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05.04.2012

11:14 Uhr

Nach Israel-Gedicht

Broder und Döpfner kritisieren Grass

Das Gedicht von Günter Grass löst weiter deutliche Reaktionen hervor. Aus der Akademie der Künste heißt es, man müsse „ein klares Wort sagen dürfen“. Aus den deutschen Medien schallt dagegen teils schärfste Kritik.

Schall und Rauch: Günter Grass dpa

Schall und Rauch: Günter Grass

BerlinNach seiner scharfen Kritik an Israels Atompolitik geht die Debatte um Literaturnobelpreisträger Günter Grass und seine Äußerungen weiter. Dabei stößt der 84-Jährige vorwiegend auf heftigen Protest, vereinzelt aber auch auf Zustimmung.

Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, nahm Grass gegen Kritik in Schutz. „Man muss ein klares Wort sagen dürfen, ohne als Israel-Feind denunziert zu werden“, sagte Staeck der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Die reflexhaften Verurteilungen als Antisemit finde ich nicht angemessen.“ Grass habe das Recht auf Meinungsfreiheit und nur seiner Sorge Ausdruck verliehen. Diese Sorge teile er mit einer ganzen Menge Menschen. Der israelische Historiker Tom Segev sagte im Deutschlandradio Kultur, Grass „ist kein Antisemit, er ist nicht anti-israelisch.“

„Atommacht gefährdet Weltfrieden“: Grass dichtet gegen Israel

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Günter Grass hat in einem Gedicht die israelische Politik gegenüber dem Iran kritisiert.

Der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer, Mathias Döpfner, kritisiert Grass dagegen stark. In einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung schreibt Döpfner, Grass versuche „im raunenden Ton des Moralisten“ die Schuld der Deutschen am Holocaust zu relativieren, indem er die Juden zu Tätern mache. Unter dem Titel „Der braune Kern des Zwiebel“ schrieb Döpfner, es gehe jetzt nicht mehr darum, was Grass gesagt habe, sondern nur noch, wie die Deutschen darauf reagierten.

In dem Echo auf das Gedicht spielt auch die Tatsache ein Rolle, dass Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS Jahrzehnte verschwiegen hatte und erst 2006 in seinen Memoiren offenbarte. Der Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Frank Schirrmacher, sprach von einem „Machwerk des Ressentiments“. Grass würde es sicher gerne sehen, dass nun eine Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel kritisieren dürfe, meint Schirrmacher.

Die Debatte müsse aber darum geführt werden, ob es gerechtfertigt sei, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit Grass „seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann“, schrieb Schirrmacher in der „F.A.Z.“.

Auch der amerikanische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel geht hart mit Günter Grass ins Gericht. „Ich verstehe es einfach nicht und kann es nicht begreifen. Was ist da passiert? Ist der alte Deutsche plötzlich zurückgekehrt und hat sein Haupt erhoben?“, schrieb er heute in einem Gastkommentar in der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“.

Der Iran werde von einem grausamen Diktator beherrscht, der wiederholt die Absicht bekundet habe, Israel zu zerstören. „Wie kann Grass denn da entscheiden, dass Israel den Weltfrieden bedroht und nicht der Iran“?, fragt der Friedensnobelpreisträger weiter.

Kommentare (37)

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Roland

05.04.2012, 09:58 Uhr

Einmal SS-Mann, immer SS-Mann.
Einmal verlogen, immer verlogen.
Herr Grass sollte alle seine erschlichenden Auszeichnungen zurückgeben.
Ist er überhaupt noch zurechnungsfähig?

Realist

05.04.2012, 10:11 Uhr

So ein Schwachsinn, Grass als Antisemit zu bezeichnen. War es nicht der Westen, der Israel gegen den Willen des gesamten Nahen Ostens zwangsweise dort gegründet hat? Wer sind wir, Gott! Das dies auf Ablehnung und Hass im Nahen Osten stößt war von Beginn an zu Erwarten, da Israel immer als amerikanischer Stützpunkt des Westens gesehen wird. Und um nichts anderes geht es Grass, mit den Juden Israels hat das nichts zu tun. Da Grass wusste, was sein Gedicht für Reaktionen hervorruft, hat der ebenso mit seiner Aussage zur Heuchelei voll ins Schwarze getroffen!

Ameliegnom

05.04.2012, 10:19 Uhr

die Gefahren denen sich Israel (das Regime) gegenüber sieht?
Würde das Israelregime in Palästina eine anständige Politik betreiben und das gestohlene Land zurückgeben dann würden sich die Gefahren schlagartig rapide minimieren und es würde dabei kein Blut fließen. Dann könnte Israel in Frieden mit seinen Nachbarn leben.
Netanjahu und Barak wollen die absolute militärische Vorherrschaft im Nahen Osten behalten und nur darum geht es denen, ganz alleine nur darum.
Iran würde niemals Israel angreifen, auch nicht mit einer Atombombe würden sie das tun. Das käme ja für Iran einem Selbstmord gleich denn dann würde Amerika den Iran auslöschen.
Ich finde, unsere Politiker sollten und Bürger nicht immer für blöd verkaufen wir sind sehr wohl in der Lage die Situation selbst zu beurteilen. Auch ohne einen Herrn Grass.
Israel will KEINEN Krieg mit dem Iran. Netanjahu und Ehud Barak wollen Krieg!!! aber nicht das Volk Israel will das.

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