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26.04.2015

14:32 Uhr

Nachbeben erschüttert Nepal

„Fast das ganze Land ist betroffen“

Nach dem Erdbeben am Himalaya haben die meisten Menschen in Kathmandu die Nacht im Freien verbracht. Die Lage in abgelegenen Regionen Nepals ist kaum zu überblicken. Ein schweres Nachbeben macht die Situation schlimmer.

Mindestens 3.200 Tote

TV-Bilder: Nepal liegt in Trümmern

Mindestens 3.200 Tote: TV-Bilder: Nepal liegt in Trümmern

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Kathmandu Nach dem schweren Beben mit mehr als 2200 Todesopfern in Nepal kommt die Erde in der Himalaya-Region nicht zur Ruhe. Am Sonntag erschütterten Nachbeben mit einer Stärke bis zu 6,7 die Hauptstadt Kathmandu. Dort suchten Rettungskräfte zum Teil mit bloßen Händen in den Trümmern, um Eingeschlossene des Hauptbebens vom Samstagmorgen zu erreichen. In Leichenhallen ging der Platz aus.

Am Mount Everest lösten sich erneut Schneelawinen. Mit mindestens 17 Toten war das Beben die schlimmste Katastrophe am höchsten Berg der Erde.

In Kathmandu gruben Soldaten und Rettungskräfte die Nacht hindurch, um sich eine Gasse zu den Trümmern eines eingestürzten dreistöckigen Wohnhauses zu bahnen. „Wir glauben, dass dort noch Menschen eingeschlossen sind“, sagte ein Offizier der Nachrichtenagentur Reuters. Er und die anderen Helfer mussten Spitzhacken benutzen, weil Räumfahrzeuge nicht durch die engen Gassen passten.

Die Hilfsorganisation Care sprach von 40.000 Verletzten, die in Kliniken behandelt würden. Ein Sprecher von Save the Children erklärte, in den Krankenhäusern des Kathmandu-Tals sei für die Leichen kein Platz mehr. In der Klinik der Tribhuvan-Universität wurden die Toten in einem dunklen Raum gestapelt. Nur einige waren mit Tüchern bedeckt.

Das Beben mit einer Stärke von 7,9 hatte sich in einer geringen Tiefe ereignet, was die Folgen verschlimmerte. In Kathmandu stürzten auch historische Gebäude wie der Dharara-Turm aus dem 19. Jahrhundert ein, von dem nur ein Stumpf übrig blieb.

Das arme Nepal hat 28 Millionen Einwohner und ist etwa doppelt so groß wie Bayern. „Fast das ganze Land ist betroffen“, sagte ein Sprecher der nepalesischen Botschaft in Neu-Delhi. Die Behörden sprachen am Sonntag zunächst von 2152 Toten in Nepal, etwa 49 in Indien, 17 in Tibet und 4 in Bangladesch. Bei einem Beben der Stärke 8,3 waren 1934 in Nepal mehr als 8500 Menschen ums Leben gekommen.

Aus Angst vor weiteren Beben verbrachten viele Nepalesen die Nacht zum Sonntag bei Kälte und Regen im Freien.

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