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19.03.2011

05:26 Uhr

Nach dem Beben in Japan

Geretteter war nicht acht Tage verschüttet

Angeblich hat er acht Tage lang in den Trümmern seines Hauses im Nordosten Japans überlebt. Jetzt stellte sich heraus: Der Japaner war gar nicht verschüttet.

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TokioEs war keine Rettung nach acht Tagen.

Ein junger Japaner, der am Samstag aus den Trümmern seines Hauses geborgen wurde, war dort nicht wie zunächst angenommen acht Tage lang verschüttet. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji am Samstag. Sie korrigierten damit erste eigene Angaben. Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei acht Tage nach dem Beben und Tsunami in der Katastrophenregion Miyagi aus seinem Haus gerettet worden. Er habe so unter Schock gestanden, dass er nicht sprechen konnte. Tatsächlich war der Mann aber wohl in einer Notunterkunft untergekommen und von dort am Freitag nach Hause zurückgekehrt, „um dort sauberzumachen“. Das teilte seine Familie laut Kyodo mit. Der Mann heiße Katsuharu Moriya und sei zwischen 20 und 30 Jahre alt. Über seine vermeintlich wundersame Rettung hatten Medien auf der ganzen Welt berichtet.

Gut eine Woche nach der Naturkatastrophe galten noch immer 10 902 Menschen als vermisst. Nach Angaben der Polizei vom Samstag sind inzwischen 7197 Todesopfer gezählt worden. Damit hat die Katastrophe mehr Menschen das Leben gekostet als das verheerende Erdbeben, das am 17. Januar 1995 die japanische Hafenstadt Kobe verwüstete. Damals starben etwas mehr als 6400 Menschen.

Der Bau von Baracken für die Überlebenden begann unterdessen mit Problemen. In der Stadt Kamaishi musste der Bau von Behelfswohnungen jedoch verschoben werden. Weil der Kraftstoff knapp sei, konnte das Baumaterial nicht geliefert werden, berichtete Kyodo unter Berufung auf die lokalen Behörden. In der besonders zerstörten Küstenstadt Rikuzentakata, die wie Kamaishi in der Präfektur Iwate liegt, begannen Helfer derweil mit der Errichtung von 200 Behelfswohnungen, meldete Kyodo. Die 30 Quadratmeter großen Fertighäuser sollen auf einem Schulgelände aufgestellt werden. Sie seien als Unterkunft für je zwei bis drei Überlebenden vorgesehen.

Während Retter fieberhaft versuchen, den Überlebenden zu helfen, kommt die Erde in Japan nicht zur Ruhe. Dem Erdbeben mit der Stärke 9,0 vom vergangenen Freitag sind so viele Nachbeben gefolgt wie nie zuvor. 262 Mal habe die Erde in der Woche danach mit der Stärke 5 oder mehr gebebt, teilte das Meteorologische Institut in Japan am Freitag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit.

Die Häufigkeit der Nachbeben dieser Stärke sei die größte, die jemals aufgezeichnet worden sei. Sie habe um das Zweieinhalbfache höher gelegen als nach dem Beben der Stärke 8,2 im Osten der Insel Hokkaido 1994. Mittlerweile sei die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Nachbeben gesunken, hieß es. Dennoch warnte der Chef des Erdbebenvorhersagezentrums des Instituts, Takashi Yokota: „Wir müssen wachsam bleiben, denn ein Erdbeben in einem Meeresgebiet kann noch 10 bis 20 Tage später starke Nachbeben auslösen.“

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