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18.11.2014

14:26 Uhr

Mutmaßlicher Hoeneß-Erpresser

Prozess startet im Dezember

Der Gerichtstermin steht fest, der mutmaßliche Erpresser von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß muss sich ab dem 15. Dezember vor Gericht verantworten. Hoeneß wird wohl nicht als Zeuge gehört werden.

Uli Hoeneß sitzt derzeit wegen Steuerhinterziehung in Landsberg am Lech im Gefängnis. dpa

Uli Hoeneß sitzt derzeit wegen Steuerhinterziehung in Landsberg am Lech im Gefängnis.

MünchenDer mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß muss sich noch vor Weihnachten vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt am 15. Dezember in München und ist auf drei Tage angesetzt, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz am Dienstag.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Hoeneß, der derzeit wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe in Landsberg am Lech im Gefängnis sitzt, werde nicht als Zeuge vor Gericht erscheinen.

Der Fall Hoeneß

Worum geht es?

Uli Hoeneß unterhielt ab 2001 bei der Schweizer Bank Vontobel ein Konto. Mit dem Geld spekulierte er an der Börse. Er hat dem deutschen Staat dabei Steuern aus den Erträgen vorenthalten.

Quelle: SID

Warum steht Hoeneß vor Gericht?

Hoeneß hat Steuern hinterzogen. Das hat er durch die Einreichung einer Selbstanzeige am 17. Januar zugegeben. Eine korrekt eingereichte Selbstanzeige wirkt strafbefreiend, aber: Die Staatsanwaltschaft hält die Selbstanzeige von Hoeneß für unwirksam. Das bedeutet: Es bestünde keine Straffreiheit.

Wie viel Steuern hat Hoeneß hinterzogen?

Die zum Prozessauftakt veröffentlichte Anklageschrift wirft Uli Hoeneß Steuerhinterziehung von insgesamt 3,5 Millionen Euro seit 2004 vor. Die Steuerschuld könnte höher ausfallen, da Hoeneß laut Anklage zu Unrecht Verluste geltend gemacht hat.

Warum ist die Höhe der Steuerschuld relevant?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2008 festgelegt, dass ab einem Steuerschaden von einer Million Euro in der Regel eine Haftstrafe ohne Bewährung folgen muss. In der Realität hat sich das noch nicht durchgesetzt.

Muss Hoeneß persönlich erscheinen?

Ja. Er hat eine Erscheinungspflicht an allen Verhandlungstagen.

Wo wird verhandelt?

Im Saal 134 des Justizpalastes in der Prielmayr Straße 7 in München, das Gebäude befindet sich am Karlsplatz (Stachus). Es verhandelt die 5. Strafkammer des Landgerichts München II.

Wer ist der Richter?

Der Vorsitzende Richter heißt Rupert Heindl (47). Er wird in den Medien wahlweise als "harter Hund" oder "Richter Gnadenlos" bezeichnet. Heindl hat zwei Schöffen neben sich sitzen.

Wer ist der Staatsanwalt?

Achim von Engel (39), ehemaliger Amtsrichter, Spezialist auf dem Gebiet der Steuerkriminalität. Brachte im Oktober 2011 den ehemaligen VW-Chef Bernd Pischetsrieder vor Gericht.

Muss Hoeneß ins Gefängnis?

Schwer zu sagen: Falls das Gericht die Selbstanzeige als nicht wirksam erachtet, wird es um die Höhe der hinterzogenen Steuern gehen. Davon ausgehend würde ein Strafmaß festgelegt.

Der mutmaßliche Erpresser, ein vorbestrafter Mann, soll am 10. Mai mit einem Drohbrief versucht haben, 215.000 Euro von Hoeneß zu erpressen. Den Ermittlungen zufolge drohte er dem Ex-Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München andernfalls mit schwerwiegenden Konsequenzen in dessen Haft.

Hoeneß schaltete die Polizei ein. Bei der fingierten Geldübergabe im Münchner Stadtteil Sendling wurde der Mann gefasst. „Bayerns dümmster Erpresser“ titelte die Münchner „Abendzeitung“, weil er bei der Aktion vom Rad fiel und deshalb nicht entkam.

Er kam wegen versuchter Erpressung in Untersuchungshaft, im Juli wurde Anklage erhoben.

Von

dpa

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