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11.12.2015

15:25 Uhr

Neues Verfahren

Hoffen auf neue Antworten nach Heiligabend-Blutbad

Heiligabend 2013 wird ein älteres Geschwisterpaar in Gütersloh erstochen. Ob der Täter gefasst ist, muss ein Gericht neu prüfen. Den ersten Schuldspruch gegen den Angeklagten hatte der Bundesgerichtshof gekippt.

Weil der Bundesgerichtshof Lücken bei der Beweiswürdigung sah, wurde der Prozess um den Heiligabend-Mord in Gütersloh neu aufgerollt. Ab heute wird neu verhandelt. dpa

Revisionverfahren im Doppelmord-Prozess

Weil der Bundesgerichtshof Lücken bei der Beweiswürdigung sah, wurde der Prozess um den Heiligabend-Mord in Gütersloh neu aufgerollt. Ab heute wird neu verhandelt.

BielefeldAls er Platz nimmt auf der Anklagebank, huscht ihm ein Lächeln über die Lippen. Der 30-Jährige kennt das alles schon: die Kameraleute, die vor Prozessauftakt noch ihre Bilder machen dürfen; den Staatsanwalt, der ihm vorwirft, an Heiligabend vor fast zwei Jahren brutal ein älteres Geschwisterpaar in einer Villa in Gütersloh niedergemetzelt zu haben.

Vor zehn Monaten war er bereits des zweifachen Totschlags schuldig gesprochen und zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Doch die Frage nach seiner Schuld wird seit diesem Freitag noch einmal neu verhandelt. Der Bundesgerichtshof hatte nach Revision der Verteidiger das Urteil aufgehoben. Die obersten Strafrichter bemängelten, im ersten Prozess seien entlastende Beweise zu wenig beachtet worden. Dies hier soll nun ein Neuanfang vor einer anderen Kammer des Landgerichts sein.

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In seiner Aussage zum Auftakt des Revisionsprozesses vor dem Bielefelder Landgericht vermittelte der Angeklagte jedenfalls den Eindruck, sich als Opfer eines Komplotts zu fühlen. Hinter Gitter brachten ihn demnach Voreingenommenheit, vielleicht sogar falsche Freunde, die ihn gern als Täter sehen würden.

Am Tag der Urteilsverkündung im Februar hatte die Vorsitzende Richterin keinen Zweifel daran gelassen, dass sie den Täter vor sich wähnte – trotz fehlenden Motivs und eines Angeklagten, der eine Schuld vehement abstritt. Das nun aufgehobene Urteil hatte sich auf DNA-Spuren und eine Menge Ungereimtheiten im Verhalten des Angeklagten gestützt. Was in der Villa genau passiert ist, und vor allem warum, darauf hatte das Gericht damals keine Antwort gefunden.

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