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24.07.2012

14:38 Uhr

Nach Amoklauf bei Premiere

Mehrere Festnahmen bei „Batman“-Vorstellungen

Das Kino-Massaker in den USA zieht weitere Vorfälle nach sich. Nun sind mehrere Personen bei Vorstellungen des neuen „Batman“-Films festgenommen worden. Bei einem von ihnen wurden Waffen gefunden.

„Batman“-Fans: Das Tragen von Masken und Kostümen wurde in den USA teilweise verboten. Reuters

„Batman“-Fans: Das Tragen von Masken und Kostümen wurde in den USA teilweise verboten.

Norwalk/BerlinNach dem Blutbad bei einer Mitternachtspremiere des neuen „Batman“-Films „The Dark Knight Rises“ sind in den USA Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen wegen Drohungen während oder nach Kinovorstellungen festgenommen worden. In der Stadt Sierra Vista im US-Staat Arizona gerieten Kinozuschauer während einer Vorstellung des "Batman"-Films wegen eines offenbar unter Alkoholeinfluss stehenden Mannes in Panik. Das Verhalten des 27-Jährigen löste eine "Massenhysterie" aus, rund 50 Menschen flüchteten aus dem Kino, wie das Sheriff-Büro im Bezirk Cochise County mitteilte.

Im US-Staat Maine wurde Polizeiangaben vom Montag (Ortszeit) zufolge ein Mann festgenommen, der "The Dark Knight Rises" gesehen und einen Tag später damit gedroht hatte, einen ehemaligen Mitarbeiter zu erschießen. Der Verdächtige sei wegen zu schnellen Fahrens angehalten worden, hieß es. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten anschließend ein Sturmgewehr, vier Handfeuerwaffen, Munition sowie Zeitungsausschnitte über die Schießerei in Colorado, bei der am Freitag zwölf Menschen getötet wurden.

In Südkalifornien wurde bereits am Sonntag ein Mann während einer Nachmittagsvorstellung des "Batman"-Films in Gewahrsam genommen, nachdem er Augenzeugenberichten zufolge Drohungen geäußert und auf das Blutbad in Colorado verwiesen hatte.

Indes werden die Sicherheitsvorkehrungen in den deutschen Kinos teilweise verschärft. Die Kinogruppe UCI will die Vorführungen "mit erhöhter Wachsamkeit" begleiten, sagte Sprecher Thomas Schülke. So würden unter anderem die Kontrollen am Eingang intensiviert. Weitere Details zum Sicherheitskonzept wollte er nicht bekanntgeben. "Zudem bitten wir die Gäste, auf Verkleidungen zu verzichten", sagte Schülke. Er gehe aber nicht von einer "erhöhten Gefahrenlage" aus. Auch bei den Premieren in den USA und Europa am Wochenende hätten sich keine Zwischenfälle ereignet.

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In der Wohnung des mutmaßlichen Täters fanden sich Hinweise auf eine lange geplante Tat.

In den Häusern der Cinestar-Gruppe und in den Cinemaxx-Kinos werden hingegen keinen besonderen Maßnahmen getroffen. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Hintergrund der Tat, sagte Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock. "Daher sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt auch keinerlei Anlass, die Sicherheitsvorkehrungen in unseren Häusern zu ändern."

Eine Sprecherin der Polizei in Hannover kündigte an, dass die Kinos während der Premieren in die Patrouillen der Beamten einbezogen werden. "Wir werden ein Auge auf die Kinos haben", sagte sie. Die Hamburger Polizei wollte sich dazu nicht äußern. In Berlin sowie anderen Städten wie Mainz und Rostock plant die Polizei keine zusätzlichen Maßnahmen.

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Bei dem Amoklauf in der Stadt Aurora (US-Bundesstaat Colorado) hatte ein junger Mann am Freitag zwölf Menschen während der Mitternachtsvorstellung des neuen Batman-Films getötet und 58 weitere verletzt. In den deutschen Kinos sind die ersten Vorführungen von "The Dark Knight Rises", dem letzten Teil der Batman-Trilogie, in der Nacht zu Mittwoch geplant.

Von

dapd

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