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25.05.2012

11:20 Uhr

Nach Großrazzia

Polizei sucht weiter nach Rockerleiche

Die Ermittlungen gegen kriminelle Rocker laufen im Norden auf Hochtouren weiter. Die Polizei sucht einen Vermissten mit vermuteten Verbindungen zu den Hells Angels. Seine Leiche könnte im Fundament einer Halle liegen.

Mit der Spezialeinheit GSG9 geht die Polizei gegen die Hells Angels vor. dpa

Mit der Spezialeinheit GSG9 geht die Polizei gegen die Hells Angels vor.

KielEinen Tag nach der Großrazzia gegen die Hells Angels hat die Polizei am Freitag in Altenholz bei Kiel die Suche nach einem seit zwei Jahren vermissten Türken fortgesetzt. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass sich die Leiche des Mannes im Fundament einer Lagerhalle der Hells Angels befinden könnte. Als Hintergrund werden Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Drogengeschäften vermutet. Bei der Suche in Altenholz sind Spezialgeräte im Einsatz. Die Lagerhalle hatte die Polizei am Vortag komplett ausgeräumt.

Mit einem gewaltigen Aufgebot von 1.200 Beamten hatte die Polizei am Donnerstag in Norddeutschland zu einem massiven Schlag gegen die Rockerkriminalität ausgeholt. Bordelle, Gaststätten und Wohnungen wurden bei der Großrazzia seit dem frühen Morgen vor allem in Schleswig-Holstein durchsucht, aber auch in Hamburg und Niedersachsen. 89 Objekte waren betroffen. Schwerpunkt des bisher größten Einsatzes im Norden gegen Rocker war der Großraum Kiel. Fünf führende Mitglieder der verbotenen Kieler Hells Angels wurden verhaftet. In Hannover wurde das Haus eines führenden Mitglieds der Hells Angels durchsucht.

Die Vorwürfe gegen die Rocker: Menschenhandel (Prostitution), Korruption, Körperverletzung und Waffenhandel - auch mit Rechtsradikalen. Eine Polizeisprecherin bestätigte der dpa Medienberichte, wonach auch die Wohnung eines Kieler NPD-Ratsherrn durchsucht wurde. Hier geht es um den Verdacht, der Mann könnte von den Hells Angels eine Waffe gekauft haben. Insgesamt führt die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Rockerkriminalität fast 200 Ermittlungsverfahren gegen 69 Beschuldigte.

In Kiel zeigte die Polizei auch am Freitag noch starke Präsenz, um für mögliche Zwischenfälle gewappnet zu sein.

Von

dpa

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