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17.02.2004

17:50 Uhr

Nachricht wurde abgeschwächt

Putin wohnt Raketenzwischenfall bei Seemanöver bei

Beim größten Manöver der russischen Atomstreitmacht seit Sowjetzeiten hat es in Anwesenheit von Präsident Wladimir Putin Probleme mit Teststarts von Interkontinentalraketen gegeben.

HB MOSKAU. Nach inoffiziellen Angaben der Nordflotte vom Dienstag stoppte ein Kontrollsatellit den Abschuss zweier atomar bestückbarer Raketen von dem Atom-U-Boot „Nowomoskowsk“ in der Barentssee. Putin verfolgte das Manöver aus der Nähe von dem Atom-U-Boot „Archangelsk“ aus.

Die beiden Raketen RSM-54 (Nato-Bezeichnung: SS-N-23 Skiff) hätten um 08.15 und 08.22 Uhr MEZ gestartet werden sollen, um bei der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka einzuschlagen. Die Internetzeitung „Gazeta.ru“ berichtete, eine der Raketen sei abgefeuert, aber beim Austritt aus dem Wasser zerstört worden. Bestätigungen dafür gab es nicht.

Die Nachricht von dem gescheiterten Start wurde erst mit sechs Stunden Verspätung mitgeteilt und dann offiziell weiter abgeschwächt. „Das ballistische Schießen war nur als Simulation geplant“, sagte Marinebefehlshaber Wladimir Kurojedow. Die Simulation sei erfolgreich gewesen. Die „Nowomoskowsk“ und die „Archangelsk“ mit Putin an Bord kehrten an ihre Liegeplätze zurück.

Andere Teile des Manövers, so der Einsatz des Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ und von Langstreckenbombern TU-95, seien plangemäß verlaufen, teilten die russischen Streitkräfte mit. Die russischen Medien sahen die Großübung und Putins Teilnahme daran im Zusammenhang mit der kommenden Präsidentenwahl am 14. März. Putin hatte bereits nach seinem Wahlsieg 2000 eine Fahrt mit einem Atom-U-Boot gemacht.

Im August 2000 war das russische Atom-U-Boot „Kursk“ bei einem Manöver in der Barentssee gesunken, wobei alle 118 Mann Besatzung ums Leben kamen. Ein defekter Torpedo war an Bord explodiert. Der Untergang der „Kursk“ war erst zwei Tage nach dem Unglück bekannt.

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