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03.06.2015

08:52 Uhr

Nach Schiffsunglück

Mehr als 400 Menschen in China vermisst

Viele Angehörige hoffen noch auf ein Wunder, doch bei der Rettungsaktion nach dem schweren Schiffsunglück in China wird die Hoffnung auf Überlebende mit jeder Stunde geringer. 400 Menschen werden noch vermisst.

Schiffskatastrophe in China

Angehörige drängen zur Unglücksstelle am Jangtse

Schiffskatastrophe in China: Angehörige drängen zur Unglücksstelle am Jangtse

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JianliNach dem Untergang eines kleinen Kreuzfahrtschiffes auf dem Jangtse-Strom in China schwindet die Hoffnung für mehr als 400 weiterhin vermisste Passagiere und Besatzungsmitglieder. Es wird vermutet, dass viele von ihnen im Inneren des Schiffes eingeschlossen sind, das am Montagabend durch einen Zyklon kenterte. Hunderte Rettungskräfte suchten am Mittwoch den Unglücksort nahe Damazhou in der Provinz Hubei ab.

Es wird befürchtet, dass so viele Menschen starben wie seit Jahrzehnten nicht mehr bei einem maritimen Unfall in China. Der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete von bislang 18 Leichen, die bis eineinhalb Tage nach dem Kentern aus dem Wasser gezogen worden seien. 14 Personen wurden bisher gerettet. Insgesamt waren 456 Menschen, überwiegend Ältere, auf dem Kreuzfahrtschiff gewesen.

Das Schiff war am Montagabend von der ostchinesischen Stadt Nanjing in die Millionenmetropole Chongqing weiter westlich unterwegs gewesen. Ein Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern sorgte für sein Kentern.

Fährunglücke

August 2013

Eine Fähre mit etwa 870 Passagieren an Bord stößt in der philippinischen Provinz Cebu mit einem Frachter zusammen und sinkt. Mindestens 55 Menschen kommen ums Leben, 65 werden vermisst.

Oktober 2012

Bei einer Schiffskollision in Hongkong sterben mindestens 37 Menschen. Von einem Ausflugsboot aus wollten Firmenmitarbeiter und deren Familien das Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag im Hafen ansehen. Aus unbekannter Ursache stößt das Boot mit gut 120 Menschen an Bord mit einer Fähre zusammen.

Februar 2012

Eine überladene Fähre reißt in Bangladesch auf dem Fluss Meghna viele Passagiere nach einer Kollision mit einem Frachter in die Tiefe. Von den etwa 250 Menschen an Bord können sich nur rund 40 ans Ufer retten. Erst im April 2011 waren auf dem Fluss Dutzende Menschen ertrunken, als eine Fähre auf ein Wrack auffuhr und sank. Ende 2010 waren bei drei Fährunglücken in Bangladesch binnen eines Monats mehr als 160 Menschen gestorben.

Juni 2008

Vor der philippinischen Insel Sibuyan läuft eine Fähre mit mehr als 800 Menschen an Bord während eines Taifuns nach einem Maschinenschaden auf Grund und sinkt. In den folgenden Tagen werden etwa 250 Leichen an umliegende Strände geschwemmt, mehr als 550 Menschen gelten als vermisst.

Dezember 2006

Bei stürmischem Wetter sinkt eine Fähre zwischen den indonesischen Inseln Java und Kalimantan. Mehr als 380 der 628 registrierten Menschen an Bord werden vermisst. Helfer bergen etwa 230 Überlebende aus der Javasee.

Februar 2006

Im Roten Meer sinkt eine Fähre zwischen Saudi-Arabien und Ägypten. Mindestens 1027 der 1400 Menschen an Bord sterben. Bei einem Brand des Schiffes hatte die Mannschaft vermutlich Meerwasser zum Löschen an Bord geholt und es so zum Kentern gebracht.

Stunden nach dem Unglück hörten Retter Hilferufe und Klopfzeichen aus dem Wrack. Hoffnung ruhte auf vermuteten Luftkammern in dem vierstöckigen Schiff, das mit dem Kiel nach oben in der Nähe des Ufers lag und etwa einen Meter aus dem Wasser ragte.

Unglück auf Jangtse-Fluss

Schiff mit Hunderten Menschen in China gesunken

Unglück auf Jangtse-Fluss: Schiff mit Hunderten Menschen in China gesunken

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Obwohl die Hoffnung schwand, dass weitere Überlebende geborgen werden, sollten die Einsatzkräfte am Mittwoch weiter aufgestockt werden. Waren am Dienstag noch 13 Marinetaucher im Einsatz, so sollten am Mittwoch 170 weitere dazu kommen. 120 davon kamen laut Behördenangaben bereits in der Nacht zum Mittwoch in der Provinzhauptstadt Wuhan an.

Staatliche Medien hatten bislang von 458 Menschen an Bord berichtet. Diese Zahl korrigierte CCTV am Mittwoch auf 456: Neben 405 chinesischen Passagieren, die überwiegend aus Shanghai stammten, seien fünf Mitarbeiter von Reiseagenturen sowie 46 Besatzungsmitglieder an Bord. Die meisten der Passagiere seien zwischen 50 und 80 Jahre alt.

Von

ap

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