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24.01.2010

17:03 Uhr

Münchner Flughafen

Fehlalarm führte zu Terminal-Räumung

Die Räumung eines Teils des Münchner Flughafens war offenbar völlig unnötig. Ein Fehlalarm, sagten zuständige Politiker. Der vermeintliche Bombenleger trägt keine Schuld und bemerkte nicht einmal, dass er die Ursache der Räumungsaktion war.

Fehlalarm: Polizisten patroullieren nach der Sperrung des Münchener Flughafens. APN

Fehlalarm: Polizisten patroullieren nach der Sperrung des Münchener Flughafens.

HB MÜNCHEN. Viel Wirbel um nichts: Nach der Sicherheitspanne auf dem Münchner Flughafen hat sich der zunächst verdächtige Passagier endgültig als harmlos herausgestellt. Der Mann flüchtete nicht von der Kontrollstelle und wurde noch am selben Abend gemeinsam mit anderen Fluggästen nach der Räumung des Abflugbereiches erneut kontrolliert, wie die Regierung von Oberbayern am Wochenende mitteilte. Das ergab die Auswertung von Videoaufnahmen.

Demnach war der Geschäftsmann wie Hunderte andere Passagiere von der Evakuierung betroffen und wurde um 21.07 Uhr erneut kontrolliert. Die Videobilder belegen der Mitteilung zufolge, dass der Passagier nach dem Verlassen der ersten Kontrolle sich ohne Eile in einem Duty-Free-Shop im Sicherheitsbereich aufhielt. So wie andere Passagiere wartete er dann bis zur Wiedereröffnung der Abfertigung.

"Er ging brav raus, dann wieder brav rein", sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann der "Süddeutschen Zeitung". Die Bänder zeigten, dass der Mann überhaupt nicht gemerkt habe, "dass er ein Problem produziert hat", wird der CSU-Politiker zitiert. Selbst wenn man seine Identität noch feststellen könne, würde man seinen Namen nicht publizieren - schon aus Persönlichkeitsschutz. "Der Mann hat keine Schuld", betonte Herrmann.

Ähnlich äußerte sich Regierungspräsident Christoph Hillenbrand: "Nach allem, was wir bis jetzt wissen, handelt es sich um einen Fehlalarm." Offenbar habe er dann Mann nicht mal gewusst, dass er selbst am Nachmittag mit seinem vorzeitigen Verlassen des Kontrollbereichs die Großaktion ausgelöst habe.

Zugleich versicherte Hillenbrand, dass der Vorfall weiter konsequent mit allen Beteiligten aufgearbeitet werde: "Jedes Detail des Ablaufs werden wir gemeinsam intensiv auf Verbesserungsmöglichkeiten prüfen." Herrmann kündigte an, dass die Entscheidungswege verkürzt werden müssten. Nach dem Alarm waren in München noch 40 Maschinen abgehoben. "Das muss im Notfall schneller gehen", sagte der Innenminister.

Kommentare (2)

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18-formatic

24.01.2010, 20:49 Uhr

Nicht glaubhaft.
Das kann man später behaupten,weil ein normaler bürger das gar nicht übeprüfen kann.
Trotzdem peinlich für diesen Vorfall,in Verbindung für die Sicherheitskräfte.

Hans Muecke

24.01.2010, 21:22 Uhr

ich zitiere mal ... "Die bänder zeigten, dass der Mann überhaupt nicht gemerkt habe, "dass er ein Problem produziert hat", wird der CSU-Politiker zitiert."

Unverschämt dass "der CSU-Politiker" diesen Vorwurf macht. immer nach mehr Überwachung, Kontrolle und Technik verlangen ist natürlich einfacher, als zu aller Erst mal den eigen Saftladen auf Vordermann zu bringen.

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