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10.03.2014

17:16 Uhr

Netzstimmen Hoeneß-Prozess

„18,5 Millionen? In Bayern-Währung ein halber Götze“

Für Uli Hoeneß wird es enger und enger: Sein Geständnis über die hinterzogenen 18,5 Millionen Euro könnte ihm zum Verhängnis werden. Auch im Netz hagelt es Kritik, seine Fans halten ihm indes die Treue.

Prozess gegen Uli Hoeneß: Auch vor Gericht finden sich zahlreiche Unterstützer. dpa

Prozess gegen Uli Hoeneß: Auch vor Gericht finden sich zahlreiche Unterstützer.

DüsseldorfEr nahm selbst nie ein Blatt vor den Mund, jetzt tun es ihm gegenüber auch viele nicht mehr: „Der soll hier herkommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen“, polterte Uli Hoeneß einmal gegen den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Es waren solche Sprüche, die dem Bayern-Präsident immer wieder reichlich Kritik bescherten – und zahlreiche Fans. Diese Ehrlichkeit, die er nicht nur auf Pressekonferenzen, sondern auch in Talkshows immer wieder unter Beweis stellte, wurde zu seinem Markenzeichen.

Doch seit dem vergangenen Jahr ist das Bild des ehrlichen Geschäftsmanns in arge Bedrängnis geraten. In einem Interview mit der „Zeit“ beichtete Hoeneß erstmals seine Steuerhinterziehung. Seine Selbstanzeige über die hinterzogenen 3,5 Millionen sollte alles bereinigen. Doch die Staatsanwaltschaft München hat ihre Zweifel, ob diese zur rechten Zeit und mit korrekten Angaben erfolgt ist.

Zum Prozessbeginn am Montag kommt dann die große Neuigkeit: Uli Hoeneß hat nicht nur 3,5, sondern 18,5 Millionen Euro hinterzogen. Die plötzliche Ehrlichkeit könnte ihm vielleicht vor Gericht nutzen, sein Image hat jedoch schweren Schaden genommen. Laut einer aktuellen N24-Emnid-Umfrage geben 86 Prozent der Deutschen an, von Hoeneß enttäuscht zu sein. Auch im Netz hagelt es Kritik.

Unter einem aktuellen Posting zum Hoeneß-Prozess auf der Handelsblatt-Facebookseite meint Carsten E.: „Da führt wohl leider kein Weg mehr an einer Gefängnisstraffe vorbei…“, René F. fasst das Verhalten des Bayern-Präsidenten mit einem Wort zusammen: „Gier!“ Auch auf Twitter ist das Hashtag #hoeness längst zu einem der meistgeteilten und meistkommentierten Themen, zum Trending Topic, geworden.

Hier muss sich der Bayern-Präsident Einiges anhören – vor allem Spott. So schreibt @Ruhrpottfrosch: „Wollte mir gerade auf der Bayern-Homepage n Trikot mit 18,5 bestellen.“, auch @achtungfussball stichelt: „18,5 Mio? Peanuts! Oder in @FCBayern Währung: genau ein halber Götze.“  Nutzer @function zieht einen Vergleich zu Peter Graf: „Also wenn man DM gleich Euro setzt und linear von Peter Graf hochrechnet, kommt man auf ca. 5 1/2 Jahre.“  Der Manager von Steffi Graf war in den 90er-Jahren wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Doch bei vielen sind Hoeneß' Leistungen keineswegs vergessen. Auf der Facebook-Seite des FC Bayern München formiert sich eine breite Front von Unterstützern. So schreibt Nutzerin Martina N.: „Lieber Uli, du stehst das durch , so oder so. DU bist der FC Bayern München. So oder so warten wir auf Dich!“. Wilbertz A. meint: „Heute heißt es Mia San Uli“. Auf Twitter bezeichnet @LutzSara Hoeneß als das Herz des Bayern München.

„Ein Uli Hoeneß lässt den FC Bayern nie im Stich. Und wenn irgendein Problem entsteht, würde ich zur Not hier sogar ein halbes Jahr den Platzwart machen“, sagte Hoeneß einmal. Sollte er wirklich irgendwann einmal mit dem Kreidewagen über den Platz fahren, werden ihm seine engsten Fans dabei vermutlich die Treue halten.

Von

jos

Kommentare (6)

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10.03.2014, 17:53 Uhr

Das Urteil zum Fall Peter Graf kann als Beispiel dienen; im Fall U.H. erwarte ich ähnliches. Das, was H. gemacht hat, ist kein Kavaliersdelikt und entspringt auch nicht seiner Dummheit oder seinem Unwissen, wie er glauben machen will, sondern ist schlicht und einfach mit Vorsatz geschehen und damit kriminell.

Account gelöscht!

10.03.2014, 18:36 Uhr

Das Gericht wird hoffentlich für Gerechtigkeit sorgen,viel schlimmer ist,dass solche Wirtschafteliten in dem Aufsichtsrat des FC Bayern nicht einmal mit der Wimper zucken und alles für OK empfinden aber Putin wollen Sie Vorschriften machen !!!!!

Wo ist da ie Merkel mit ihrem Machtwort !

Account gelöscht!

10.03.2014, 18:45 Uhr

Na Herr Schäuble, vielleicht wird's ja dieses Jahr schon was mit der schwarzen Null? – Schon gut, wer im Glashaus sitzt…

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