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04.09.2013

20:42 Uhr

Nazi-Artefakt

Hitlers Ring kommt unter den Hammer

Es ist ein bizarres Auktionsobjekt: In den USA wird ein Ring verkauft, der angeblich für Hitler persönlich geschmiedet wurde. Der fragwürdige Nazi-Nachlass erzielt mittlerweile Höchstpreise.

Dieser Hakenkreuz-Ring soll einst Hitler gehören. dpa

Dieser Hakenkreuz-Ring soll einst Hitler gehören.

New YorkEin ebenso bizarres wie seltenes Artefakt des Nationalsozialismus soll nächste Woche in den USA versteigert werden. Das Auktionshaus Alexander Historical Auctions bei Washington bietet den lange verschollenen „Hitler-Ring“ an.

Der Goldschmiedemeister Karl Berthold hatte das überladene Schmuckstück für den Diktator Adolf Hitler angefertigt. Es soll bei der Versteigerung 100.000 Dollar (76 000 Euro) bringen. Das Auktionshaus versichert, dass der Ring echt sei. Entsprechende Dokumente lägen vor.

Der Ring ist aus Silber, vom einstigen Goldüberzug ist nach etwa 75 Jahren kaum noch etwas übrig. Auf dem Ring ist ein gewaltiges Hakenkreuz, das von anderen Hakenkreuzen und Schwertern getragen wird. Ein großer Rubin krönt das Stück. Der Ring ist in einem silbernen Globus und ruht auf einem Fuß - der wiederum ein Hakenkreuz trägt.

Berthold schenkte Hitler das Stück. Der Goldschmied machte unter den Nationalsozialisten Karriere und entfernte wenige Wochen nach deren Machtantritt „kultur-bolschewistische Judenknechte“ von der Frankfurter Städelschule. Am Kriegsende nahm nach Darstellung des Auktionshauses ein US-Soldat den Ring mit. Mehrere Sammler hätten ihn besessen, der letzte sei vor zwei Jahren gestorben, und die Enkel würden den Ring nun verkaufen.

Für ein Fünftel des Preises soll ein anderes Stück weggehen: Es soll sich um die „Reichsjägermeisternadel“ von Hermann Göring handeln. Der Nazi war begeisterter Jäger und hatte sich selbst zum obersten Wildhüter Deutschlands gemacht. Die goldene Nadel ist mit Edelsteinen bestückt und war auf vielen Fotos Görings zu sehen, unter anderem einem Titelbild des amerikanischen Magazins „Time“ von 1940.


Von

dpa

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