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26.11.2013

16:41 Uhr

Nach Hochwasser in Deutschland

Flutopfern sollen Spenden bald zugute kommen

Knapp 40 Millionen Euro hat allein die Aktion Deutschland Hilft für die Opfer der Flutkatastrophe hierzulande gesammelt. Nun soll das Geld verteilt werden. Doch das kann sich hinziehen.

Die Flut hat dieses Haus in Deggendorf eingeschlossen. Nun sollen die Opfer des Hochwassers endlich Spenden erhalten. dpa

Die Flut hat dieses Haus in Deggendorf eingeschlossen. Nun sollen die Opfer des Hochwassers endlich Spenden erhalten.

RegensburgDie Hochwasserkatastrophe im Frühsommer hat in Deutschland eine immense Spendenbereitschaft ausgelöst. Allein bei der Aktion Deutschland Hilft gingen 39 Millionen Euro ein. Das sei das zweithöchste Spendenaufkommen nach der Tsunamikatastrophe 2004, teilte die Organisation am Dienstag in Regensburg mit. Nun gelte es, die Gelder rasch und gerecht zu verteilen, sagte Dirk Biereige vom Arbeiter-Samariter-Bund, der Bündnispartner ist. Die Vorgabe sei klar: „Zuerst zahlt die Versicherung, dann der Staat, und erst danach kommen die Spenden.“

In Zusammenarbeit mit den kommunalen Spendenkommissionen soll das Geld in den kommenden Wochen an die Betroffenen vor allem in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verteilt werden. „Wir wissen, dass die Hochwasseropfer sehnlichst auf die Spenden warten. Aber das Ganze muss ordentlich abgewickelt werden, damit sich niemand bereichert“, betonte Martin Steinkirchen von der Johanniter-Unfall-Hilfe, ebenfalls Partner von Aktion Deutschland Hilft.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Die Flutkatastrophe hatte in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro verursacht. Bund und Länder hatten zugesagt, 80 Prozent davon auszugleichen, wenn die Versicherung nicht zahlt. Für die fehlenden 20 Prozent sind die Spenden vorgesehen.

Das Aktionsbündnis, dem 22 renommierte Hilfsorganisationen angehören, hatte sich in den Hochwassergebieten zunächst auf die Soforthilfe konzentriert. In Ausnahmefällen wurde auch Geld für Sanierungen vorgestreckt, damit unverschiebbare Baumaßnahmen beginnen konnten. „In diesen Fällen haben wir mit den Trägern Verträge abgeschlossen, damit wir das Geld zurückbekommen, wenn die staatlichen Gelder geflossen sind“, betonte Alexandra Bengler vom Malteser Hilfsdienst.

Viele Betroffene seien noch heute traumatisiert. In einem Stadtteil im bayerischen Deggendorf, in dem tagelang ein Wasser-Ölgemisch drei Meter hoch stand, sei noch immer ein Beratungsmobil im Einsatz. Wochen nach der Katastrophe hatten dort erst 30 Prozent der Betroffenen Fluthilfe beantragt. „Sie waren mit der Situation überfordert und hatten ihre Gedanken einfach woanders“, sagte Bengler. Der Verkauf von Beruhigungsmittel in den ortsansässigen Apotheken war in die Höhe geschnellt. Mittlerweile haben aber 60 Prozent der Deggendorfer Flutopfer einen Antrag auf finanzielle Hilfen gestellt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.11.2013, 11:12 Uhr

..die Gelder rasch und gerecht verteilen.. - das ist doch der blanke Hohn.

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