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06.02.2014

17:07 Uhr

Nach Durchbruch mit „Skyfall“

Irans erste Stuntfrau auf dem Weg nach Hollywood

VonMartin Gehlen

Ein Land voller Verbote, statt der rote Teppich: Mahsa Ahmadi ist die erste iranische Stuntfrau und kam mit dem Dreh für den Bond-Streifen „Skyfall“ in den Straßen Istanbuls zu Welterfolg. Nun will sie raus aus dem Iran.

Mahsa Ahmadi im Sturzflug. Ihr größtes Problem ist das Kopftuch, das jede Frau in der Öffentlichkeit tragen muss. Foto: Katharina Eglau

Mahsa Ahmadi im Sturzflug. Ihr größtes Problem ist das Kopftuch, das jede Frau in der Öffentlichkeit tragen muss.

Foto: Katharina Eglau

Teheran„Autounfälle kann ich besser als Männer“, sagt sie und schmunzelt. Mal steht Mahsa Ahmadi in hellen Flammen, mal stürzt sie von einer Brücke in einen reißenden Fluss, mal läuft sie wie schwerelos an einer Hochhauswand herunter oder springt vom Hubschrauber am Bungeeseil in die Tiefe – anstatt wie die Schauspiel-Kollegen wie jetzt bei der Berlinale in Berlin aber den Roten Teppich zu flanieren.

Die 24-Jährige beherrscht alles, was in ihrer Branche verlangt wird. Mahsa Ahmadi ist Stunt-Frau, die erste im Iran und eine von mittlerweile zehn im ganzen Land.

„Stunt 13“ heißt ihre Truppe, vor sechs Jahren von Arsha Aghdasi gegründet, einem drahtigen und energischen Mann. „Ich brauche den regelmäßigen Adrenalin-Stoß im Körper“, sagt er. Inzwischen hat seine Firma acht feste Mitarbeiter. „Mahsa ist die Beste“, schwärmt ihr 31-jähriger Boss. In 21 iranischen Filmen hatte sie bereits mitgespielt, bis 2012 mit James Bond der Welterfolg kam.

Filme, in denen häufig das Wort „Fuck“ vorkommt

Fuck – eine Dokumentation über das Wort

Jahr: 2005

Gezählte „Fucks“: 857

Länge: 93 Minuten

Quote: 9,21 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Fuck off. It's such a lovely pair of words! And it's international. I don't care where you are – if somebody's fuckin' with your bags in Lhasa Airport in Tibet and he's got a shaven head and saffron clothes on and you say 'hey, fuck off!', he knows exactly what you mean. Exact – he will fuck off.“ („Verpiss dich. Es ist so ein entzückende Wortpaar! Und es ist international. Es kümmert mich nicht, wo du bist – wenn sich jemand im Lhasa-Flughafen in Tibet an deinen Taschen vergreift und er einen rasierten Kopf hat und ein Safran-Gewand trägt und du sagst 'Hey, verpiss dich!', weiß er genau, was du meinst. Exakt – er wird sich verpissen.“

The Wolf of Wall Street

Jahr: 2013

Gezählte „Fucks“: 569

Länge: 179 Minuten

Quote: 3,18 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Let me give you some legal advice: Shut the fuck up!“ („Lass mich dir einen Rat geben: Halt dein verdammtes Maul!“)

Summer of Sam

Jahr: 1999

Gezählte „Fucks“: 435

Länge: 142 Minuten

Quote: 3,06 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „You want me to tell you how to fuck your husband?“ („Du willst, dass ich dir erkläre, wie du deinen Ehemann ficken sollst?“)

Casino

Jahr: 1995

Gezählte „Fucks“: 422

Länge: 178 Minuten

Quote: 2,4 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „If you don't have my money for me, I'll crack your fuckin' head wide-open in front of everybody in the bank. And just about the time that I'm comin' out of jail, hopefully, you'll be coming out of your coma. And guess what? I'll split your fuckin' head open again. 'Cause I'm fuckin' stupid. I don't give a fuck about jail. That's my business. That's what I do.“ („Wenn Sie mir das Geld nicht zurückgeben, schlag ich Ihnen Ihre dicke Birne ein, vor allen Mitarbeitern der Bank. Und etwa zu der Zeit, wenn ich wieder aus dem Knast rauskomme, hoffentlich, erwachen Sie dann wieder aus Ihrem Koma. Und wissen Sie was? Dann hämmere ich Ihnen noch mal die Birne ein. Weil ich ein dummes Schwein bin, und ich scheiß was auf den Knast. Das ist mein Geschäft. Das ist, was ich tue.“)

