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10.04.2012

00:16 Uhr

Nach tödlichem Streit

Politik sichert Brüssels Bus- und Bahnfahrern mehr Sicherheit zu

Mit einem Schweigemarsch haben Brüssels Bus- und Bahnfahrer für mehr Sicherheit protestiert. Am Wochenende war einer ihrer Kollegen von einem Betrunkenen getötet worden. Nun hat die Politik Zusagen gemacht.

Die Mitarbeiter des Nahverkehrsunternehmen STIB legten Rosen für den verstorbenen 56-jährigen Familienvater nieder. dpa

Die Mitarbeiter des Nahverkehrsunternehmen STIB legten Rosen für den verstorbenen 56-jährigen Familienvater nieder.

BrüsselMit weißen Ballons ziehen die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs durch die Brüsseler Straßen. Sie trauern um ihren getöteten Kollegen. Ein Mann hatte einen 56-jährigen Familienvater am Samstagmorgen mit einem Faustschlag ins Gesicht tödlich verletzt, als dieser einen Unfall zwischen einem Bus und einem Auto aufnehmen wollte. Seit dem sind die Nahverkehrsmitarbeiter im Streik, die belgische Hauptstadt liegt lahm.

Die Kollegen des getöteten Familienvaters STIB wollen am Tatort Blumen niederlegen und zum Gedenken an das Opfer Ballons steigen lassen. Das Verkehrsunternehmen richtete für seinen getöteten Mitarbeiter ein Online-Kondolenzbuch im sozialen Netzwerk Facebook ein. Noch am Tag der Tat waren mehr als hundert STIB-Mitarbeiter zu einem Schweigemarsch zusammen gekommen.

Inzwischen hat sich ein 28-jähriger der Polizei gestellt. Er ließ über seine Anwälte mitteilen, er habe sein Opfer nicht töten wollen und bedaure die Tat, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Der junge Mann stand zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss. Das teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft nach Angabe der Nachrichtenagentur Belga am Sonntag mit.

Der STIB-Mitarbeiter wollte am Samstagmorgen einen Unfall zwischen einem Bus und einem Auto dokumentieren. Sowohl der Autofahrer als auch ein zu Hilfe geeilter 28-jähriger Freund seien alkoholisiert gewesen, berichtete Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Der Freund griff daraufhin offenbar den STIB-Mitarbeiter an. Seine Anwälte teilten Belga zufolge mit, er habe dem Opfer mit der Faust einmal ins Gesicht geschlagen - mit unerwarteten Folgen.„Ich bedaure mein Handeln und ich hätte nie geglaubt, dass es dazu führen würde“, ließ der Verdächtige laut Belga über seine Anwälte ausrichten. Er denke an die Familie des Opfers.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

09.04.2012, 13:24 Uhr

Zum einen hat die Geschäftsleitung der STIB den Verkehr eingestellt - es ist somit kein Streik. Zum anderen war es interessant aus anderer Quelle zu erfahren, daß von "gewissen Kreisen" (uniformierte) Fahrkartenkontrolleure mit dem Tod bedroht wurden und Fahrkartenkontrollen auf einigen Brüsseler Linien eingestellt wurden.

Verweigerung

10.04.2012, 08:23 Uhr

Nein es ist schon ein Streik bzw. eine Weigerung der Arbeitnehmer, um sich noch weiteres Anfeindungen auszusetzen. Die linke Gewerkschaft ruft nämlich zu wesentlich härteren Massnahmen auf z. B. totaler Stillstand während des Begräbnisses. Während die christliche Gewerkschaft kein so deutliches Zeichen setzen will. Die haben momentan ziemliche Probleme mit ihrem Image wegen Dexia und halten still.
Die Geschäftsleitung macht jedoch mit, weil es nämlich nicht mehr geht, dass Busfahrer, Tramfahrer etc. täglich mit verbaler und auch physischer Gewalt konfrontiert werden, während die Politik zuschaut und nichts tut. Brüssel hat die 5. höchste Kriminalitätsrate in Europa. Somit war es kein Zufall, dass es dazu kam, sondern einfach eine Frage der Zeit. Und die Geschäftsleitung tut das, was zu tun ist, nämlich auch an die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer denken. Glauben Sie mir es ist Streik und man wäre nicht mehr gefahren, wenn jetzt nicht endlich Milquet versprochen hätte, endlich was zu tun.

AbdullahBusfarafakloppa

10.04.2012, 08:25 Uhr

Was heißt hier "Nach tödlichem Streit"?
Der Mitarbeiter wurde von einem "erlebnisorientierten Jugendlichen" totgeprügelt, weil er einen Verkehrsunfall aufnehmen wollte.
Ich weiß ja nicht, aus was für einer Traumwelt man kommen muß, um so einen Blödsinn zu schreiben.

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