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15.12.2014

11:09 Uhr

Mutmaßlicher Hoeneß-Erpresser

„Mister X“ legt Geständnis ab

Seit heute muss sich der Mann vor Gericht verantworten, der Geld vom inhaftierten Ex-Bayern-Chef erpressen wollte. Er hatte gedroht, Uli Hoeneß die Zeit der Haft zur Qual zu machen. Nun droht ihm selbst Gefängnis.

Geständnis abgelegt

Im Fall Hoeneß: Thomas S. gesteht Erpressung

Geständnis abgelegt: Im Fall Hoeneß: Thomas S. gesteht Erpressung

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MünchenDer mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß hat vor dem Landgericht München II ein umfassendes Geständnis abgelegt. „Ich befand mich damals in einer absolut verzweifelten Situation“, gab der 51-Jährige in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung am Montag an. Die Übernahme eines Lotto-Geschäftes habe ihn und seine Freundin finanziell ruiniert.

„Die Schulden häuften sich, es kam zu Pfändungen bei meiner Lebensgefährtin.“ Der an Diabetes erkrankte Mann habe sich die Krankenversicherung nicht mehr leisten können. Der 51-Jährige hat nach eigenen Angaben im Mai dieses Jahres einen mit „Mister X“ unterzeichneten Drohbrief an den Ex-Präsidenten des FC Bayern München geschrieben und darin 215.000 Euro gefordert.

Der vorbestrafte Mann war einst nach eigenen Angaben wegen Betrugs in Höhe von 220.000 D-Mark zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Als er von dem Urteil gegen Hoeneß erfuhr, erschienen ihm die drei Jahre und sechs Monate wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe im Vergleich zu seiner eigenen Haftstrafe „ungeheuer“, wie er sagte.

„Die Idee kam spontan, ausgelöst durch meine völlig desolate Lage“, hieß es in der Erklärung. Er habe gar nicht ernsthaft damit gerechnet, die Summe auch wirklich zu bekommen. „Es war wie die Abgabe eines Lottoscheins“, sagte der Angeklagte auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters.

Den Ermittlungen zufolge drohte er dem Ex-Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München mit schwerwiegenden Konsequenzen in dessen Haft. „Ich habe gute Kontakte in alle bayerischen Gefängnisse“, schrieb der mutmaßliche Erpresser nach Medieninformationen.

Hoeneß werde im Gefängnis keine angenehme Zeit verbringen, hatte der Mann gedroht. „Ihre Haftzeit wird kein Zuckerschlecken“, soll wörtlich in dem Brief gestanden haben. Auch die Familie von Hoeneß soll von dem Ex-Häftling bedroht worden sein.

Hoeneß schaltete die Polizei ein, nachdem der Brief in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee eingegangen war. Bei der fingierten Geldübergabe in München wurde der mutmaßliche Erpresser gefasst. „Bayerns dümmster Erpresser“ titelte damals die „Abendzeitung“, weil der Ganove bei der Aktion vom Rad fiel.

Der Mann kam wegen versuchter Erpressung in Untersuchungshaft, im Juli wurde Anklage erhoben. Hoeneß, der in Landsberg am Lech im Gefängnis sitzt, ist nach Gerichtsangaben zwar als Zeuge geladen, eine Sprecherin ging aber nicht davon aus, dass er nach dem umfassenden Geständnis des Angeklagten noch aussagen muss.

Von

dpa

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