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23.10.2014

09:40 Uhr

Musiker auf Abwegen

Die seltsamen Auftritte des Xavier Naidoo

VonNadine Gewehr

Der Sänger Xavier Naidoo stellt sich mit Verschwörungstheoretikern und Verfassungsfeinden auf die Bühne. Das ist zu viel für seine Unterstützer aus Mannheim. Doch andere stellen sich hinter ihn. Die Debatte geht weiter.

Er hat sich selbst ins Abseits manövriert: Der Popsänger Xavier Naidoo kommt mit seinen staatsoppositionellen Äußerungen nur bei Populisten gut an. dpa

Er hat sich selbst ins Abseits manövriert: Der Popsänger Xavier Naidoo kommt mit seinen staatsoppositionellen Äußerungen nur bei Populisten gut an.

DüsseldorfIst ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen? Politiker aus Mannheim sind gerade nicht so gut zu sprechen auf den wohl berühmtesten Sohn der Stadt: Xavier Naidoo. Kollegen wie der Rapper Kool Savas stellen sich dagegen hinter ihn und sprechen von einer "Hexenjagd". Naidoo wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bekannt, weil die deutschen Kicker einen seiner Songs liebten: "Dieser Weg wird kein leichter sein."

Was ist passiert? Stein des Anstoßes sind Äußerungen, die der Musiker bereits Anfang Oktober in Berlin machte. Politiker gehen deshalb auf Distanz, Geschäftspartner setzen die Zusammenarbeit aus. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Sänger durch krude Ansichten von sich Reden macht. Diesmal ist es nur besonders auffällig.

In kurzer Hose und hellblauem Hemd steht Naidoo am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vor dem Berliner Reichstag. Er spricht zu den Reichsbürgern, einer Gruppe von Verschwörungstheoretikern, die glauben, das Deutsche Reich bestehe in seinen Grenzen von 1937 fort – regiert von einer Art Exilregierung. Die Bundesrepublik Deutschland halten sie für nicht existent, sie erkennen deshalb auch ihre Gesetze und erst recht ihre Verfassung nicht an.

Prominente und ihre Skandale

Stars und ihre öffentlichen Entgleisungen

Wer permanent in der Öffentlichkeit steht, läuft schnell Gefahr, sich einen Fehltritt zu erlauben. Ein Überblick über die größten Faux-Pas der Stars.

Bushido

Er beleidigt seine Mitmenschen, prügelt sich, äußert sich abfällig über Frauen und Homosexuelle und spricht Israel öffentlich das Existenzrecht ab. Er hat Lieder abgekupfert und soll Verbindungen zum organisierten Verbrechen haben. Der Berliner Rapper Bushido kennt sich aus mit Skandalen. Kontroverse Diskussionen um eine Person werden in aller Öffentlichkeit Seine Eskapaden bringen ihn nicht nur regelmäßig vor Gericht, sie verhelfen ihm offenbar auch zum Erfolg: Seine drei letzten Alben lagen wochenlang auf Platz 1 der deutschen Album-Charts.

Justin Bieber

Als kleiner, süßer Jungstar hat Justin Bieber seine Karriere begonnen. Aber das Kind ist mittlerweile erwachsen geworden – doch mit voranschreitender Adoleszenz kamen auch die Negativ-Schlagzeilen. Er soll betrunken Autorennen gefahren sein, seine Freizeit in Bordellen verbringen und verbotenerweise Graffitis sprühen. Seine brasilianischen Fans hat er 2013 verärgert, als er mitten im Konzert einfach die Bühne verließ – und nicht wieder auftauchte. Sein letztes Album hat Bieber 2012 veröffentlicht. Mal sehen, ob er nach all seinen Eskapaden noch lange die Konzerthallen dieser Welt mit kreischenden Teenies füllen kann.

Liam Gallagher

Arrogantes Gehabe, tägliche Streitereien mit seinem Bruder Noel, Pöbeleien gegen andere Bands, abgebrochene Konzerte und Tourneen, Alkohol- und Drogeneskapaden. Irgendwann war’s genug. Oasis, die Band des Sängers, zerbrach. Es gibt zwar einen musikalischen Nachfolger, aber an die Erfolge an die wohl erfolgreichste Britpop-Band kann Beady Eye nicht anknüpfen.

Chris Brown

Die Bilder der grün und blau geprügelten Rihanna gingen 2009 um die Welt. Verantwortlich für die Schürfwunden und blauen Flecken: Rapper Chris Brown. Nach der Tat wurde Brown zu einer Bewährungsstrafe, Sozialstunden und einem Anti-Aggressionstraining verdonnert. Brown zog sich für einige Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Seine Musikerkarriere läuft trotz der Vorstrafe blendend: Brown letzte Alben „F.A.M.E“ (2011) und „Fortune (2012) waren wochenlang die Nummer 1 in den US-Charts.

Evgeny Nikitin

Auch die Opern-Szene hat ihre Skandale: Evgeny Nikitin sollte bei den Bayreuther Festspielen 2012 die Hauptrolle im „Fliegenden Holländer“ übernehmen. Doch ein Foto, das ihn mit nacktem Oberkörper zeigte, machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Tattoo auf Nikitins Brust hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Hakenkreuz. So wurde aus dem Bayreuther Karriere-Sprungbrett ein PR-Desaster.

