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20.12.2012

17:08 Uhr

Nach Schulmassaker

Trauertag in Newtown und NRA-Pressekonferenz

Offizieller Trauertag in Newtown und eine Pressekonferenz der Waffen-Lobby NRA in Washington - eine Woche nach dem Amoklauf mit 27 Toten wird es an diesem Freitag zwiespältig.

Eine Woche nach dem Schulmassaker will man der Toten mit einem Trauertag und einer Schweigeminute gedenken. dapd

Eine Woche nach dem Schulmassaker will man der Toten mit einem Trauertag und einer Schweigeminute gedenken.

Washington / NewtownEine Woche nach dem Schulmassaker mit 27 Toten begehen die Menschen in Newtown an diesem Freitag einen offiziellen Trauertag. Mit Spannung erwartet wird am selben Tag eine Pressekonferenz der Waffenvereinigung NRA in Washington. US-Präsident Barack Obama hatte den mächtigen Lobby-Verband zuletzt mit der Ankündigung neuer Waffengesetze stark unter Druck gesetzt.
In Newtown ist unter anderem eine Schweigeminute um 9.30 Uhr geplant - ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem der 20-jährige Adam Lanza am Freitag zuvor das Feuer aus einem Sturmgewehr eröffnete und an der Sandy-Hook-Grundschule 26 Menschen, darunter 20 Kinder, tötete, bevor er sich selbst erschoss.

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Die Forderungen nach strengeren Waffengesetzen in den USA werden immer stärker.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Obamas Vize Joe Biden soll schon im Januar Maßnahmen gegen die Waffengewalt im Land vorschlagen. Obama will unter anderem ein Verbot von Sturmgewehren in privater Hand und lückenlose Überprüfungen von potenziellen Waffenkäufern.
In dem kleinen Städtchen Newtown im US-Bundesstaat Connecticut ging unterdessen die traurige Reihe der Beerdigungen weiter. Für Donnerstagnachmittag (Ortszeit) waren fünf Bestattungen geplant. Am Mittwoch waren bereits vier Kinder und eine Lehrerin zu Grabe getragen worden.
Bei dem Massaker waren 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren ums Leben gekommen, außerdem sechs Erwachsene, darunter die Schulpsychologin, die Direktorin und Lehrerinnen.

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

20. April 1999 - Littleton

Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

21. März 2005 - Minnesota

Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

12. Oktober 2006 - Pennsylvania

Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

16. April 2007 - Blacksburg

Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

10. Oktober 2007 - Cleveland

Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

14. Februar 2008 - Illinois

Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

3. April 2012 - Kalifornien

Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

Die Mutter des Amokschützen, die am vergangenen Freitag mutmaßlich ebenfalls von ihrem Sohn erschossen in ihrem Haus gefunden worden war, soll nicht in Newtown beerdigt werden. Die Familie der Frau im Bundesstaat New Hampshire wolle die Leiche bei sich beerdigen, berichtete die Lokalzeitung „New Haven Register“.

Anteilnahme kam weiterhin aus der ganzen Welt. So unterzeichneten beispielsweise mehr als zwei Millionen Menschen eine Online-Beileidskarte. „Wir wollen unser tiefstes Mitgefühl für alle Familien der Toten, für die Überlebenden und ihre Familien und für alle anderen, die von der sinnlosen und undenkbaren Tragödie in der Sandy-Hook-Grundschule betroffen sind, aussprechen“, heißt es darin. „Wir lassen euch wissen, dass wir an euch denken und mit euch trauern.“


Von

dpa

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