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08.05.2011

10:27 Uhr

Muttertag

Alle lieben Mama - besonders die Floristen

90 Prozent der Jugendlichen sind mit ihrer Mutter vollauf zufrieden. Auch im Erwachsenenalter bricht das meist nicht ab. Kein Wunder, dass Mama sich auf den Muttertag freuen darf - ebenso wie der Blumenhandel.

"Lass Blumen sprechen": Blütenpracht ist noch immer ein beliebtes Muttertagsgeschenk. Quelle: dpa

"Lass Blumen sprechen": Blütenpracht ist noch immer ein beliebtes Muttertagsgeschenk.

Der Muttertag ist in Deutschland eine feste Größe. Nur wenige wollen ihn abschaffen. Die meisten Kinder und Erwachsenen sind mit ihren Müttern heute sehr zufrieden und schenken als Dank und Anerkennung eine Kleinigkeit - zur Freude der Floristen, die den Tag 1923 in Deutschland etabliert haben.

Wie werden Mütter heute gesehen?

Nach Umfragen stehen Mütter hoch im Kurs. Nach der jüngsten Shell-Jugendstudie sind 90 Prozent der Mädchen und Jungen vollauf zufrieden mit Mama und bleiben gern lange bei ihr wohnen. Frauenzeitschriften schreiben, dass auch Erwachsene große Stücke auf ihre Mütter halten: 62 Prozent der Frauen und sogar 72 Prozent der Männer seien überzeugt davon, dass ihre Mütter gute Menschen aus ihnen gemacht hätten. Für fast die Hälfte der erwachsenen Töchter und ein gutes Drittel der erwachsenen Söhne sei Mutter noch immer „die beste Freundin“. Nur 16 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer hofften dagegen, nie so zu werden wie ihre Mutter.

Wie viele Mütter gibt es in Deutschland?

Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland insgesamt 11,5 Millionen Frauen mit Kindern. Dazu zählen sowohl junge Mütter als auch Seniorinnen mit erwachsenen Kindern. 1991 errechneten die Statistiker noch 13,2 Millionen Mütter - ein Anzeichen für die negative demografische Entwicklung in Deutschland. Wie viele Kinder bekommen Frauen heute? Seit fast 40 Jahren reichen die Geburten in Deutschland nicht mehr aus, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Bekamen Frauen in den 60er Jahren durchschnittlich 2,5 Kinder, sind es heute statistisch gesehen nur noch 1,35 in Westdeutschland und 1,4 in Ostdeutschland. Viele Frauen lassen sich heute wegen Ausbildung, Studium und Jobsuche mit dem ersten Baby Zeit. Waren Mütter in den 60er Jahren bei der ersten Geburt im Schnitt 23 Jahre alt, sind sie heute 28,8 Jahre.

Deutschlands Familien in Zahlen

Geburten

2009 wurden etwa 651.000 Kinder lebend geboren, 3,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Anzahl der Kinder

1990 kamen durchschnittlich 1,454 Kinder auf jede Frau; 2009 waren es 1,358 Kinder.

Geschwister im Trend

2009 war jedes vierte minderjährige Kind ein Einzelkind; 47 Prozent wuchsen mit einer Schwester oder einem Bruder auf; 28 Prozent hatten zwei oder mehr Geschwister.

Kinderbetreuung

Im März 2010 wurden rund 472.000 Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut, 55.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Einschulungen

Zu Beginn des Schuljahrs 2010/11 wurden 716.900 Kinder eingeschult, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr und 11,6 Prozent weniger als im Jahr 2000.

Mütter: verheiratet und berufstätig

2009 waren rund 60 Prozent der 1,4 Millionen alleinerziehenden Mütter berufstätig, 42 Prozent von ihnen in Vollzeit; von den 6,7 Millionen Müttern mit Ehe- oder Lebenspartnern arbeiteten 58 Prozent, davon 27 Prozent in Vollzeit.

Mehr Elterngeld für Väter

21 Prozent aller Väter eines im Jahr 2008 geborenen Kindes bezogen Elterngeld; der durchschnittliche Elterngeldanspruch von vor der Geburt erwerbstätigen Vätern lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1.131 Euro - rund ein Drittel mehr als bei Müttern (844 Euro).

Viele Witwen, wenig Witwer

2008 waren 63 Prozent der knapp 7,8 Millionen alleinstehenden Männer ledig, elf Prozent verwitwet; von den 9,2 Millionen; alleinstehenden Frauen waren 37 Prozent ledig, 43 Prozent verwitwet.

Mehr Hochzeiten

2009 heirateten 376.000 Paare, 1. 000 mehr als im Jahr zuvor.

Was halten die Deutschen vom Muttertag?

Blumen, Pralinen, Kosmetik und eine Einladung zum Essen sind nach Umfragen bei erwachsenen Kindern sehr beliebt, um ihren Müttern an diesem Tag eine Freude zu machen. Nur ein gutes Zehntel der Erwachsenen war vor wenigen Jahren der Ansicht, dass der Muttertag abgeschafft gehöre. Verweigerer gibt es trotzdem: Ein gutes Viertel schenkt zum Muttertag nichts. Manchmal auch, weil die Mütter das gar nicht wollen. Psychologen glauben, dass Männer mit Frau und Kindern am Muttertag auch ein wenig ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen - weil sie wissen, dass ihre Frauen nach wie vor den Löwenanteil bei Hausarbeit und Kindererziehung stemmen.

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