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03.05.2015

14:40 Uhr

Nepal

Der 101-Jährige, der aus den Trümmern stieg

Die Zahl der Todesopfer in Nepal steigt weiter an. Doch eine Woche nach der Katastrophe werden auch immer noch Überlebende aus den Trümmern gezogen. Am Sonntag sogar ein wohl schon hundertjähriger Mann.

Aufräum- und Rettungsarbeiten: Am Sonntag wurden vier Menschen lebend aus den Trümmern befreit. Reuters

Japanese rescue team members work to clear debris while searching for victims after last week's earthquake in Lalitpur

Aufräum- und Rettungsarbeiten: Am Sonntag wurden vier Menschen lebend aus den Trümmern befreit.

Kathmandu/BerlinNach dem verheerenden Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Toten auf 7040 gestiegen. 14.000 Menschen wurden verletzt. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Toten weiter ansteigt. Am Sonntag konnten die Retter dennoch wieder mehrere Erfolge vermelden:

Ein wahrscheinlich mehr als 100 Jahre alter Mann ist nach Angaben der nepalesischen Regierung aus den Trümmern seines eingestürzten Hauses gerettet worden. Der Mann sei verletzt, aber außer Lebensgefahr, sagte Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe seit dem Erdbeben vor rund einer Woche unter den Überresten des Lehmhauses im Dorf Kimtang im Distrikt Nuwakot gelegen. Ein Team aus nepalesischer Polizei und japanischen Rettungskräften habe ihn gefunden. Er sei per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht worden.

Weltweite stärkste Erdbeben

Erdbeben und ihre Stärke

Das Erdbeben in Nepal hat die Stärke 7,5 erreicht. Die schwersten Beben seit 1900.

Quelle: dpa

1960

Stärke 9,5 in Chile, Mai 1960, 1655 Tote.

1964

Stärke 9,2 in Alaska (USA), März 1964, 125 Tote

2004

Stärke 9,1 vor Sumatra (Indonesien), Dezember 2004, mit Tsunami etwa 230.000 Tote.

2011

Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans, März 2011, mit Tsunami rund 15.800 Tote

1952

Stärke 9,0 in Kamtschatka (Russland), November 1952, keine Toten.

2010

Stärke 8,8 in Chile, Februar 2010, 524 Tote.

1906

Stärke 8,8 in Kolumbien und Ecuador, Januar 1906, 1000 Tote.

1965

Stärke 8,7 in Alaska (USA), Februar 1965, keine Toten.

1950

Stärke 8,6 in Assam (Indien), August 1950, 1526 Tote.

2005

Stärke 8,6 auf Sumatra (Indonesien), März 2005, 1313 Tote.

2012

Stärke 8,6 auf Sumatra (Indonesien), April 2012, keine Toten.

1957

Stärke 8,6 in Alaska (USA), März 1957, keine Toten.

„Wir glauben, dass er mehr als 100 Jahre alt ist“, sagte Dhakal weiter. Damit hätte der gerettete Greis schon das vorherige schwere Erdbeben in Nepal im Jahr 1934 miterlebt.

Drei weitere Überlebende geborgen

Nur wenige Stunden vor der Rettung des Greises war bekannt geworden, dass drei weitere Menschen das Beben überlebten. Soldaten und Polizisten hätten am Sonntag zwei Frauen und einen Mann ausgegraben, erklärte die Polizei. Zwei von ihnen hätten unter den Überresten ihres Lehmhauses im Dorf Kerabari im Distrikt Sindhupalchowk gelegen. Einer sei in der Nähe von einem Erdrutsch erfasst worden.Hundert Ausländer werden noch vermisst

Sieben Tage nach der Katastrophe

Lage in Nepal weiter schwierig

Sieben Tage nach der Katastrophe : Lage in Nepal weiter schwierig

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Wie der Chef der Tourismusbehörde, Tulsi Gautam, sagte, wurden landesweit bislang die Leichen von 54 Ausländern geborgen. Im Langtang-Gebiet, einer beliebten Trekkingregion, wurden bislang insgesamt 51 Leichen geborgen, wie der Verwaltungschef des nördlichen Bezirks Rasuwa, Uddav Prasad Bhattarai, am Sonntag mitteilte.

Bei sechs von ihnen handle es sich um ausländische Touristen. In der Langtang-Region lösten die Erdstöße eine Lawine aus, einige der Todesopfer wurden nach Angaben von Verwaltungschef Bhattarai aber auch unter Trümmern gefunden. In der Gegend wurden demnach bislang mehr als 350 Menschen gerettet, rund die Hälfte waren Touristen oder Bergführer. Nach Angaben der Behörden werden in der Region aber noch hundert Ausländer vermisst.

Am Mount Everest hatten die Erdstöße ebenfalls eine Lawine ausgelöst. 18 Bergsteiger kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

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