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11.01.2015

10:51 Uhr

Neuer Sturm

„Felix“ fegt durch Deutschland

Zum zweiten Tag in Folge zogen heftige Unwetter durch Deutschland. Bundesweit blockierten umgestürzte Bäume immer wieder Straßen. Der Wetterdienst warnt vor weiteren Orkanböen.Zugleich gab es einen Wärmerekord.

Wetterchaos

Sturm wütet mit 120 km/h über Deutschland

Wetterchaos: Sturm wütet mit 120 km/h über Deutschland

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BerlinEinen Tag nach Orkantief „Elon“ hat mit „Felix“ der nächste Sturm in Deutschland Unfälle, Zugausfälle und zahlreiche Feuerwehreinsätze verursacht. Bundesweit blockierten umgestürzte Bäume am Samstag immer wieder Straßen. Am Abend flachte der Wind vielerorts ab, das Einsatzgeschehen beruhigte sich.

Bundesweit ist nach dem Sturm schon fast wieder der Normalbetrieb erreicht, wie ein Bahn-Sprecher am Sonntagmorgen sagte. Im Fernverkehr fahren die meisten Züge demzufolge nach Fahrplan. Probleme gibt es weiterhin auf der Verbindung Hannover-Hamburg. Dort hatte Tief „Felix“ so heftige Schäden verursacht, dass noch nicht alles repariert werden konnte. Nahe Lüneburg konnte nur ein Gleis befahren werden, es kam daher noch zu Verspätungen.

Schwierige Unwetterwarnungen

Kommunikation durch den DWD

Katastrophenschutz, Medien und Bürger sind Adressaten der Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Amtliche Warnungen, die in Deutschland allein Sache des DWD seien, gingen immer an das Technische Hilfswerk, Feuerwehr-Leitstellen, das Rote Kreuz und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Außerdem seien alle Medien in Deutschland Empfänger der Warnungen

Unwetter-Newsletter

Zusätzlich erhielten rund 60 000 Empfänger die Warnungen per E-mail - diese Unwetter-Newsletter seien beispielsweise für interessierte Bürger gedacht. Seit 2011 informiere der DWD außerdem auf Facebook über drohende Gefahren - am Pfingstwochenende sei die Zahl der Facebook-Freunde um 4000 auf jetzt über 50 000 gestiegen. Im Internet bietet der DWD eine Warnseite.

Vier-Stufen-System

Gewarnt wird bis auf Landkreisebene vor gefährlichen Wettererscheinungen - etwa Hitze oder Sturm, Stark- oder Dauerregen, Schneefall, Schneeverwehungen, Glätte, Tauwetter, Nebel oder Frost. In vier Stufen wird auf Gefahren aufmerksam gemacht: Von der „Wetterwarnung“ (auf der Karte im Internet hellgelb) über die „Warnung vor markantem Wetter“ (orange) bis zur „Unwetterwarnung“ (rot) und „Warnung vor extremem Unwetter“ (dunkelviolett). Diese letzte Stufe werde nur etwa ein Dutzend Mal im Jahr ausgerufen, sagte Kirsche. Am Montagabend galt sie für Teile Nordrhein-Westfalens.

Schwierige Prognosen

In der Regel könne der DWD maximal zehn Stunden im Voraus warnen - bei kleinräumigen Gewittern aber manchmal erst 30 Minuten, bevor der erste Tropfen fällt, sagte Kirsche. Punktgenaue Gewitter-Prognosen gehören nach Aussagen der Meteorologen zu den schwierigsten Aufgaben.

Opfer sind nicht zu verhindern

Trotz ausführlicher Warnungen vor Unwettern sind aus der Sicht des DWD Opfer nicht zu verhindern. Und der volkswirtschaftliche Nutzen des Warnsystems sei schwierig zu beziffern, sagte Kirsche. „Das ist eine der schwierigsten Berechnungen überhaupt.“ Es sei unmöglich zu sagen, wie viele Menschen wegen der Warnung zu Hause geblieben sind.

Die Fernverkehrs-Strecken von und nach Hamburg waren am Samstagabend nach stundenlangen Sperrungen wieder freigegeben worden. Etliche Passagiere wurden dann noch zu später Stunde mit Bahnen - und auch einigen Bussen - an ihre Ziele gebracht.

Auch der Regionalverkehr laufe langsam wieder an, sagte der Sprecher. In Berlin, wo es zu Unfällen mit S-Bahnen gekommen war, waren die entsprechenden beiden Stellen noch gesperrt.

Auf Norddeutschland kam am Sonntagmorgen laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) allerdings eine Sturmflut zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte zudem vor weiteren Orkanböen an den Küsten und im Bergland.

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