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29.12.2015

09:09 Uhr

Motörhead-Frontmann

Heavy-Metal-Legende Lemmy Kilmister gestorben

Trotz - oder wegen? - Drogen, Alkohol und endlosen Frauengeschichten schien Motörheads Frontmann mit dem Piratenbart unverwüstlich. Nach einem exzessiven Rock'n'Roll-Leben stirbt Lemmy Kilmister im Alter von 70 Jahren.

Lemmy Kilmister, Bassist und Frontmann der Heavy Metal-Band Motörhead, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. AFP

Lemmy Kilmister

Lemmy Kilmister, Bassist und Frontmann der Heavy Metal-Band Motörhead, ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

London40 Jahre lang machte Lemmy Kilmister seinem Image als ausschweifende Metal-Legende alle Ehre: Drogen, Alkohol, Frauen - nichts ließ er aus. Doch dann wurde Diabetes diagnostiziert, er bekam einen Defibrillator gegen Herzprobleme eingesetzt, und schließlich setzte ihm sogar die Höhenluft bei manchen Konzerten zu: Mit einem simplen „I can't do it“ brach Kilmister 2015 eine Reihe von Auftritten in den USA ab - obwohl er schon seinen Zigarettenkonsum auf mickrige zwei Stängel pro Tag zurückgefahren hatte, von seinem Markenzeichen - einer Flasche Whiskey täglich - auf Wodka umgestiegen war und regelmäßig auf seinem Heimfahrrad radelte.

„Ich war immer gesund, abgesehen von Drogen und Alkohol“, scherzte er gerne. Wie seine Band am frühen Dienstagmorgen mitteilte, starb Lemmy Kilmister nun im Alter von 70 Jahren an einem Krebsleiden, von dem er erst am 26. Dezember erfahren hatte. Der Motörhead-Frontmann hinterlässt zwei Söhne.

Ian Fraser Kilmister - wie Lemmy wirklich hieß - wurde am Heiligabend 1945 geboren und machte sich schon als Teenager einen Namen als Frauenheld: Er schleppte eine Gitarre mit in die Schule, um die Mädchen zu beeindrucken - und es wirkte. Obwohl er damals noch nicht mal spielen konnte.

Im Interview mit der „B.Z.“ räumte er allerdings mit dem Gerücht auf, dass er angeblich mit 2000 Frauen geschlafen habe. Tatsächlich waren es nur 1000. „Und wenn du die auf all die Jahre umrechnest, ist das auch nicht mehr als eine pro Woche. Also keine absurde Zahl“, sagte Lemmy.

Die Frau fürs Leben fand der zynische Pfarrerssohn aus Stoke-on-Trent nie - vielleicht nicht ganz verwunderlich: „Ich glaube, Liebe ist Verliebtheit, die zur Gewohnheit wird, weil die Leidenschaft nicht anhält“, sagte er einst der britischen Zeitung „Observer“. „Man gewöhnt sich an Menschen, und das finde ich tödlich - ich mag überrascht werden.“

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