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12.06.2014

06:24 Uhr

Nach Pfingstunwetter in NRW

Bahnchaos im Nahverkehr geht weiter

Den Bahnverkehr hat es bei den Unwettern schwer erwischt. Vor allem in Nordrhein-Westfalen rollen die Züge noch längst nicht so wie geplant. Immerhin funktioniert die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder.

Repraturarbeiten an der Bahnstrecke Köln-Düsseldorf: Auch am Donnerstag kommt es zu Behinderungen. dpa

Repraturarbeiten an der Bahnstrecke Köln-Düsseldorf: Auch am Donnerstag kommt es zu Behinderungen.

BerlinIm Bahnverkehr kehrt nach den schweren Unwettern über Deutschland auch am Donnerstag keine Normalität ein. Vor allem in Nordrhein-Westfalen können viele Züge aufgrund der Schäden nicht planmäßig die Bahnhöfe ansteuern, was sich auch bundesweit auswirkt. Der Bahnverkehr sei immer noch sehr stark beeinträchtigt, sagte ein Bahnsprecher am frühen Donnerstagmorgen - auch wenn einige Strecken seit der Nacht wieder befahrbar seien.

Am Mittwoch hatte die Bahn die Fernverkehrsstrecke Hamburg-Berlin gesperrt, weil umgestürzte Bäume auf den Gleisen lagen. Nach Angaben der Bahn können die Züge am Donnerstag aber wieder zwischen beiden Städten verkehren. Es käme nur noch zu leichten Verspätungen, da an zwei Stellen eingleisig gefahren werden müsse.

Reisende können zudem wieder im ICE von Berlin nach Dortmund oder nach Köln fahren. Auf diesen Strecken waren die Loks zuvor noch in Hamm gestoppt worden. Auch München-Dortmund funktioniert der Bahn zufolge wieder, allerdings fallen einige Halts im Rhein- und Ruhrgebiet aus. Auch die Verbindung von Frankfurt nach Amsterdam soll wieder nach Fahrplan fahren.

In Nordhrein-Westfalen ist nach Angaben der Bahn vor allem der Schienenverkehr rund um Essen, Mühlheim und Bochum noch gestört. Am Donnerstagmorgen steckten weiterhin 16 Züge auf offener Strecke fest und blockierten die Trassen. Zwei Regionalbahnverbindungen von Köln nach Duisburg und von Emmerich nach Koblenz konnten hingegen wieder den Betrieb aufnehmen.

Sturmtief „Ela“

Tote und Verletzte

Allein in Nordrhein-Westfalen starben durch das Unwetter sechs Menschen. Mehr als 67 Personen wurden verletzt, davon mindestens elf schwer.

Kosten

Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Versicherer richtet der Sturm allein in Nordrhein-Westfalen Schäden in Höhe von rund 600 Millionen Euro an.

Schadensmeldungen

Bereits am Tag nach dem Unwetter in NRW wurden über 14.000 Schäden gemeldet.

Feuerwehr-Einsätze

Feuerwehr und Polizei beziffern die Zahl der Einsätze in NRW auf 17.000. Landesweit waren 14.000 Helfer der Feuerwehr, Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz.

Verkehrschaos - Bahn - Bundesgebiet

Im gesamten Bundesgebiet sorgte „Ela“ für ein Verkehrschaos. Die Fernverkehrsstrecke Hamburg-Berlin musste tagelang gesperrt werden. Noch immer stecken 16 evakuierte Züge auf den Strecken fest.

Verkehrschaos - Bahn - NRW

Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen ist erheblich gestört. An den Bahnhöfen in Essen, Bochum, Duisburg und Dortmund fahren keine Zuge mehr.

Verkehrschaos - Straße

Motorsägen statt Verkehrslärm: Allein in der Landeshauptstadt Düsseldorf waren mehrere wichtige Verkehrsachsen blockiert. Die Störungen im Bahnverkehr sorgten für 350 Kilometer Stau auf den Autobahnen.

Bäume

Vielerorts bedeckten umgefallene Bäume Straßen und Wege. Schätzungen des NRW-Umweltministeriums zufolge entwurzelte das Unwetter mehr als 80.000 Bäume in dem Bundesland.

„Unwetterfrei“

In mehreren Ruhrgebietsstädten fiel als Folge der Unwetter die Schule aus. In Essen, Bochum, Castrop-Rauxel, Mülheim, Herne, Neuss, Recklinghausen und Gelsenkirchen blieben die Kinder zu Hause

In der Nacht zum Donnerstag sei es in großen Teilen Deutschlands ruhig am Himmel geblieben, erklärte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Kräftige Gewitter zogen allerdings mit viel Regen und Sturmböen über Bayern auf.

Von

dpa

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