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15.05.2014

10:42 Uhr

Negativtrend

Zahl der Wohnungseinbrüche schnellt nach oben

Organisiertes Verbrechen: Seit Jahren steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche in vielen Regionen. Behörden wollen mit Verkehrskontrollen gegenwirken. Für Kritiker aus der Wissenschaft ist das reine Symbolpolitik.

Rustikale Einbruchsmethode: Mittlerweile gehen Einbrecherbanden oft geschickt und professionell vor. dpa

Rustikale Einbruchsmethode: Mittlerweile gehen Einbrecherbanden oft geschickt und professionell vor.

Berlin/WiesbadenDie Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist in den meisten Bundesländern erneut gestiegen. Das geht aus den Daten der Landeskriminalämter für das vergangene Jahr hervor - sie fließen in die bundesweite Kriminalstatistik ein, die voraussichtlich im Juni veröffentlicht wird.

Bei den Einbrüchen fällt besonders Baden-Württemberg auf: Hier schnellten die erfassten Fälle um mehr als 30 Prozent nach oben - auf jetzt rund 11.300. In Schleswig-Holstein ging die Gesamtzahl der erfassten Wohnungseinbrüche zwar leicht zurück, aber bei den tagsüber begangenen Taten gab es ein deutliches Plus von fast 9 Prozent.

Betrachtet man die Zahlen der Bundesländer insgesamt, scheint sich ein Negativtrend fortzusetzen: Die Polizei hatte bereits für das Jahr 2012 eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um fast 9 Prozent auf bundesweit 144.000 registriert.

Wohnungseinbrüche in Zahlen

Wohnungseinbrüche in Deutschland

2012 gab es in Deutschland 144 117 gemeldete Fälle von „Wohnungseinbruchdiebstahl“, wie es im Polizeideutsch heißt. Das waren 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2008 stieg die Zahl jedes Jahr.

„Versuche“

In vielen Fällen schafften es die Einbrecher nicht in die Wohnung oder wurden gestört, bevor sie etwas stehlen konnten – vier von zehn Einbrüchen (39,1 Prozent) listet die Polizei als „Versuche“.

Schaden

Die Einbrecher verursachten 404,8 Millionen Euro Gesamtschaden.

Mehr Männer

Wohnungseinbruch ist anscheinend Männersache: 86 Prozent der rund 17 800 Tatverdächtigen waren männlich.

Aufklärungsrate

Aufklären konnte die Polizei im bundesweiten Schnitt 15,7 Prozent der Fälle, also nur etwa jede sechste Tat. In manchen Orten ist die Aufklärungsrate viel höher - etwa in Erfurt (38,1 Prozent).

Mehr Einbrüche in Stadtstaaten

In Stadtstaaten wird besonders häufig eingebrochen. In Bremen kamen auf 100 000 Einwohner rund 540 Einbrüche, in Hamburg rund 394 und in Berlin 351. Bei den Flächenländern lag Nordrhein-Westfalen mit rund 304 Fällen auf 100 000 Bürger vorn - in NRW gibt es besonders viele Großstädte. 2013 verzeichnete das Land mit fast 58 000 Fällen den höchsten Stand seit 1995. Am sichersten sind in dieser Hinsicht Thüringen (41,1 pro 100 000 Bewohner) und Bayern (45,3).

Einbrüche in 2012

In der Stadt Bremen gab es 2012 mit rund 535 Fällen auf 100 000 Bewohner besonders viele Wohnungseinbrüche - es folgen Köln (492,7) und Bonn (485,2). Augsburg (60,4) und Erfurt (64,9) verzeichneten unter den Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern die niedrigsten Quoten.

Bis zehn Jahre Freiheitsstrafe

Das Strafgesetzbuch sieht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren vor für einen Dieb, der „in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält“ (Paragraf 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB).

Für das Folgejahr 2013 heißt es nun etwa aus Nordrhein-Westfalen: Mit 54.953 Einbrüchen - ein Plus um weitere 1,5 Prozent - sei der höchste Stand seit 1995 erreicht worden. Der Stadtstaat Berlin meldet beim „Wohnungseinbruchdiebstahl“, wie es im Polizeideutsch heißt, zwar einen Rückgang um fast 6 Prozent, es handele sich aber immer noch um den zweithöchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Mancherorts bilden sich Bürgerwehren im Kampf gegen Einbrecher, oder Nachbarn beauftragen private Sicherheitsdienste.

Der Kriminologe Thomas Feltes spricht bei alldem von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“: Es gebe wesentlich mehr Taten als die registrierten. Bis etwa 2005 gingen die Fallzahlen zurück - seither gebe es eine „Renaissance des Einbruchs“. Das sei auch deshalb beachtenswert, „da die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten insgesamt rückläufig ist“, heißt es in einem Bericht des Wissenschaftlers.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

15.05.2014, 09:06 Uhr

"Einbrecher: Jung, männlich, drogenabhängig"
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Interessant! Eine weitere Eigenschaft haben Sie politisch korrekt wieder einmal verschwiegen: Überproportionaler Anteil an Migranten aus einem gewissen Kulturkreis!

Hatten wir doch gerade:
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article11650810/Totschlag-oder-Notwehr-Der-Fall-Sittensen.html
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article127481252/Raeuber-erschossen-Rentner-ist-verhandlungsfaehig.html

In den USA hätten die Behörden mit Sicherheit nicht Anklage gegen einen gehbehinderten Rentner ergriffen, der gefoltert wurde, um den Safe öffnen zu können (also schwerer Raub und hier Bandenverbrechen! http://dejure.org/gesetze/StGB/250.html ), und dann, als er Gelegenheit hatte, eine Schußwaffe zu ergreifen, von ihr Gebrauch machte.
Daß dem Mann, dem *zweimal* von den Behörden Notwehr zugebilligt wurde, jetzt nach 3 Jahren auf *Drängen des albanischen Clans des Getöteten*, der den Rentner auch stalkte, der Prozeß gemacht wird, das ist der eigentliche, unsägliche Skandal!
My Home is my castle! Wer irgendwo einbricht und dabei zu Tode kommt, hat Pech gehabt: Berufsrisiko!

Account gelöscht!

15.05.2014, 10:18 Uhr

Typisch Deutsch! Täterschutz geht vor Opferschutz. Natürlich nur dann, wenn das Opfer ein Deutscher und der Täter ein Ausländer ist!
Mit Verlaub: Zum K....
Zum Glück gibt es bei den EU-Wahlen Alternativen!

Account gelöscht!

15.05.2014, 10:52 Uhr

Die Politik interessiert an dem Einbruchsunwesen lediglich, daß der Wirtschaftskreislauf positiv beeinflußt wird. Alles, was die zwangsläufig auftretenden Umsätze erhöht, ist für alle wünschenswert, ausgenommen die Opfer. Die Opfer sind dabei unvermeidliche Bagatellschäden. Die Täter, wenn gefasst, erfreuen sich christlicher Mildtätigkeit.
Wenn die Politiker die Sache ernst nähmen, könnte wirksam dagegengehalten werden. Aber man will ja nicht und weiß auch nicht wie. Also, schleifen lassen und sich um "wichtige Dinge" kümmern.

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