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10.09.2012

16:01 Uhr

Netz-Stimmen

Pikante Anspielungen aus der Google Suche

VonMartin Barwitzki

Gibt man bei Google derzeit Bettina Wulff ein, tauchen ganz unerwartete Ergebnisse für die Frau von Ex-Präsident Christian Wulff auf. Durch ihre aktuelle Klage gegen den Internetkonzern spitzt sich dies sogar noch zu.

Wehrt sich gegen die üblen Gerüchte: Bettina Wulff dpa

Wehrt sich gegen die üblen Gerüchte: Bettina Wulff

Die Gerüchte hielten sich hartnäckig: Deutschlands ehemalige First Lady eine Escort-Dame? Bettina Wulff dementiert energisch und möchte der Debatte nun endgültig ein Ende setzen – mit rechtlichen Mitteln und besonders im Internet. Kein Wunder, dass dort über das Thema „Bettina Wulff“ getuschelt und diskutiert wird. Nicht wenige sind trotz früherer Presseberichte und den TV-Äußerungen von Talkmaster Günter Jauch erst jetzt aufgrund der aktuellen Berichterstattung auf die Gerüchte rund um die Gattin des Ex-Präsidenten gestoßen.

So twittert „Andreas Hartmann“: „Echt wahr: Dadurch, dass Bettina Wulff Google verklagen will, hörte ich zum ersten Mal von ihren Rotlicht-Gerüchten. Gleichmal googlen.“ Und „katjaberlin“ schrieb: „Wenn man eure misogynen und sexistischen Tweets über Bettina Wulff liest, könnte man denken, die Niedersachsen-CDU habe Social Media entdeckt.“

Auf Facebook fand sich hingegen am Mittag noch keine Gruppe zum Thema Bettina Wulff und auf der Fanseite scheinen Kommentare für die 593 Fans nicht zugelassen.

Für Handelsblatt Online-Leser „Ovid“ geht es keinen was an, was Frau Wulff alles in ihrem Leben gemacht hat. Gleichzeitig fordert er die Entlassung Günter Jauchs. Auch Youtube-Nutzer „smoerebroed101“ sieht Günter Jauch in der Pflicht. Für ihn sei es Ausdruck unserer Zivilisation, dass der Ruf von Frau Wulff ganz offen wiederhergestellt werde, und zwar ebenso öffentlich wie Jauchs Show und Google, für alle Menschen unübersehbar.

Zeit Online-Userin „Friederike MB“ hält die im Raum stehende Rotlichtvergangenheit jedenfalls für Unsinn: „Wenn Frau Wulff als Prostituierte oder im Escort-Service gearbeitet hätte, dann hätten sich längst Leute gemeldet, die sie gekannt haben und die Geld rauschlagen wollten. Das kennt man doch, dass solche Leute dann ihre Story oder ihr Wissen an die Presse verkaufen und die hätte sich drauf gestürzt. […]“

In diesem Zusammenhang verweist der Schweizer Dozent für Krisenkommunikation und Medientraining, Roland Binz, in seinem Krisen-Blog  auf den sogenannten Streisand-Effekt. Seiner Meinung nach wird es Wulff selbst bei einem Sieg gegen Google nicht schaffen die Begriffe Escort, Prostitution, Rotlicht zu verbannen. Vielmehr sollten sie förmlich nach oben katapultiert werden.

Ein Screenshot der Internet-Suche bei Google (Stand 10.09.12 / Uhrzeit: 12:20) Handelsblatt Online

Ein Screenshot der Internet-Suche bei Google (Stand 10.09.12 / Uhrzeit: 12:20)

Der gleichen Meinung ist übrigens auch Zeit-Nutzer „roland_s“. Mit Blick auf die zu erwartenden Prozesskosten wäre es seiner Meinung nach ohnehin „wesentlich effektiver gewesen, eine Firma beziehungsweise ein paar Studenten zu engagieren, die ein paar gescheite Suchanfragen generieren, oder ein schickes Video oder ähnliches das für neue Wortkombinationen sorgt. Das wäre auch im unteren 4-stelligen Bereich zu haben gewesen.“

Die Satire-Seite Der Postillon startete jüngst eine Umfrage, was Google bei der Eingabe der Buchstaben „Bet“ statt der derzeitigen Ergebnisse anzeigen soll. Mittlerweile kann dank des starken Interesses sogar das „t“ weggelassen werden.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Video: Bettina Wulff sollte Recht bekommen

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Kommentare (5)

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10.09.2012, 16:30 Uhr

Es ist sicherlich voelliger Zufall, dass diese Story und ihr Buch zur gleichen Zeit erscheinen.

Account gelöscht!

10.09.2012, 19:48 Uhr

Und? Ist das ein Grund, sich nicht gegen unwahre Behauptungen zu wehren?

Account gelöscht!

11.09.2012, 13:19 Uhr

Die Sache mit Jauch ist aber daneben, der hatte damals jemanden gefragt was dieser von den Gerüchten aus der Zeitung hält.
Entschuldigung. Das Ist Journalismus, wenn man Leute zu bestimmten Dingen interviewt. Streng genommen hätte Herr Jauch nicht mal eine Unterlassungsklage unterschreiben brauchen. Warum auch? Er hat nie gesagt, sie würde es tun, er hat gesagt: In der Zeitung steht das, glauben Sie das dies stimmt?.
Natürlich erspart sich Jauch eine Menge Ärger, durch die Unterschrift, von daher hat er sie auch geleistet. Mit dem Hinweis: KEIN Schuldeingeständis. Wer hier eine Entlassung Jauchs fordert, macht mit Herrn Jauch genau das gleiche, was mit Fr. Wulff geschehen ist.

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