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18.07.2012

17:37 Uhr

Mysteriöser Tod

Tetra-Pak-Erbe muss vor Gericht

Nach dem mysteriösen Tod seiner Ehefrau ist einer der Erben des millionenschweren Tetra-Pak-Clans angeklagt worden. Der Vorwurf ist beinahe kurios. Das Paar hatte seit Jahren Drogenprobleme.

Ein Polizist bewacht das Anwesen der verstorbenen Frau des Tetra-Pak-Erben. Reuters

Ein Polizist bewacht das Anwesen der verstorbenen Frau des Tetra-Pak-Erben.

LondonWas war bloß los im luxuriösen Londoner Haus des Tetra-Pak-Erben Hans Kristian Rausing, in den Tagen vor und nach dem Tod seiner Frau Eva Louise? Am Mittwoch wurde der 49 Jahre alte Multimillionär angeklagt, weil er die Beerdigung seiner toten Frau verhindert haben soll. Vor Gericht sprach er nur, um seinen Namen und seine Adresse zu bestätigen. Er wurde auf Kaution freigelassen, muss aber im Krankenhaus bleiben. Rausing ist bereits wegen Mordverdachts und Drogenbesitzes angeklagt.

Als sein Anwalt trat der ältere Bruder des britischen Premierministers David Cameron, Alexander Cameron, auf. Rausing war am Montag vor einer Woche von der Polizei in London festgenommen worden, kurz darauf wurde die Leiche seiner Frau im gemeinsamen Haus im Edelstadtteil Belgravia entdeckt. Medien hatten von Beginn an spekuliert, die Leiche von Eva Rausing könne tagelang in dem Haus gelegen haben, ohne dass Rausing jemanden informiert habe.

Die Polizei behandelt den Tod Eva Rausings, die aus den USA stammt, weiter als „ungeklärt“. Eine Obduktion hatte zunächst keine eindeutigen Ergebnisse gebracht. Das Paar, das vier Kinder im Teenager-Alter hat, hatte seit Jahren Drogenprobleme, und war deshalb bereits im Konflikt mit dem Gesetz gewesen. Hans Kristian Rausing ist der Sohn des Mit-Entwicklers des Verpackungskartons Tetra Pak, Hans Rausing. Die Familie stammt aus Schweden, zog aber in den 80er Jahren nach Großbritannien.

Eva Rausings Vater, ein ehemaliger Manager, erklärte in einer Mitteilung, seine Tochter habe kurz vor ihrem Tod aus Sorge um ihren Mann eine Entziehungskur unterbrochen. Sie sei aus Kalifornien nach London gereist, um Hans Kristian zu überreden, die Kur mit ihr zu machen. Die Familie hoffe, dass der Tod von Eva Rausing das Bewusstsein für die Gefahren von Drogen und Sucht schärfe.

„Eva hätte gewollt, dass ihre eigenen Erfahrungen dafür genutzt werden, anderen Menschen mit ähnlichen Herausforderungen in ihrem Leben zu helfen“, hieß es in der Erklärung. Deshalb werde man eine Stiftung gründen. Hans Kristian werde als „Sohn“ der Familie weiterhin „bedingungslos geliebt“. Eva habe als Teenager zum ersten Mal mit Drogen experimentiert, um ihre Schüchternheit zu überwinden. Nachdem sie ihre Sucht in den 1980er Jahren zunächst in einem langwierigen Prozess überwunden habe, habe sie sich aufopferungsvoll für Drogensüchtige eingesetzt. Die Rausings hatten über die Jahre Millionen für den guten Zweck gespendet.

Von

dpa

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