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20.05.2013

11:31 Uhr

Nach BGH-Urteil

Bettina Wulff nimmt Feldzug gegen Google wieder auf

VonDésirée Linde

ExklusivDer Prozess von Bettina Wulff gegen Google geht im Herbst weiter. Davon geht der Anwalt der Ex-First-Lady aus. Wulff versucht seit Jahren, die Kombination ihres Namens mit Begriffen aus dem Rotlicht zu unterbinden.

Düsseldorf„Bettina Wulff“ und „Escort“ – die Chancen stehen gut, dass diese und ähnliche Wortkombinationen künftig nicht mehr von Google vorgeschlagen werden. Das glaubt der Anwalt der Noch-Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Gernot Lehr. „Ich gehe von einem Verhandlungstermin im Herbst aus“, sagte er Handelsblatt Online.

Den ursprünglich festgesetzten Termin beim Landgericht Hamburg am 26. April hatten Bettina Wulff und ihr Anwalt auf Eis legen lassen, da sie das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in der vergangenen Woche abwarten wollten. Jetzt will Bettina Wulff bei ihrem eigenen Verfahren durchstarten.

Die Entscheidung der BGH-Richter dürfte ihr und anderen Prominenten Rückenwind bringen. Der BGH hatte entschieden, dass Googles Autocomplete-Funktion – also das automatische Hinzufügen von Suchbegriffen – teilweise rechtswidrig ist. Im aktuellen Fall hatte ein Unternehmer geklagt, weil die Suchmaschine seinen Firmennamen mit den Begriffen „Scientology“ und „Betrug“ automatisch kombiniert hatte.

Nach eigenen Angaben hat Google in Deutschland bisher fünf Verfahren im Autocomplete-Streit gewonnen. Bevor sie die Klage einreichten, hatten Wulff und ihr Rechtsbeistand monatelang Gespräche mit Google über den Umgang mit dem Autocomplete-Algorithmus geführt.

Die Antwort des Konzerns war stets die Gleiche: Aus grundsätzlichen Erwägungen und zur Vermeidung des Vorwurfs der Zensur dürfe man den Automatismus nicht stoppen. Technisch sei das möglich, argumentierte stets Wulffs Anwalt. Etwa bei Kinderpornografie filtere der Konzern zweifelhafte und anrüchige Vervollständigungen.

Autocomplete Funktion: Schwere Schlappe für Googles Suchtipps

Autocomplete Funktion

Schwere Schlappe für Googles Suchtipps

Der Bundesgerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass peinliche Ergebnisse von Googles Autocomplete Funktion im Einzelfall rechtswidrig sind – das könnte das Aus für den umstrittenen Dienst bedeuten.

Dem jüngsten Urteil entsprechend muss Google die Funktion zwar nicht abschaffen, konkrete Aufforderungen Betroffener müssen aber überprüft und gegebenenfalls unterbunden werden. Das könnte demnach auch auf den Fall „Wulff“ zutreffen. Seit Jahren kämpft die ehemalige deutsche First Lady darum, unwahre Gerüchte im Internet, sie habe eine Rotlicht-Vergangenheit, zu unterbinden.

Durch die Autocomplete-Funktion werden ihrem Namen Begriffe wie „Escort", „Artemis" oder „Rotlicht" hinzugefügt. Tippt man ein „P“ ein, führt das Programm etwa zu „Bettina Wulff Prostitution“, ein „N“ führt zu „Nylon“, „Netzstrümpfe“ oder „Nachtclub“. Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Vielleicht nicht mehr allzu lang. „Das Urteil ist sehr ermutigend“, sagte Lehr. „Es war also richtig zu klagen.“

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

20.05.2013, 12:16 Uhr

wahrscheinlich, weil sie wieder aus den schlagzeilen verschwand...

Charly

20.05.2013, 12:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Google_Sucks

20.05.2013, 12:38 Uhr

Leider ist die Netzgemeide überwiegend naiv, was man auch an den vorausgegangenen Kommentaren sieht.

80% der Suchergebnisse von persönlichen oder personenbezogenen Daten rührt von Dritten her und nicht den betroffenen Person selbst.Die Priorisierung und Verknüpfung der Suchergebnisse, sowie insbesondere die Historisierung der teils perversen Suchaufträge (z.B. im Fall Wullf der vielen Netz-Voyeure) obliegt einzig Google und ihrem Algorithmus.

Dieser geheime idiotische Algorithmus ist rein nach Kriterien der Werbeeinnahemnmaximierung optimiert.

Wenn die rechtblinden Googleprotagonisten behaupten, das seien nur die Nutzer, ist das einfach nur google-typischer ignoranter Bullshit!

Google sucks!

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