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14.06.2016

16:28 Uhr

Nach EM-Krawallen in Marseille

Frankreichs Sicherheitsbehörden greifen durch

Die Uefa droht Russland mit dem EM-Ausschluss, sollte es erneut zu Krawallen kommen. Die französischen Sicherheitsbehörden greifen derweil durch: Sechs russische Fans wurden verhaftet, ihnen droht nun die Ausweisung.

Bilder aus Marseille hatten am Wochenende für Entsetzen gesorgt: Am Rande der Partie England gegen Russland lieferten sich Fußballfans wahre Straßenschlachten. AP

Krawalle in Marseille

Bilder aus Marseille hatten am Wochenende für Entsetzen gesorgt: Am Rande der Partie England gegen Russland lieferten sich Fußballfans wahre Straßenschlachten.

MarseilleNach den schweren Ausschreitungen am Rande des EM-Spiels England gegen Russland in Marseille greifen die französischen Sicherheitsbehörden durch. Bis zum frühen Dienstagnachmittag wurden sechs russische Fußballfans in Nizza und Marseille in Haft genommen.

Dutzende weitere weigerten sich zunächst, ihre Personalien anzugeben. Russland wurde unterdessen vom europäischen Fußballverband Uefa mit einer Geldstrafe und einem drohenden Turnierausschluss belegt, sollte es erneut zu Krawallen kommen.

Die Präfektur des Départements Alpes-Maritimes erklärte, die sechs inhaftierten russischen Fans seien eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Ihnen droht nun die Ausweisung aus Frankreich. Demnach weigerten sich 35 weitere Fans, ihre Fahrzeuge zu verlassen. Zwei Mitarbeiterinnen des russischen Ministeriums für Jugend und Sport wurden zudem von der Polizei verhört.

Bilder aus Marseille hatten am Wochenende für Entsetzen gesorgt: Am Rande der Partie England gegen Russland lieferten sich teilweise betrunkene Fußballfans wahre Straßenschlachten. 35 Menschen wurden verletzt. Die Gewalt ging offenbar vor allem von organisierten russischen Hooligans aus, die englische Fans attackierten – fast alle Verletzten sind Engländer. Auch im Stadion kam es zu Krawallen.

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Die Marseiller Staatsanwaltschaft sprach von 150 „extrem trainierten“ russischen Hooligans, von denen zunächst aber niemand festgenommen werden konnte. Ein Strafgericht in Marseille verurteilte im Laufe des Montags stattdessen neun andere Hooligans zu Haftstrafen und einen weiteren zu einer Bewährungsstrafe. Die Urteile trafen sechs Briten, drei Franzosen und einen Österreicher.

Die russische Führung verurteilte die Gewalt in Marseille am Dienstag als „absolut inakzeptabel“, sprach aber davon, dass die Russen „provoziert“ worden seien. „Wir können unsere Anhänger nur aufrufen, auf Provokationen egal welcher Art nicht zu reagieren“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

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