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14.05.2014

11:28 Uhr

Nach Festnahme

Hoeneß-Erpresser äußert sich zu Vorwürfen

Der Mann, der Uli Hoeneß erpresst haben soll, äußerte sich zu den Vorwürfen gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft hielt sich nach dem Verhör jedoch bedeckt. Der Fall soll schnellstmöglich vor Gericht verhandelt werden.

Wurde erpresst: Ex-Bayern München-Boss Uli Hoeneß. dpa

Wurde erpresst: Ex-Bayern München-Boss Uli Hoeneß.

München Der mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß hat sich in der Untersuchungshaft zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Zum Inhalt hielt sich die zuständige Staatsanwaltschaft München II am Mittwoch allerdings bedeckt. „Es spricht sehr viel dafür, dass Anklage erhoben wird“, sagte ein Sprecher der Behörde.

Die Ermittlungen sollen zügig zu Ende gebracht werden. Bei versuchter Erpressung drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Am Samstagmorgen war ein Drohbrief bei der Familie eingegangen. Der unbekannte Täter soll Hoeneß mit schweren Konsequenzen in seiner bevorstehenden Haftzeit gedroht haben. Er habe gute Kontakte in alle bayerischen Gefängnisse. Der ehemalige Häftling forderte von Hoeneß eine sechsstellige Summe, angeblich 215.000 Euro. Wie die „Bild“ berichtet hatte, ging Hoeneß zum Schein auf den Deal ein.

Bei der fingierten Geldübergabe am Samstagabend im Münchener Stadtteil Forstenried griff die Polizei zu. Der Tatverdächtige wollte mit dem Fahrrad fliehen, stürzte dabei und soll verletzt worden sein. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.

FC Bayern: Der Skandal rund um Uli Hoeneß

2001 bis 2006

Hoeneß spekuliert im großen Stil an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz. Der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus soll ihn mit Millionen unterstützt haben.

Januar 2013

Hoeneß zeigt sich beim Finanzamt selbst an. Die Staatsanwaltschaft München leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

20. März 2013

Hoeneß bekommt in seinem Haus am Tegernsee Besuch von den Ermittlern. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Dieser wird außer Vollzug gesetzt - gegen Zahlung einer hohen Kaution.

20. April 2013

Der „Focus“ macht den Fall öffentlich und berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft und Hoeneß selbst.

21. April 2013

Hoeneß schließt einen Rücktritt als Vereinspräsident aus. Die Kritik an ihm nimmt zu. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rückt von ihm ab, zeigt sich „enttäuscht“.

23. April 2013

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über den Haftbefehl und die Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro.

1. Mai 2013

Hoeneß erklärt in einem „Zeit“-Interview Reue und gibt Einblick in sein Seelenleben. Verbindungen seines Schweizer Kontos zum Rekordmeister schließt der Bayern-Präsident darin aus.

6. Mai 2013

Hoeneß bleibt nach einem 8:0-Votum der Mitglieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG.

25. Mai 2013

Selbst im Moment des großen Triumphes des FC Bayern steht Hoeneß unter dem Eindruck der Steueraffäre. Fast schüchtern greift er im Londoner Wembleystadion nach dem 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund nach dem Champions-League-Pokal.

30. Juli 2013

Die Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung.

4. November 2013

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II lässt die Anklage gegen den Bayern-Präsidenten „unverändert“ zu.

13. November 2013

Hoeneß wird auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern von den Mitgliedern gefeiert. Er vergießt Tränen und kündigt an, nach seinem Steuerstrafprozess auf einer außerordentlichen Versammlung die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden zu lassen.

23. Januar 2014

Die Staatsanwaltschaft München lässt bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung des Steuer- und des Dienstgeheimnisses durchsuchen. Es geht um die Frage: Wer gab Dokumente aus Hoeneß' Steuerakte an die Presse weiter?

