig gemacht. Zuvor hatte er für die Region um Toulouse die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

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Die Umstände der Bluttat vor einer jüdischen Schule in Toulouse werden immer rätselhafter. Die Fahndung läuft auf Hochtouren, die Franzosen gedenken der Opfer. Der Täter hat offenbar alles gefilmt.

Innenminister Claude Guéant räumte ein, die Behörden seien noch nicht kurz vor einer Verhaftung. Zum mutmaßlichen Profil des Verdächtigen sagte er, es handle sich um jemanden, der „sehr kalt und sehr entschlossen“ sei, der große Kontrolle über seine Bewegungen habe und sehr grausam sei. Während der Schüsse in Toulouse habe er offenbar eine Art Kamera um den Hals getragen und seinen Angriff möglicherweise gefilmt. Die Behörden durchsuchten deshalb das Internet nach einem entsprechenden Video. Bisher seien jedoch keine Spuren entdeckt worden, hieß es.

Ins Zentrum der Ermittlungen rückten am Dienstag drei Fallschirmjäger, die 2008 wegen Verdachts auf rechtsextreme Gesinnung aus ihrem Regiment in der Nähe von Toulouse entlassen wurden, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Täter war bei dem Angriff am Montag offenbar sehr erfahren mit den großkalibrigen Waffen umgegangen. Dies legte den Verdacht nahe, dass er militärisch ausgebildet wurde.

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