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27.12.2014

10:07 Uhr

Neuer Unterwasser-Rekord

73 Tage unter dem Meer

Seit Jahrzehnten träumt der Mensch davon, eines Tages unter Wasser zu leben. Mit dem Rekord zweier „Aquanauten“ liegt die neue Bestmarke nun bei 73 Tagen. Ganz problemlos verlief das Experiment allerdings nicht.

Der Biologie-Dozent Bruce Cantrell bei einem Tauchgang in den Gewässern bei Key Largo. dpa

Der Biologie-Dozent Bruce Cantrell bei einem Tauchgang in den Gewässern bei Key Largo.

Key LargoGnadenlos auf dem Trockenen saßen Bruce Cantrell und Jessica Fain in ihren zweieinhalb Monaten unter Wasser. Nicht einen Schluck Alkohol durften die „Aquanauten“ bei ihrem Versuch, die längste Zeit unter Wasser zu verbringen, zu sich nehmen.

Der kleine Kühlschrank in ihrer Kochnische blieb aus Sicherheitsgründen mit Limonade und Wasser gefüllt. „Können wir eine große Flasche Margarita und Champagner bekommen?“, scherzte Cantrell zuletzt, als sein Team an Land wie jeden Tag per Telefon fragte, wann ein Taucher das Abendessen nach unten bringen soll.

73 Tage verbrachten die Biologie-Dozenten in dem ehemaligen Forschungslabor im US-Staat Florida – nun haben sie den Weltrekord für die längste Zeit unter Wasser gebrochen. Auftauchen und ihr Experiment offiziell beenden wollten sie erst am Montag (19.30 Uhr MEZ). Aber die bisherige, im Jahr 1992 aufgestellte Bestmarke von 69 Tagen knackten sie schon am Donnerstag.

„Es fällt schwer, mir vorzustellen, dass es jetzt zu Ende geht“, sagt Tauch-Experte Cantrell.

Es ist ein seltsames Gefühl, drei oder vier Minuten durch die Dunkelheit zu tauchen, unten plötzlich ins Trockene einer Kammer zu steigen und dort zwei Menschen in T-Shirt und Jogginghose zu begegnen. Denn die Unterwasserwelt ist nicht nur nass, sondern eigentlich lautlos und wird akustisch meist nur gefüllt vom Keuchen und Blubbern des eigenen Atemreglers. Die Kommunikation mit anderen läuft per Handzeichen.

Und dann sitzen da Cantrell und Fain und reichen einem das Handtuch. Ein Tauch-Kurier bringt kurz darauf trockene Kleidung, und prompt sitzt man zum Gespräch im Gemeinschaftsraum und kann durch das Bullauge nach Fischen und Seekühen Ausschau halten.

Das ständige Surren des lebenserhaltenden Systems vermittelt Sicherheit, zusammen mit drei Telefonen, einer Gegensprechanlage und – falls die Technik komplett ausfällt – einem stromlosen Schnurtelefon. Es ist etwas eng dort unten, aber gemütlich. Für 675 Dollar kann man in der „Jules Undersea Lodge“ übernachten.

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