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10.01.2017

11:38 Uhr

Nach Meryl Streeps Rede

Prominente schließen sich Trump-Kritik an

Nach Meryl Streeps emotionaler Rede bei den Golden Globes scharen sich zahlreiche Prominente um die Schauspielerin. Ein Schriftsteller schlägt im Kampf gegen Donald Trump eine gemeinsame Strategie vor.

Nachdem Donald Trump sie via Twitter attackierte, stellen sich immer mehr Prominente auf die Seite der Schauspielerin. dpa

Meryl-Streep-Rede bei den Golden Globes 2017

Nachdem Donald Trump sie via Twitter attackierte, stellen sich immer mehr Prominente auf die Seite der Schauspielerin.

London/Los AngelesNach Meryl Streeps (67) gefeierter Rede bei der Verleihung der Golden Globes und der harschen Reaktion Donald Trumps haben sich Prominente auf die Seite der Schauspielerin gestellt. „Sollten Sie nicht das Land regieren?“, fragte US-Schauspielkollege George Clooney (55) als Reaktion auf Trumps Tweet, wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete. Trump hatte die vielfach ausgezeichnete Streep als eine der am meisten überschätzten Schauspielerinnen Hollywoods bezeichnet, nachdem sie ihn in ihrer Rede hart attackiert hatte.

Clooney sagte, er habe Trump weder gewählt noch unterstützt und halte ihn nicht für die richtige Wahl. „An diesem Punkt unseres Lebens müssen wir hoffen, dass er nicht alles zerstört.“ Damit die USA nicht scheiterten und fürchterliche Dinge passierten, müsse man hoffen, dass er einen vernünftigen Job mache. „Dafür sehe ich keinerlei Anzeichen“, ergänzte Clooney laut der Zeitung.

Streeps Golden-Globe-Rede im Wortlaut

Golden Globe

Die US-Schauspielerin Meryl Streep hat bei den Golden Globes mit politischen Bemerkungen für Aufsehen gesorgt. Sie wurde bei der Verleihung der Filmpreise am Sonntag (Ortszeit) in Los Angeles für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und nutzte ihren Auftritt auf der Bühne für klare Worte über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump.

„Was ist Hollywood wirklich?“

„Wir alle in diesem Raum gehören den Segmenten der amerikanischen Gesellschaft an, die derzeit am meisten zum Feindbild gemacht werden. Denkt mal drüber nach: Hollywood, Ausländer und die Presse. Aber was sind wir und was ist Hollywood wirklich? Es ist nur ein Haufen Leute aus anderen Orten.“

„In Hollywood wimmelt es von Außenseitern“

„Ryan Gosling, wie all die nettesten Menschen, ist Kanadier, und Dev Patel ist in Kenia geboren und in London aufgewachsen, und er ist wegen einer Rolle als in Tasmanien aufgewachsener Inder hier. In Hollywood wimmelt es also von Außenseitern und Ausländern. Und wenn wir sie alle rauswerfen, wird es nichts mehr für euch zu schauen geben außer Football und Mixed Martial Arts.“

„Atemberaubende, mitfühlende Arbeit“

„Die einzige Aufgabe eines Schauspielers ist es, in die Leben von Menschen einzudringen, die anders sind als wir, und euch spüren zu lassen, wie sich das anfühlt. Und es gab in diesem Jahr viele, viele, viele gewaltige Darbietungen, die genau das getan haben. Atemberaubende, mitfühlende Arbeit.“

„Eine Darbietung machte mich sprachlos“

„Es gab aber eine Darbietung in diesem Jahr, die mich sprachlos gemacht hat. Sie versenkte ihre Klauen in meinem Herzen. Nicht, weil sie gut gewesen wäre; nichts daran war gut, sie war aber wirkungsvoll und hat ihren Zweck erfüllt. Sie brachte ihr Zielpublikum zum Lachen und dazu, die Zähne zu blecken. Es war der Moment, als die Person, die darum bat, auf dem meistrespektierten Platz unseres Landes zu sitzen, einen behinderten Reporter nachahmte – jemanden, dem er in Sachen Privilegien, Macht und Fähigkeit, sich zu wehren, überlegen war.“

„Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein“

„Es hat mir irgendwie das Herz gebrochen als ich es sah, und ich kriege es immer noch nicht aus dem Kopf, denn es war nicht in einem Film. Es war das wirkliche Leben. Und dieser Instinkt, zu demütigen – wenn er von jemandem im öffentlichen Leben, jemandem Mächtigen, vorgelebt wird – sickert in das Leben aller ein. Denn es gibt gewissermaßen anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu machen. Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt. Und wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle.“

Auch die Moderatoren der US-Late-Night-Shows und ihre Gäste verteidigten Streep gegen Trump. „Sehen Sie, Herr Trump. Sie können sich weigern, Ihre Steuererklärung zu veröffentlichen. Sie können die Verbannung einer ganzen Religion fordern. Sie können mit einem Diktator anbandeln. Aber Meryl Streep überschätzt nennen? Nein! Das geht zu weit!“ sagte Stephen Colbert von der „Late Show“.

Schauspieler Seth Meyers sagte in der Sendung, Streep sei so gut, dass Leute ihren Namen verwendeten, um Leute anderer Berufe zu loben. „Zum Beispiel LeBron James ist die Meryl Streep des Basketballs. Oder Donald Trump ist die Meryl Streep des Dünnhäutigseins.“ James Corden („Carpool Karaoke“) fügte hinzu, immerhin sei der Titel „die am meisten überschätzte Schauspielerin Hollywoods“ der einzige, den Streep bis dahin noch nicht gewonnen habe. Schauspieler Ben Affleck sagte bei „Jimmy Kimmel Live“, wenn es etwas in der Welt gebe, das nicht wahr sei, dann, dass Meryl Streep überschätzt sei. „Es ist, als würde man Gandhi als furchtbaren Herrscher bezeichnen.“

Golden Globes 2017: Prominente feiern Streeps Anti-Trump-Rede

Golden Globes 2017

Prominente feiern Streeps Anti-Trump-Rede

Meryl Streep spricht bei den Golden Globes über den künftigen US-Präsidenten. Sie verurteilte ihn für sein Nachäffen eines Behinderten: „Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein.“ Trump reagierte abschätzig.

Der Schriftsteller Aaron Gillies schlug auf Twitter eine gemeinsame Strategie aller Prominenter vor: „Wenn alle berühmten Leute Trump in den nächsten vier Jahren permanent kritisieren, wäre er zu beschäftigt, auf Twitter zu schimpfen, um uns alle zu töten.“ Diese Idee griff Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling auf und verbreitete sie in einem Retweet mit dem Kommentar „Wenn ein Vergnügen zur Pflicht wird“ weiter. Die Warnung eines Followers, nachher werde Trump noch sie als überschätzt bezeichnen, ließ die Autorin kalt. „Vergesst niemals, dass die gute Meinung einiger Leute beleidigender wäre, als ihre Schmähungen“, schrieb Rowling.

Bei Musikern und Schauspielern ist Trump seit Beginn seiner Kandidatur größtenteils unbeliebt. So fällt es Trumps Team etwa schwer, Künstler für seine Vereidigungsfeier zu engagieren. Am Montagabend (Ortszeit) sagte auch DJ Moby ab. „Hahahahah, ich wurde gerade gefragt, ob ich beim Amtseinführungsball für Trump auflegen würde“, schrieb der Musiker auf Instagram. Er bot an, das Angebot anzunehmen, wenn Trump im Gegenzug seine Steuererklärung veröffentliche.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Paul Kersey

11.01.2017, 12:54 Uhr

In der amerikanischen Skinhead- oder White Power-Szene finden sich sicher ein paar Bands, die sich sehr freuen würden für Trump aufzulegen.

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