Pulp Fiction

Jahr: 1994

Gezählte „Fucks“: 265

Länge: 154 Minuten

Quote: 1,72 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Well, I'm a mushroom-cloud-layin' motherfucker, motherfucker! Every time my fingers touch brain, I'm Superfly T.N.T., I'm the Guns of the Navarone! In fact, what the fuck am I doin' in the back? You're the motherfucker who should be on brain detail! We're fuckin' switchin'! I'm washin' the windows, and you're pickin' up this nigga's skull!“ („Ich bin eine verdammte Atompilzwolke, du Schmierbacke. Jedes Mal, wenn meine Finger Gehirn berühren, bin ich Super Fly T.N.T., werd ich zu den Kanonen von Navarone. Was zum Henker mach ich überhaupt hier hinten? Du bist der Wichser, der den Hirn-Sondereinsatz fahren sollte. Wir tauschen verdammt, ich putze die Scheiben und du sammelst das Gelee von dem Nigger auf!“)

The Big Lebowski

Jahr: 1998

Gezählte „Fucks“: 260

Länge: 117 Minuten

Quote: 2.22 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Fuck it, Dude. Let's go bowling.“ („Scheiß drauf, Kumpel. Lass uns bowlen gehen.“)

Zunächst meldeten sich die Macher von „Sky Fall“ bei den Iranern per Like auf deren Facebook-Seite, wo ihr Stunt-Clip mit einem sieben Meter senkrecht in die Luft geschleuderten Auto zu sehen war. Vier Wochen später kam per E-Mail eine Einladung zu Dreharbeiten in der Türkei. „Wir konnten es zuerst nicht glauben und dachten, da will uns jemand auf den Arm nehmen“, bekannten die beiden.

Im furiosen 15-Minuten-Auftakt des jüngsten 007-Abenteuers stürzt Daniel Craig alias James Bond nach einem wüsten Kampf auf dem Dach eines fahrenden Zuges schließlich angeschossen von einer 70 Meter hohen Brücke in die Tiefe. Autos rasen durch Istanbuls Marktgassen, Passanten hechten in Panik zur Seite. Am Ende geht die wilde Verfolgungsjagd per Motorrad durch den Großen Basar quer durch die Auslagen von Gewürzen, Brokatstoffen und Goldgeschmeide.

110 Stunt-Männer und vier Stunt-Frauen aus aller Herren Länder waren an den halsbrecherischen Szenen beteiligt, darunter Mahsa Ahmadi. Auch der spektakuläre Tiefensturz von James Bond lag in den Händen der kleinen iranischen Gast-Crew.

Ihre Leute gelten weltweit als die besten im Umgang mit Fangseilen. Letztes Jahr erhielt das 114-köpfige internationale Ensemble dann in Los Angeles ihre Weltklasse attestiert mit dem „Screen Actor Guild Award“ für die beste Stunt-Truppe in einem Kinofilm.

Kommentare (1)

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pendler

06.02.2014, 18:06 Uhr

Iran wird bald wieder zu Persien,
so wie aus Leningrad wieder st. Petersburg wurde.

Bis dahin müssen die Iraner aber das ablegen, was sie von der arbischen und türkischen Invasoren übernommen haben. auch wenn viele Iraner gerne stolz auf ihre alte Kultur sein wollen, es ist fast nichts mehr davon da.

Perser sind Indogermanen keine Araber, die eigentlich nur von dem leben können, was sie anderen geraubt haben. Hinzu kommt, dass der Frauenfeidliche Islam auch nicht zu einem Perser passt.

Trotzdem, der Riss ist da und mit etwas Mut könnte Persien wieder entstehen.

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