Miley Cyrus

Auch Miley Cyrus hat wie Justin Bieber mal klein, unschuldig und süß angefangen. Aber Hannah Montana ist groß geworden – und offenbar sexuell hyperaktiv. Bei den Music Video Awards räkelte sie sich im hautengen und hautfarbenen Hauch von Nichts vor US-Sänger Robin Thicke – mit ihem Po an seinem Schritt. Sie veröffentlichte Fotos von sich in eindeutigen Posen und fasste sich auf der Bühne so beherzt in den Schritt, dass sie fortan den Spitznamen „Geili Miley“ trägt. Trotzdem – oder gerade wegen? – dieser Skandale verkauft Miley Cyrus Millionen CDs weltweit.

James Blunt

Auch James Blunt hatte schon einen Skandal? Schwiegermamas Liebling mit der weichen Stimme und den schmusigen Songs? Oh ja! 2011 postete der Brite ein Foto von sich bei Facebook. Der Sänger stand vor einem Rohbau und schrieb: „Err... das ist mein Hotel in Polen.“ Er fand es wohl lustig – viele Polen nicht. Die Kritik scheint der Beliebtheit des Sängers allerdings keinen Abbruch getan zu haben.

Hinter der Bewegung stecken laut Experten unter anderem auch rechtsextreme Gruppierungen. Der Verfassungsschutz beobachtet die Aktivitäten der Bewegung in verschiedenen Ländern, etwa in Brandenburg. „Ich möchte, dass wir irgendwie Ordnung schaffen in diesem Land“, spricht Xavier Naidoo ins Mikrofon.

Lauten Applaus bekommt er zu seiner Theorie über Terroranschlägen des 11. September: Dieser sei ein Warnschuss gegen die Allmacht der USA gewesen. „Wer das als Wahrheit hingenommen hat, was darüber erzählt wurde, der hat den Schleier vor den Augen – ganz einfach.“ Er habe in Mannheim, durch die Nähe zu den dortigen US-Basen immer wieder unmittelbar vor Augen gehabt, wie sehr die US-Amerikaner Deutschland kontrollierten.

Dem Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) gefällt das alles nicht: „Was ich mir wünsche ist, dass er diese Linie der Infragestellung unserer Staatlichkeit nicht weiter verfolgt“, sagt Kurz über den Sänger. „Das sehe ich aber im Moment nicht, dass er davon Abstand nimmt.“

Kommentare (18)

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Herr Peter Klose

23.10.2014, 11:36 Uhr

DAS GOLDENE (Handels)BLATT
Gibt es das jetzt öfters, so bunte Geschichten von unseren Stars und Promis?
Die Aufregung über Naidoo scheint mir aber doch etwas übertrieben, selbst Wolfgang Schäuble hat doch schon erklärt, daß Deutschland immer noch ein besetztes Land ist. Immerhin fast 100.000 US-soldaten sind ja immer noch hier in Deutschland stationiert, im Gegensatz bspw. zu den Russen, die ja schon vor 20 Jahren komplett und bedingungslos abgezogen sind. Aber damit outet man sich ja schon wieder als Putin-Versteher...

Herr Max Nolte

23.10.2014, 12:12 Uhr

Querdenker keine erlaubt hm? Ich bin über diesen Artikel sehr enttäuscht liebes Handelsblatt...anstatt, wie es eigentlich von einer Zeitung euren Fomats erwartet wird (aber keiner wirklich macht), dass ihr objektiv an eine Sache rangeht, lasst ihr euch wieder einmal steuern. Schade, denn ohne solche Querdenker stünden wir niemals da wo wir heute stehen oder hat es nie Veränderungen gegeben. Also warum setzt ihr euch mit seinen Äußerungen nicht mal objektiv außeinander anstatt auf die Schissbuchsen einzugehen, die auf einmal nix mehr mit Naidoo zu tun haben wollen? Die Eier muss jemand erst einmal in der Hose haben sich so öffentlich zu äußern! Die Demokratie hierzulande lässt -entgegen ihrer Aussage im Artikel- keineswegs mit Kritik außeinander sondern macht die Kritiker mundtot und schiebt sie -weil es so schön einfach ist- in die rechte Ecke. Ihr kritisiert die nicht vorhandene Meinungsfreiheit in anderen Ländern aber seit selber das Diktat der USA und der EU, welche in keinster Weise das Denken der Bürger hierzulande widerspiegeln...schade, wirklich schade...

Herr Informierter Bürger

23.10.2014, 12:25 Uhr

Ja Herr Klose, ich gebe Ihnen Recht. Was nun vom HB noch dazu kommt, dass die Menschen bei den Montagsdemos als Antisemiten im Artikel bezeichnet werden. Ich empfehle einfach bei YouTube unter Montagsdemo Berlin, sich die Reden anzuhören und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Was die Systemjournalisten und die herrschenden Eliten anscheinend nicht mitbekommen, die informative Revolution findet im Internet statt. Diese Revolution wird sich in den Köpfen der Menschen manifestieren, weil immer mehr Bürger aufwachen und das System hinterfragen.

Noch zu den Grünen, diese Verbots- und Betroffenheitspartei wird der FDP folgen, da diese Partei eine rassistische und diskriminierende Politik gegen die eignen Bürger betreibt.

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