Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2013

16:13 Uhr

Nach Missbrauchsvorwürfen

Natassja Kinski steht zu ihrer Schwester

Nach den Missbrauchsvorwürfen von Pola Kinski gegen ihren Vater Klaus stellt sich dessen jüngere Tochter Natassja hinter ihre Schwester. Pola sei eine Heldin, weil sie sich von der Last des Geheimnisses befreit habe.

Natassja Kinski hat sich hinter ihre Schwester Pola gestellt. Diese wirft ihrem Vater Klaus Kinski vor, sie jahrelang missbraucht zu haben. dpa

Natassja Kinski hat sich hinter ihre Schwester Pola gestellt. Diese wirft ihrem Vater Klaus Kinski vor, sie jahrelang missbraucht zu haben.

BerlinNastassja Kinski hat ihre Halbschwester Pola nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vater Klaus Kinski als Heldin bezeichnet. „Denn sie hat ihr Herz, ihre Seele und damit auch ihre Zukunft von der Last des Geheimnisses befreit“, schrieb Nastassja Kinski (51) in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Freitag), in dem sie sich tief betroffen zeigte. In ihrem nun erscheinenden Buch „Kindermund“ bezichtigt die älteste Kinski-Tochter Pola ihren 1991 gestorbenen Vater, sie jahrelang sexuell gepeinigt zu haben. Der Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie, Alfred Holighaus, stellt die Ehrung Kinskis auf dem „Boulevard der Stars“ in Berlin infrage.

Die Vorwürfe drohen die Erinnerung an den Darsteller von weltweit erfolgreichen Filmen wie „Nosferatu: Phantom der Nacht“, „Aguirre“ und „Fitzcarraldo“ zu überschatten. Zu der Frage, ob Kinski seine Ehrung auf dem Boulevard am Potsdamer Platz behalten soll, erklärte Holighaus in der Zeitung „B.Z.“: „Die Jury wird sich schnell zusammensetzen und über das Thema sprechen.“ Er ergänzte: „Wenn ich die Berichte lese, wird mir schlecht. Und wenn die Berichte stimmen, dann würde ich mich über dem Stern übergeben. Und ich glaube nicht, dass sich die Tochter so etwas ausdenkt.“

Die Geschäftsführerin von „Boulevard der Stars“, Georgia Tornow, warnte vor übereilten Entscheidungen. „So etwas braucht eine vertrauensvolle Debatte und keinen Schnellschuss“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Der nächste reguläre Jury-Termin ist im April. Wenn die Jury es wünsche, könne sie auch eine frühere Sitzung einberufen. Der „Boulevard der Stars“ erinnert auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße zwischen dem Sitz der Berlinale und der Deutschen Kinemathek an mehr als 80 Größen aus Film und Fernsehen - von Mario Adorf bis Hans Zimmer.

Nastassja Kinski stärkte ihrer Halbschwester Pola (60) den Rücken bei ihrem öffentlichen Bekenntnis. „Ich bin stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben. Ich kenne den Inhalt. Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe lange geweint...“, schrieb die 51-Jährige weiter in „Bild“. „Ja, dies ist ein schwieriger Moment für mich ... Ich stehe zu meiner Schwester, stehe hinter ihr“, versicherte sie.

Ein Buch, wie es ihre Schwester geschrieben habe, helfe allen Kindern, Jugendlichen und Müttern, die Angst vor dem Vater hätten. „Nur, weil sich jemand Vater nennt, wie in diesem Fall, bedeutet es nicht, dass er auch ein Vater ist.“ Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki.

Von

dapd

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.01.2013, 17:37 Uhr

Es ist falsch, die Leistungen von Genies an ihren menschlichen Qualitäten zu messen. Genies sind keine rundgeschliffenen Politiker, die ihr ganzes Leben nur political correctness reden um nichts zu sagen. Menschen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten stehen immer abseits. Man muss der Mutter der Tochter einen Vorwurf machen, dass sie nicht ihre Tochter in Sicherheit gebracht hat, wenn sich Gefahr anbahnte.

Nana

12.01.2013, 00:33 Uhr

Schwachsinn! Es stimmt zwar, dass Künstler zu sein nicht bedeutet, ein makelloser Mensch zu sein - andererseits entschuldigt es auch nicht eine schweinische Perversion. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Viele Künstler sind Arschlöcher, wenn man sie pesönlich kennt, genauso wie viele Nich-Künstler. Aber keiner, der Kinder vergewaltigt, ob es die eigenen sind oder andere, verdient es, wegen anderer Verdinste einfach freigesprochen zu werden. Auch die vielen pädophilen Kirchenmänner, die sich klammheimlich hinter den tuntigen Gewändern ihrer Vorgesetzten verstecken, verdienen dies nicht! Offenbar ist das ja ein gesellschaftlich flächendeckendes Phänomen, das nun zunehmend immer offenbarer wird, ein bisher totgeschwiegenes Kavaliersdelikt. Was da offenbar wird, untergräbt jegliche Autorität - und das ist gut so!!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×