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29.10.2012

21:45 Uhr

MS Deutschland

Traumschiff-Kapitän entlassen

Um seinen Job haben Andreas Jungblut wohl einige beneidet: Der 59-Jährige war jahrelang der Kapitän des Traumschiffs - der MS Deutschland. Nun wurde er von seiner Reederei entlassen - wegen wiederholtem Vertrauensbruch.

"Traumschiff"-Filmkapitän Siegfried Rauch (links) und der bisherige Kapitän der MS Deutschland, Andreas Jungblut. picture-alliance/ dpadpa/ picture alliance

"Traumschiff"-Filmkapitän Siegfried Rauch (links) und der bisherige Kapitän der MS Deutschland, Andreas Jungblut.

MünchenDer langjährige Kapitän des Kreuzfahrtschiffs MS "Deutschland", bekannt als Traumschiff aus der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie, ist fristlos entlassen worden. Die Reederei Deilmann teilte am Montagabend in München mit, Grund für die Trennung von Andreas Jungblut seien "wiederholte Fälle von illoyalem Verhalten und Vertrauensbruch". Neuer Kapitän werde Elmar Mühlebach, der das Schiff künftig im Wechsel mit Kapitän Andreas Greulich fahren werde.

Reedereigeschäftsführer Konstantin Bissias sprach von "erneuten Vertrauensbrüchen" in den vergangenen Tagen. Hintergrund sind offenbar Äußerungen Jungbluts am Wochenende gegenüber der "Bild"-Zeitung, mit denen er Gerüchte über den Verkauf des Schiffes angeheizt hatte. Jungblut hatte während der Olympischen Spiele, als das ZDF-„Traumschiff“ als Unterkunft für Olympia-Besucher und Prominente in London vor Anker lag, öffentlich gegen Pläne protestiert, die „Deutschland“ auszuflaggen. Das Schiff sollte aus Kostengründen nach dem Willen der Reederei unter der Flagge Maltas fahren. Die Reederei lenkte angesichts des öffentlichen Drucks ein.

Reederei-Sprecherin Cornelia Kneissl bezeichnete diesen Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur dapd als unzutreffend. Als oberster Vertreter des Schiffes könne der Kapitän seine Ängste und Sorgen zwar gerne intern äußern. Jedoch seien immer wieder Informationen an die Presse gelangt. "Das kann nicht sein, bei keinem Arbeitgeber", stellte die Sprecherin klar.

Bereits im vergangenen Juli hatte es zwischen der Reederei und Jungblut Meinungsverschiedenheiten gegeben, als dieser gegen damalige Pläne seines Arbeitgebers wandte, dass Schiff künftig unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Kneissl wies darauf hin, dass die Entlassung nichts mit der Beflaggung zu tun habe, sondern ausschließlich mit "wiederholten Indiskretionen".

Die geplante Ausflaggung war im Sommer auf heftige Kritik gestoßen, auch aufseiten der Bundesregierung. Schließlich sah die Reederei von dem Flaggenwechsel ab und begründete dies mit dem "großen Interesse an der Flagge unseres Traumschiffes". Die aus der ZDF-Reihe "Traumschiff" bekannte MS "Deutschland" ist das einzige Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Hans_Meier

29.10.2012, 22:22 Uhr

Wer sucht, der findet.

Der Finanzinvestor hat das Schiff übernommen. Deutsche Sportler erhalten Rechnungen, die Gründer müssen von Bord gehen, der Kapitän macht seinen Job plötzlich nicht mehr gut, für neue Mitarbarter gilt kein deutsches Arbeitsrecht mehr....

Viel Spass auf so einem Schiff, oder feiert man doch besser in der Villa des aurelius chefs am Starnberger See.....

moai

30.10.2012, 14:33 Uhr

Geld regiert die Welt und die Reederei Deilmann ...

Schade um das Schiff, dass bisher als Botschafter von Deutschland auf allen Weltmeeren unterwegs war. Ich denke es ist an der Zeit der Reederei bzw. dem neuen Finanzinvestor Aurelius den Namen MS Deutschland zu entziehen, da er nicht mehr "sein Land" vertritt.

Danke an Kapitän Andreas Jungblut, dass er sein Bestes gegeben hat, um "sein Schiff" und damit "den Botschafter" zu retten. Es gibt nur wenige Menschen, die noch den aufrechten Gang kennen und sich nicht verbiegen lassen.

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