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08.04.2014

16:34 Uhr

Nach Schilderung der Tatnacht

Pistorius bricht vor Gericht zusammen

Es sind aufwühlende Szenen: Oscar Pistorius schildert vor Gericht die Nacht, als er seine Freundin erschoss. Danach bricht er zusammen. Viele Zuschauer sind schockiert, als er ohne Prothesen eine Tatszene nachstellt.

Mordprozess in Südafrika

Pistorius schildert Tatnacht

Mordprozess in Südafrika: Pistorius schildert Tatnacht

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PretoriaOscar Pistorius hat vor Gericht die letzten Stunden vor den tödlichen Schüssen auf seine Freundin Reeva Steenkamp geschildert. Dabei stellte der Paralympics-Sportler auch eine Tatszene ohne Prothesen nach. Nach seiner fast fünfstündigen Aussage brach der 27-Jährige laut schluchzend zusammen. Richterin Thokozile Masipa beendete daraufhin am Dienstag den Verhandlungstag vor dem Gericht in Pretoria.

Auf seinen Beinstümpfen stehend schilderte Pistorius vor einem Modell der Toilette seines Hauses die Umstände der Nacht zum Valentinstag vergangenen Jahres. Der behinderte Profisportler hatte damals durch die Toilettentür seine Freundin erschossen. Er habe dort einen Einbrecher vermutet, beteuerte er.

Pistorius hatte auf Anweisung seines Anwalts Barry Roux seine Unterschenkel-Prothesen abgenommen. Dem Gericht sollte so demonstriert werden, wie verletzlich und klein der Sportler ohne Prothesen ist. Aufnahmen von der Aussage waren nicht gestattet. Nach der Demonstration musste sich der leichenblasse Angeklagte übergeben.

Bei der Schilderung der Ereignisse jener „tragischen Nacht“ versagte Pistorius immer wieder die Stimme. Er schluchzte und weinte. Der Vorabend der Tat sei zwischen ihm und seiner Freundin friedlich und liebevoll gewesen. Beide seien an diesem sehr warmen Abend gegen 22.00 Uhr ins Bett gegangen. Stunden später habe er verdächtige Geräusche gehört und geglaubt, jemand sei im Haus.

Er habe zunächst geschrien, um den mutmaßlichen Eindringling zu vertreiben, so Pistorius. Zudem habe er im dunklen Schlafzimmer Steenkamp angewiesen, sich auf den Boden zu legen und die Polizei zu alarmieren. Dann habe er nach seiner Waffe unter dem Bett gegriffen und sei ohne Prothesen zum Badezimmer gegangen. Dabei habe er keinen Laut von sich gegeben, um dem Einbrecher keinen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort zu geben, schilderte Pistorius die Vorgänge, oft stammelnd und unter Tränen.

Kommentare (1)

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09.04.2014, 09:08 Uhr

Die Frage stellt sich doch, wodurch er sich wohl so bedroht gefühlt haben kann, dass er meint durch die Tür geschlossene schiessen zu müssen.

Man darf keinen Einbrecher einfach erschiessen, schon garnicht, wenn man nicht selbst um sein Leben fürchten musste. Es kann auch ein Besoffener sein, ein Verwirrter oder ein Kind, das sich verlaufen hat usw. usw.

Mein Verdacht ist, dass er sie erschoss, weil sie ihn betrogen, beleidigt oder gesagt hatte, dass sie ihn verlassen will.

Sein Heulen vor Gericht ist total überzogen - ich glaube ihm nicht.

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