10. März 2014

Begleitet von einem riesengroßen Medieninteresse beginnt in München der Prozess im „Strafverfahren gegen Ulrich H.“ Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

11. März 2014

Die Summe der hinterzogenen Steuern wird immer höher. Hoeneß soll sogar mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Grundlage sind Berechnungen einer Steuerfahnderin.

12. März 2014

Die schwindelerregende Steuerschuld hält die Hoeneß-Verteidigung für „sachgerecht“. Die Selbstanzeige habe sämtliche Zahlen bereits enthalten.

13. März 2014

Uli Hoeneß wird zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Landgericht München spricht den Präsidenten des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung schuldig.

14. März 2014

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück.

20.September 2014

Uli Hoeneß bekommt nach dreieinhalb Monaten Haft das erste Mal Ausgang. Die Hafterleichterung hängt einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge mit der vollständigen Begleichung seiner Steuerschuld zusammen. Hoeneß soll zuvor gut 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen haben.

31. Dezember 2014

Zweiter Urlaub für Hoeneß. Er darf den Jahreswechsel zu Hause verbringen. Schon zu Weihnachten hatte Hoeneß Urlaub erhalten und durfte zwei Nächte außerhalb der Gefängnismauern schlafen. Seit Jahresbeginn 2015 ist Hoeneß Freigänger. Er muss jetzt nur noch zum Schlafen in die JVA, darf tagsüber außerhalb des Gefängnisses einer geregelten Arbeit nachgehen.

24. Februar 2015

Sat.1 beginnt mit den Dreharbeiten zu einer Satire, die an den Fall Hoeneß angelehnt ist. Uwe Ochsenknecht spielt die Hauptrolle. Im Mai beginnt das ZDF mit den Dreharbeiten zu einem Doku-Drama mit dem Titel „Uli Hoeneß - Der Patriarch“.

3. November 2015

Der Anwalt von Hoeneß bestätigt, dass sein Mandant einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt hat. Eine Freilassung ist frühestens zur Hälfte der Haftstrafe möglich - zum 29. Februar 2016.

21. Dezember 2015

Hoeneß ruft beim Radiosender Antenne Bayern an und spendet bei einer weihnachtlichen Spendenaktion 10 000 Euro.

18. Januar 2016

Die für das Landsberger Gefängnis zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg entscheidet, dass die Haftstrafe zum 29. Februar ausgesetzt wird. Hoeneß erhält eine dreijährige Bewährungszeit.

Hoeneß wurde am 13. März vor dem Landgericht in München wegen 28,5 Millionen hinterzogenen Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er wird seine Haftstrafe voraussichtlich in Kürze antreten. Ob er dies tatsächlich in der JVA Landsberg tun wird, ist noch offen.

Denn Hoeneß hatte bei der Staatsanwaltschaft München II Einspruch gegen Landsberg als Ort seiner Haftstrafe eingelegt, weil er durch den Tag der offenen Tür, als Journalisten die JVA besuchten, einen Teil seiner Privatsphäre verletzt sieht.Außerdem gebe es Sicherheitsbedenken. Hoeneß befürchtet Indiskretionen durch Häftlinge und Personal in Landsberg, die geködert worden sein könnten, Informationen über Hoeneß zu liefern. So argumentiert die Münchener Kanzlei Ufer Knauer, die Hoeneß nun in Haftsachen vertritt. Nach dem Pressetermin mit einem entsprechenden Echo in den Medien hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) der JVA-Leitung ähnliche Aktionen strikt untersagt.

Als mögliche Alternative wird die neu erbaute JVA im niederbayerischen Landshut ins Spiel gebracht. Eine Verlegung in ein anderes Bundesland lehnte Hoeneß angeblich ab, weil er den Eindruck einer Sonderbehandlung vermeiden wolle. Spätestens Anfang Juni muss eine Entscheidung getroffen sein. Dann muss Hoeneß seine Haft antreten.

Von

dpa

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