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28.11.2011

12:17 Uhr

Neue Vorwürfe

Wurde Strauss-Kahn Opfer einer Intrige?

Neue Recherchen legen nahe, dass Strauss-Kahn Opfer eines Komplotts geworden ist, als er wegen der Vergewaltigung eines Zimmermädchens verhaftet wurde. Frankreichs Regierung dementiert, doch die Indizien sind brisant.

Dominique Strauss-Kahn wurde von Nafissatou Diallo der Vergewaltigung beschuldigt. AFP

Dominique Strauss-Kahn wurde von Nafissatou Diallo der Vergewaltigung beschuldigt.

Paris/New York/DüsseldorfEin Artikel, der eine Reihe von Ungereimtheiten im Fall DSK aufdeckt, heftige Dementis der französischen Regierung und die Ankündigung des amerikanischen Investigativ-Journalisten Edward Jay Epstein, vielleicht schon am Dienstag ein Beweis-Video zu veröffentlichen, haben die Gerüchte um eine politische Verschwörung gegen den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn neu aufflammen lassen.

Offenbar so intensiv, dass sich die französische Regierung zu öffentlichen Stellungnahmen gezwungen sah. Innenminister Claude Guéant nannte die Vorwürfe am Sonntag im Fernsehen  „pure Fantasie“; Jean-François Copé, der Chef der UMP-Partei von Präsident Nicolas Sarkozy, bezeichnete sie als „lächerlich“. Anhänger von Strauss-Kahn haben die französischen Behörden dagegen zur Untersuchung neuer Vorwürfe gegen die Regierungspartei UMP aufgefordert.

Anlass ist ein Artikel im „New York Review of Books“ vom Wochenende, in dem der US-Journalist Edward Epstein Details zur Zimmermädchen-Affäre veröffentlicht hatte. Die Affäre hatte Strauss-Kahn zum Rücktritt als IWF-Chef gezwungen und das Ende seiner Präsidentschaftsambitionen in Frankreich bedeutet.

In seinem Artikel im „New York Review of Books" berichtet Epstein, eine Freundin Strauss-Kahns, die kurzzeitig bei Sarkozys UMP gearbeitet habe, habe den damaligen IWF-Chef noch am Morgen seiner Festnahme davor gewarnt, dass sein Handy gehackt worden sein könnte, da eine seiner privaten SMS bei der UMP aufgetaucht sei. Laut Epstein ist Strauss-Kahns BlackBerry bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Außerdem hat die Hotelangestellte, die ihn der Vergewaltigung beschuldigte, laut dem Bericht kurz vor und nach dem sexuellen Kontakt mit Strauss-Kahn mehrfach ein neben dessen Suite gelegene weitere VIP-Suite aufgesucht. Ihre Vorgesetzte, die sie später auf dem Gang getroffen habe, habe sie erst nach einem erneuten Besuch in diesem Raum alarmiert.

Das Hotel Sofitel weigert sich, die Identität des möglichen Gastes in der Nachbarsuite von DSK preiszugeben. Auch ist laut Epstein ungeklärt, warum die Hotelangestellte das Zimmer von DSK überhaupt betreten hatte. Normalerweise beginnt das Personal nicht damit, die Zimmer zu säubern, wenn noch ein Gast vor Ort ist.

Kommentare (17)

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karstenberwanger

28.11.2011, 12:35 Uhr

Es sollte einem eben so langsam mal zu denken geben wenn jeder potentielle "Staatsfeind" oder Konkurrent plötzlich ein Vergewaltiger sein soll...oder urplötzlich wasmit Kinderpornos zu tun haben soll. Die Masche ist doch fast tagtäglich am laufen.

Account gelöscht!

28.11.2011, 12:40 Uhr

Ist es normal fuer einen verheirateten Mann in sehr gehobener oeffentlicher Posititon wilden Sex mit dem Hotelpersonal zu haben? Wohl kaum. Ist der Taeter Opfer einer Intrige? Da musste der Taeter schon mitspielen, um in diese Opferrolle gedraengt zu werden.

Haustechniker

28.11.2011, 13:10 Uhr

Es ist schon "interessant" zu welchen Mitteln gegriffen wird um einen pol. Gegner aus dem Weg zu räumen und das weltweit. In der heutigen Zeit, wo sowieso die Wahrheit früher oder später ans Licht kommt.
Wirklich sehr peinlich für Frankreich.

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